Hier erfahren Sie, warum heute am Samstag, dem 20. Juni 2026 an Bundesbehörden bundesweit die Flaggen auf Vollmast stehen und was dahintersteht.
Von Matthias Kemter
An vielen Dienstgebäuden des Bundes sind heute Flaggen zu sehen. Grund dafür ist der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, der jedes Jahr am 20. Juni begangen wird. Angeordnet wurde die bundesweite Beflaggung der obersten Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche. Auch Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, wurden heute beflaggt. Die Anordnung gilt als Vollmastbeflaggung.
Warum wird am 20. Juni geflaggt?
Der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung wurde auf Grundlage eines Beschlusses des Bundeskabinetts eingeführt. Seit 2015 wird er jährlich am 20. Juni begangen. An diesem Tag wird der Opfer von Flucht und Vertreibung weltweit gedacht, insbesondere auch der deutschen Vertriebenen. Der Termin fällt mit dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen zusammen. Damit verbindet die Bundesregierung das Gedenken an aktuelle Flucht- und Vertreibungserfahrungen weltweit mit der Erinnerung an die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Woran erinnert der Gedenktag?
Flucht und Vertreibung bedeuten für Betroffene großes Leid. Weltweit befinden sich mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Ein großer Teil von ihnen sind Binnenvertriebene, andere fliehen meist aus Entwicklungsländern in Nachbarländer. Zugleich sind Flucht und Vertreibung auch Teil der deutschen Geschichte. Millionen Deutsche mussten im 20. Jahrhundert durch Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre Heimat verlassen. Viele Menschen kamen ums Leben, wurden körperlich oder seelisch verletzt oder verloren ihr Hab und Gut. Mit dem Gedenktag soll an diese Opfer erinnert werden. Zugleich verweist die Bundesregierung auf Versöhnung, Neuanfang und gesellschaftlichen Zusammenhalt als Grundlagen des heutigen Deutschlands.
Gibt es eine Gedenkveranstaltung?
Die Bundesregierung begeht den Gedenktag 2026 zum zwölften Mal mit einer Gedenkstunde im Konzerthaus Berlin. Die Veranstaltung beginnt am 20. Juni 2026 um 13 Uhr und wird als Livestream auf der Webseite des Protokolls Inland der Bundesregierung übertragen. Nach einer Begrüßung durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ist ein Film über die Arbeit des DRK-Suchdienstes nach dem Zweiten Weltkrieg vorgesehen. Danach folgt ein Podiumsgespräch mit Mitarbeitern des DRK-Suchdienstes und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Außerdem stellen Jugendliche ihr ehrenamtliches Engagement für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor. Das Schlusswort hält Stephan Mayer, Präsident des Bundes der Vertriebenen. Musikalisch begleitet wird die Gedenkveranstaltung von der Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters Berlin.