Gesellschaftliche Stimmung

Westalgie - die Sehnsucht nach dem verlorenen Auenland

War in der Bonner Republik nicht alles viel überschaubarer, sicherer und lebenswerter? Nach der Ostalgie greift nun auch Westalgie um sich. Ist das bloß Träumerei oder «gefährliche Gestrigkeit»?

Westalgie - die Sehnsucht nach dem verlorenen Auenland

"Westalgie" bezeichnet eine nostalgische Sehnsucht nach der alten Bundesrepublik - hier der Drachenfels bei Bonn im Morgenlicht. (Archivbild)

Von Von Christoph Driessen, dpa

Westalgie - die Sehnsucht nach dem verlorenen Auenland

Auf dem Petersberg bei Bonn wurden früher die Gäste der Bundesregierung untergebracht - die Bonner Republik wird in der Rückschau oft verklärt. (Archivbild)

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Die Bonner Republik wird im Rückblick von vielen Westdeutschen glorifiziert. (Archivbild)

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Der "Lange Eugen", das ehemalige Abgeordnetenhaus des Bonner Regierungsviertels, ist heute Teil des UN-Campus. (Archivbild)

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Die alte Bundesrepublik mit ihrem Gründungskanzler Konrad Adenauer wird in der Rückschau als Hort der Stabilität gesehen. (Archivbild)

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Bonn war ab 1949 Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und damit Zentrum des politischen Geschehens. Dazu gehörte auch der von Friedrich Nowottny moderierte "Bericht aus Bonn". (Archivbild)

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Harald Juhnke (1929-2005) und Ingrid Steeger (1947-2023) waren Ikonen des BRD-Fernsehens. (Archivbild)

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Bundeskanzler Helmut Kohl und der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker. Zum Selbstverständnis der alten Bundesrepublik gehörte immer auch ein klares Überlegenheitsgefühl gegenüber der DDR. (Archivbild)

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Der niederländische Entertainer moderierte mit "Am laufenden Band" die erfolgreichste Fernsehsendung der 70er Jahre - sie erreichte bis zu 30 Millionen Zuschauer. (Archivbild)

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Nie war das Wohlstandsgefälle zwischen der Bundesrepublik und ihren Nachbarländern so groß wie in den 70er Jahren. (Archivbild)

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Die alte Bundesrepublik war nach den USA und Japan die größte Wirtschaftsmacht der Welt - und auch als Sportnation erfolgreich: 1974 gewann die Elf von Franz Beckenbauer die Fußball-WM. (Archivbild)

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Der Publizist Jakob Augstein warnt in Verbindung mit Westalgie vor einer "gefährlichen Gestrigkeit". (Archivbild)

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Nach Beobachtung des Psychologen Stephan Grünewald erscheint die alte Bundesrepublik in der Rückschau für viele Bürger als das verlorene Auenland. (Archivbild)

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Nach Ansicht der Historikerin Katja Hoyer glaubten die Westdeutschen lange, dass mit der Bundesrepublik ein System geschaffen worden war, dass in alle Ewigkeit Bestand haben würde. (Archivbild)

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Der Soziologe Detlef Pollack sieht die Westalgie als Reaktion auf aktuelle Probleme und Unsicherheiten. (Archivbild)