Die FDP fliegt aus dem Landtag, Generalsekretärin Nicole Büttner will ihre Wette einhalten und sich eine Glatze rasieren. Jetzt erklärt sie, wieso.
Bald ohne Haare, wenn sie nicht noch umschwenkt: FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner (Archivbild)
Von Sascha Maier
Die FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner hat angekündigt, zu ihren Wettschulden zu stehen und sich eine Glatze zu rasieren, nachdem sie der „Schwäbischen Zeitung“ in einem Interview vor der Wahl gesagt hatte, dies tun zu wollen, sollte die FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Jetzt begründete sie, warum sie zu ihrer Ansage steht.
„Liberale stehen zu ihrem Wort“
„Die Menschen sehnen sich danach, dass politische Versprechen etwas zählen“, sagte Büttner gegenüber unserer Zeitung. „Wir wollten diese Versprechen im Landtag in Baden-Württemberg einlösen. Liberale stehen zu ihrem Wort - auch in einer Niederlage.“ Genauso entschlossen, wie die FDP ein Gegenentwurf zu Stillstand und Pessimismus sei, halte auch Büttner Wort.
„Als ich Generalsekretärin geworden bin, wusste ich, es geht darum, viel verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“, sagte sie. „Ich kämpfe als Unternehmerin und Generalsekretärin weiter dafür, dass die Menschen im Land, die etwas reißen wollen, eine politische Heimat haben: nämlich die FDP“, so Büttner.
Wann und wo es zum neuen Haarschnitt kommen soll, ließ Büttner offen. Die Freien Demokraten ziehen erstmals in der Geschichte des Parlaments nicht in den Landtag ein und haben mit 4,4 Prozent der Wählerstimmen das historisch schlechteste Ergebnis der Partei in Baden-Württemberg eingefahren. Traditionell lag die FDP in ihrem Stammland meist deutlich über dem Bundesdurchschnitt. FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke hat bereits am Wahlsonntag Konsequenzen aus dem Debakel gezogen und seinen Rücktritt bekanntgegeben.