Bahn-Ausfälle

Verkehrsministerium BW: „Viele Fahrgäste von Störung gar nichts mitbekommen“

Ein technischer Fehler legt in der Nacht auf Mittwoch den Bahnverkehr in ganz Deutschland zeitweise lahm. So blickt das Verkehrsministerium im Land auf die Ereignisse.

Verkehrsministerium BW: „Viele Fahrgäste von Störung gar nichts mitbekommen“

Die bundesweiten Bahnausfälle spielen im Verkehrsministerium offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Von Sascha Maier

Nach dem Bahn-Chaos in der Nacht auf Mittwoch sieht das CDU-geführte Verkehrsministerium in Baden-Württemberg offenbar keine Veranlassung, etwas an der bestehenden Technik zu prüfen. Auf die Frage, ob über Maßnahmen nachgedacht werde, um künftig besser für vergleichbare Situationen gewappnet zu sein, antwortete ein Sprecher: „Bereits in der Nacht ist der Verkehr wieder angelaufen und lief am Morgen stabil, sodass viele Fahrgäste gar nicht mitbekommen haben, dass es eine entsprechende Störung gab.“

Laut Ministerium standen alle Züge in Baden-Württemberg für etwa zwei Stunden still. „Fahrgäste mussten teilweise in Zügen warten. Da es glücklicherweise die Nachtzeit betraf, waren wenige Fahrgäste betroffen“, so der Sprecher.

Bundesweite Störung des Bahnfunks

Grund für den Stillstand war nach Angaben der Bahn eine bundesweite Störung des Bahnfunks. „Ursächlich für die gestrige Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R war aus derzeitiger Sicht der planmäßige Tausch einer technischen Komponente“, sagte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der Bahn-Tochter DB InfraGO, die für Infrastruktur zuständig ist. Wie es dadurch genau zu der Störung kam, werde nun analysiert und habe höchste Priorität. Nagel bat alle betroffenen Bahn-Kunden um Entschuldigung.

Auch an Bahnhöfen in Baden-Württemberg, etwa in Stuttgart, hingen Bahnreisende zeitweise fest. Dem Verkehrsministerium ist aber nicht bekannt, ob sich Probleme irgendwo im Land besonders geballt haben. Auch von der Bahn war dazu nichts zu erfahren – eine Anfrage unserer Redaktion zu den Zugausfällen blieb bis zum frühen Abend unbeantwortet.