Am Freitag, 06. Februar 2026, beginnen in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele – doch in Deutschland ist die Vorfreude bislang überschaubar. Das zeigen aktuelle Umfragen des Meinungsforschungsinstituts YouGov.
Die Olympischen Spiele 2026 stehen kurz bevor. Doch viele Deutschen lässt das kalt.
Von Florian Huth
Am 6. Februar 2026 beginnen in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele. In Deutschland ist die Vorfreude bislang überschaubar. Das zeigen aktuelle Umfragen des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Demnach bekunden viele Bundesbürger nur geringes Interesse an dem sportlichen Großereignis.
YouGov: 49 Prozent der Deutschen wenig bis gar keinem Interesse an den Olympischen Spielen 2026
49 Prozent der mehr als 2000 Befragten gaben an, an den Winterspielen wenig oder gar nicht interessiert zu sein. Lediglich 40 Prozent erklärten, sehr oder zumindest einigermaßen interessiert zu sein. Entsprechend zurückhaltend fällt auch die Erwartung an die TV-Nutzung aus: 59 Prozent halten es für eher unwahrscheinlich oder ganz ausgeschlossen, die Spiele aktiv zu verfolgen.
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Deutlichere Meinungen gibt es in der Debatte um die Zukunft der Olympischen Winterspiele. Zwar sehen 37 Prozent der Befragten Winter-Olympia grundsätzlich noch als eher oder voll und ganz zeitgemäß an, doch 20 Prozent widersprechen dieser Einschätzung. Besonders groß ist die Zustimmung für Reformideen: 42 Prozent sprechen sich dafür aus, die Winterspiele künftig in einem rotierenden Modell an festen Austragungsorten zu veranstalten.
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Der Hintergrund dieser Skepsis liegt nicht zuletzt im Klimawandel
Steigende Temperaturen machen Winterspiele in vielen Regionen nur noch mit erheblichen Eingriffen in die Natur möglich. Die vergangenen Spiele in Peking standen exemplarisch dafür: Trotz eisiger Kälte kam nahezu ausschließlich Kunstschnee zum Einsatz, da es kaum natürliche Niederschläge gab. Der enorme Wasser- und Energieverbrauch ließ Wissenschaftler die Nachhaltigkeit der Spiele kritisch bewerten.
Neubau der Bobbahn in Cortina sorgte für Diskussionen
In Mailand und Cortina d’Ampezzo setzen die Organisatoren nun überwiegend auf bestehende Sportstätten. Das Ergebnis sind stark dezentrale Winterspiele. Während die alpinen Skirennfahrerinnen in Cortina um Medaillen kämpfen, tragen die Männer ihre Wettbewerbe im rund 300 Kilometer entfernten Bormio aus. Dennoch bleibt auch in Norditalien Kritik nicht aus. Besonders der Neubau der Bobbahn in Cortina sorgte für Diskussionen – das Projekt wurde gegen den Willen des Internationalen Olympischen Komitees von der italienischen Regierung durchgesetzt und gilt als Symbol für die anhaltenden Spannungen zwischen Nachhaltigkeitsanspruch und olympischer Realität.