Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat nach seiner Wahlniederlage in Schottland Bier getrunken. CDU-Landeschef Manuel Hagel ging es schwäbisch an.
Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) sind erst sei
Von Annika Grah
Auf die Frage, wie Manuel Hagel die Tage nach der Landtagswahl am 8. März verbracht hat, hat der CDU-Landeschef eine, zugegeben, sehr schwäbische Antwort: „Ja - i hab was g’schafft“, sagte Hagel am Mittwoch auf die Frage eines Journalisten bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags. Der hatte ins Feld geführt, dass der scheidende rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) nach Schottland gereist war und Bier getrunken hatte, um sich zu erholen.
Hagel und Özdemir gingen mehrfach Spazieren
Hagel hingegen zählte auf, was die Tage nach der Wahl anstand. Bundesvorstand, Landesvorstand, Fraktionssitzung und Präsidium. „Am Samstag haben Cem Özdemir und ich mit der Arbeit begonnen. Wir waren kein Bier trinken, sondern wir waren im Wald unterwegs an der frischen Luft in Bewegung.“ Sein künftiger Koalitionspartner pflichtete ihm bei: „So sind wir hier. Bei uns wird immer erstmal g’schafft“, sagte der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne). Und Hagel ergänzte: „Und dann haben wir Bier getrunken.“
Klar habe man sich erstmal finden müssen nach dem Landtagswahlkampf, sagte Özdemir. Beide Seiten hätten sich aber bemüht, aufeinander zuzugehen. Denn, so Özdemir: „Entscheidend ist, was wir zwei machen. Gehen wir rein mit der Haltung, wir wollen es krachen lassen, oder gehen wir zwei rein mit der Haltung, wir wollen Brücken bauen.“ Hagel und Özdemir hatten schon während der Koalitionsverhandlungen erzählt, dass sie mehrfach Spazieren gegangen seien. Am Stuttgarter Fernsehturm, aber auch im Wald in Hagels Heimatstadt Ehingen.
Erst zwei Wochen nach der Wahl hatten die beiden nach mehreren Vorgesprächen Sondierungsverhandlungen aufgenommen. Nach drei Wochen verkündete man den Durchbruch zu Koalitionsverhandlungen. Seit dem Abend sind die beiden „per Du“, das sie bei einem Glas Württemberger Wein besiegelt haben. „Eines haben wir sehr schnell festgestellt“, sagte Hagel. „Dass sowohl Cem Özdemir wie auch ich sehr viel Wert darauf legen, regional zu essen und zu trinken. Das gilt für Bier, Wein, Brezeln.“