In das Ringen um mögliche neue Verbindungen von Stuttgart an den Golf mit der Fluggesellschaft Emirates hat sich nun die Landespolitik eingeschaltet.
Vielleicht landen bald Emirates-Flugzeuge am Stuttgarter Flughafen.
Von Christian Milankovic
Stuttgart - Kommt der Berliner Flughafen dem Stuttgarter Airport zuvor, wenn es um die Einrichtung zusätzlicher Verbindungen der Fluggesellschaft Emirates geht? Diese Sorge treibt Verkehrspolitiker aus dem Land um. Nun hat sich in der Debatte auch die baden-württembergische Wirtschaftsministern Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) zu Wort gemeldet.
In einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) betont sie die Bedeutung einer solchen Verbindung, die schon lange von Unternehmen im Land gefordert wird. „Die Golfregion und allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate gewinnen für baden-württembergische Unternehmen außenwirtschaftlich immer mehr an Bedeutung“, schreibt sie. Aus diesem Grund benötige das Land eine bessere Anbindung zu den Drehkreuzen der Golfregion.
Stellvertretend nennt Hoffmeister-Kraut die Bereiche „Aerospace, Gesundheitswirtschaft , Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“, in denen sich die Zusammenarbeit vertiefen könne. Zudem erinnert sie daran, dass Baden-Württemberg eine Wirtschaftsrepräsentanz in den Emiraten mit Sitz in Abu Dhabi unterhalte. „Eine bessere Verkehrsanbindung zwischen Stuttgart und der Golfregion würde diese Aktivitäten weiter stützen und einen spürbaren positiven Impuls geben.“ Dies bestätige auch eine Erhebung der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, „die deutlich zeigt, dass eine Verbindung in die Golfregion und die damit verbundenen Umsteigemöglichkeiten in Richtung Asien ein dringender Wunsch der Unternehmen in Baden-Württemberg ist“.
Zum Hintergrund: Der Flughafen Stuttgart dringt seit Längerem auf neue Langstreckenverbindungen, insbesondere zu den Drehkreuzen am Persischen Golf. Eine Direktverbindung der Fluggesellschaft Emirates gilt als wichtig für die exportorientierte Wirtschaft im Land, da sie bessere Anschlüsse nach Asien, Afrika und Australien ermöglichen würde. Bislang verfügt Emirates in Deutschland jedoch nur über begrenzte Verkehrsrechte – Stuttgart gehört aktuell nicht zum Emirates-Streckennetz.
Nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums sollen zusätzliche Verkehrsrechte zwar vergeben werden, aber offenbar zugunsten Berlins. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, der Reutlinger Abgeordnete Michael Donth, hatte sich auch an Patrick Schnieder gewandt. Donth erinnert daran, dass dem Flughafen Stuttgart noch in der vergangenen Legislaturperiode zugesichert worden sei, „dass er allein aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung vor Berlin berücksichtigt werde“. Hoffmeister-Kraut lenkt den Fokus auf die Airline selbst. Es freue sie, dass „Emirates seit Jahren immer wieder Interesse daran bekunden, neben den bereits vier bestehenden Destinationen auch Stuttgart anfliegen zu können“.