Die britische Königin Elizabeth II. soll privat gern zu Musik von ABBA getanzt und gesungen haben. Das berichtet ihre langjährige Assistentin und Ankleiderin Angela Kelly in einem Interview – und zeichnet damit ein ungewöhnlich persönliches Bild der verstorbenen Monarchin.
Die verstorbene Königin Elizabeth II. soll ABBA geliebt haben.
Von Katrin Jokic
Kelly, die mehr als 25 Jahre an der Seite der Queen arbeitete, erinnert sich an gemeinsame Morgenroutinen, bei denen häufig BBC Radio 2 lief. Besonders der Song „Dancing Queen“ habe es Elizabeth II. angetan: Sobald das Lied erklang, habe die Königin „von einer Seite zur anderen geschwungen und mitgesungen“.
Die Schilderungen stammen aus einem Interview mit dem Magazin „Vanity Fair“, über das unter anderem die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ berichtet.
„Eine wirklich coole Großmutter“
Die Szenen hätten sich oft während des Ankleidens abgespielt. Kelly beschreibt, wie sie selbst ausgelassen durch den Raum getanzt habe – „wie in einer Disco“ –, während die Queen sie lachend aufforderte, zur Seite zu treten. „Ich kann nicht singen“, habe Kelly zu hören bekommen. Es seien „Momente gewesen, die man in Erinnerung behält“, sagte sie.
Neben ihrer Rolle als Staatsoberhaupt habe Elizabeth II. auch privat großen Wert auf ihre Familie gelegt. Für Kelly war sie eine „wirklich coole Großmutter“, energiegeladen und humorvoll.
Angela Kelly war Chefstylistin und persönliche Assistentin der britischen Queen. (Bild: picture alliance/dpa/HarperNonFiction/HarperCollins Publishers | Barry Jeffery)
Einblick in den Alltag abseits des Hofzeremoniells
Auch vom Leben auf Schloss Balmoral in Schottland berichtet Kelly. Dort sei es deutlich ungezwungener zugegangen als im offiziellen Alltag in London. Die Queen habe selbst beim Abwasch geholfen – auch dann, wenn hochrangige Gäste wie der Premierminister anwesend gewesen seien.
Bei Grillabenden habe sie darüber gelacht, wenn ihr Mann, Prinz Philip, die Burger verbrannte. Solche Situationen hätten gezeigt, wie bodenständig die Monarchin im privaten Umfeld gewesen sei.
Enge Vertraute bis zuletzt
Angela Kelly begann ihre Arbeit für die Queen 1994 als Assistentin und wurde später zu einer ihrer engsten Vertrauten. Neben organisatorischen Aufgaben prägte sie auch den Stil der Monarchin mit – etwa durch modernere Akzente bei öffentlichen Auftritten.
Bis zum Tod von Elizabeth II. im September 2022 blieb Kelly an ihrer Seite. Rückblickend beschreibt sie die Königin als ihre „beste Freundin“. Der Verlust falle ihr bis heute schwer: Sie vermisse die Monarchin „jeden Tag“.
Die Erinnerungen geben einen seltenen Einblick in das Privatleben der Queen – fernab von offiziellen Terminen und protokollarischen Verpflichtungen.