Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Doch wie wird mit den infizierten Passagieren umgegangen und welche Maßnahmen werden ergriffen?
Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff fordert Todesopfer und Verdachtsfälle. Wie wird mit den infizierten Passagieren umgegangen, und welche Maßnahmen ergreifen die Behörden?
Von Matthias Kemter
Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius mit fast 150 Passagieren hat bereits drei Todesopfer gefordert und acht weitere Verdachtsfälle hervorgebracht. Gestorben sind ein niederländisches Ehepaar und ein deutscher Staatsbürger. Während das Schiff auf dem Weg nach Spanien ist, arbeiten internationale Behörden daran, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Besonders im Fokus stehen die Passagiere, die das Schiff vor Bekanntwerden des Ausbruchs verlassen haben.
Maßnahmen an Bord und in den Zielhäfen
Das Schiff befindet sich derzeit auf dem Weg nach Teneriffa, wo es voraussichtlich am Sonntag ankommen wird. Die Europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC) hat laut Reuters gemeinsam mit den spanischen Behörden ein Protokoll für die sichere Ausschiffung der Passagiere entwickelt. Spanische Staatsbürger sollen in einem Militärkrankenhaus in Madrid unter Quarantäne gestellt werden, während alle anderen Passagiere in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.
Umgang mit infizierten Passagieren
Drei Patienten wurden bereits evakuiert und in Krankenhäuser in den Niederlanden und Deutschland gebracht. Ein weiterer Patient wurde nach einer Verzögerung aufgrund technischer Probleme mit dem Lebenserhaltungssystem des Patienten ebenfalls in die Niederlande geflogen.
Kontaktverfolgung und internationale Zusammenarbeit
Besondere Sorge bereitet den Behörden die Nachverfolgung der Passagiere, die das Schiff vor dem Ausbruch verlassen haben. Rund 40 Personen stiegen in Santa Helena aus, darunter die Ehefrau eines der Verstorbenen, die später ebenfalls erkrankte und verstarb. Die niederländischen Behörden arbeiten daran, die Kontakte dieser Personen zu identifizieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Seltene Übertragungswege
Das Hantavirus, insbesondere der Anden-Stamm, wird nur durch sehr engen Kontakt zwischen Menschen übertragen. Dennoch bleiben die Gesundheitsbehörden weltweit wachsam. In Argentinien, dem Ausgangspunkt der Kreuzfahrt, wurden Maßnahmen zur Untersuchung möglicher Übertragungswege durch Nagetiere eingeleitet.
Ausblick
Die Situation auf der MV Hondius bleibt angespannt, auch wenn derzeit keine weiteren Symptome bei den verbleibenden Passagieren gemeldet wurden. Die internationale Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden zeigt, wie wichtig koordinierte Maßnahmen in solchen Krisensituationen sind.