Flex-Optionen & Co.

„Wie an der Börse – jeden Tag andere Preise im Reisebüro“

Trotz aller Widrigkeiten am Persischen Golf buchen die Deutschen weiterhin tapfer ihren Urlaub. Fundierte Beratung und Umbuchungsmöglichkeiten gewinnen aber an Bedeutung.

„Wie an der Börse – jeden Tag andere Preise im Reisebüro“

Reisen will im Jahr 2026 gut überlegt sein.

Von Michael Maier

In einem Reise-Umfeld, das 2026 von Unsicherheiten durch die Iran-Krise geprägt ist, werden flexible Umbuchungs- und Stornierungsoptionen in vielen Fällen zum entscheidenden Faktor für eine Buchung: „Wir empfehlen den Kunden immer Flex-Optionen“, sagt Manfred Hegenloh von Hegenloh-Reisen in Göppingen, der am Stuttgarter Flughafen auch ein bekanntes Last-Minute-Reisebüro betreibt.

Mit solchen Tarifen könne man ab 25 Euro Aufpreis pro Person zum Beispiel günstige Frühbucher-Optionen nutzen und bei Bedarf zwei bis drei Wochen vor Abflug problemlos wieder stornieren.

Reiseveranstalter mit kostenlosem Flex-Tarif

Selbst wenn die Preise krisenbedingt weiter abstürzen sollten, könne das eine legitime Option sein, um vielleicht kurzfristig noch günstigere Optionen in Betracht zu ziehen, so der Experte. Die Flex-Optionen seien aber meist nach Reisekosten gestaffelt und könnten auch höher liegen. Veranstalter wie Coral Travel, LMX Touristik oder Bentour bieten den Flex-Tarif unterdessen sogar kostenlos an – zumindest vorübergehend.

Steigende Kerosinzuschläge – sinkende Hotelpreise

Ihrerseits hätten Reiseveranstalter ebenfalls eine sehr dynamische Geschäftspolitik, meint Manfred Hegenloh: „Das ist wie an der Börse – es gibt jeden Tag andere Preise im Reisebüro.“ Dass man durch die aktuellen geopolitischen Krisen grundsätzlich sparen könne, bezweifelt er dennoch: „Hotelpreise könnten teilweise sinken, aber die Spritkosten steigen. Das schenkt sich unter dem Strich nichts.“

Kerosinzuschläge würden bei Neubuchungen meist indirekt durch Preiserhöhungen eingerechnet. Es gebe aber auch Veranstalter, die angesichts der Ölkrise bereits wieder separate Aufschläge erheben, etwa Anbieter von Flusskreuzfahrten.

Stabile Nachfrage Richtung Türkei

Richtung Türkei hat Manfred Hegenloh indes noch keine Nachfrage-Schwankungen wahrgenommen. Es werde gebucht wie eh und je und bewege sich preislich alles im gewohnten Rahmen. Was Ägypten betreffe, empfehle er seinen Kunden im Zweifelsfall eher Hurghada als die Sinai-Halbinsel. Das Geschäft laufe aber normal weiter und man habe dort noch nie Probleme gehabt.

Flex-Tarife sind eine direkte Reaktion der Veranstalter auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis vieler Kunden und die Forderungen der Reisebüros nach mehr Planungssicherheit für ihre Kunden – hier einige ausgewählte Möglichkeiten im Überblick.

TUI und airtours

Alltours

Schauinsland-Reisen

Eurowings Holidays

Anex Tour

Bucher Reisen

Falk Travel

Bentour Reisen

DER Touristik

Vtours

Ameropa

Flex-Tarife verändern den Reisemarkt schon seit 2021

Der Trend zu mehr Flexibilität bei Reisebuchungen hat sich seit 2021 weiter verstärkt. Was ursprünglich als Reaktion auf die Pandemie begann, hat sich zu einem dauerhaften Bestandteil der Angebotslandschaft entwickelt. Bentour-Chef Deniz Ugur hatte bereits 2021 eine Vereinheitlichung der Flex-Tarife angeregt, um die Verwirrung im Markt zu reduzieren – eine Standardisierung ist jedoch ausgeblieben.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Veranstalter zunehmend kostenfreie oder vergünstigte Flex-Optionen als zeitlich begrenzte Marketingmaßnahmen einsetzen, um Buchungen anzukurbeln.

Flex-Tarife im Vergleich der Stornierungsfristen

Ein Kriterium bei der Auswahl des passenden Flex-Tarifs ist die Frist für kostenfreie Stornierungen (vor Reisebeginn):

Für Reisende lohnt es sich also, die verschiedenen Angebote genau zu vergleichen und die Bedingungen im Detail zu prüfen, da diese je nach Veranstalter erheblich variieren können.