Krieg in der Ukraine

Von der ukrainischen Kompetenzkann Deutschland nur lernen

US-Präsident Donald Trump bittet die Ukraine um Hilfe, um seine Soldaten vor iranischen Drohnenangriffen zu schützen. Deutschland sollte schnell nachziehen, kommentiert Franz Feyder.

Von der ukrainischen Kompetenzkann Deutschland nur lernen

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) stellt seine Vorstellung von Drohnenabwehr vor: in der Ukraine ungeeignet.

Von Franz Feyder

Die führende Militärmacht der Welt, die USA, betteln in der vom russischen Angriffskrieg seit zwölf Jahren gebeutelten Ukraine um Hilfe, damit diese die US-Soldaten im Nahen Osten vor iranischen Angriffsdrohnen schützt. Donald Trump erhofft sich also Unterstützung just von dem Land, das er zu einem Viertel an Wladimir Putin verschachern will, der dort einmarschiert ist. Warum braucht der US-Machthaber diese Hilfe? Weil das angeblich beste Militär der Welt offenbar nicht ausreichend dafür gerüstet ist, dass sich in den vergangenen zwölf Jahren der Luftkrieg grundlegend verändert hat. Die USA haben diese Entwicklung verschlafen. Jeder andere Staatsmann, der auf solche Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist, würde künftig demütig der Ukraine seinerseits Unterstützung anbieten, wenn sie diese benötigt. Ihr Munition liefern, mit der russische Raketen abgewehrt werden können. Es bleibt abzuwarten, ob Trump dazu nun willens und überhaupt fähig ist.

Das Hilfeersuchen zeigt auch, dass die europäischen Verbündeten der Ukraine sich deren Expertise sichern sollten. Der Inspekteur des deutschen Heeres, General Christian Freuding, hat dies für die Bundeswehr getan. Daran sollten sich die Innenminister der Bundesländer wie auch Alexander Dobrindt (CSU) als Ressortleiter im Bund ein Beispiel nehmen. Sie könnten sich von ukrainischen Experten zeigen lassen, wie man Drohnen abfängt – aber auch, wie die Polizei sie offensiv einsetzen könnte.