Bei dieser Szene verletzte Bilal El Khannouss Louis Lemke unabsichtlich - mit schweren Folgen für den Hamburger.
Von Philipp Maisel
Stuttgarts Bilal El Khannouss und Hamburgs Youngster Louis Lemke, unlängst erst 17 Jahre jung geworden, lieferten sich über weite Strecken der Partie ein intensives Duell. Mit klaren Vorteilen für den Marokkaner, der bis zu seiner Auswechslung in der 67. Minute nicht nur statistisch gesehen, sondern auch in der Meinung vieler Experten der beste Mann auf dem Platz war.
Das Duell hinterließ Spuren. Zum einen bei El Khannouss, der nach der Partie leicht humpelnd durch die Katakomben schlurfte. Zuvor hatte er 7,63km in der Partie abgerissen, 71 Prozenz seiner Zweikämpfe gewonnen und sich in zwei seiner drei Dribblings durchgesetzt, dazu einen kombinierten xG & xA-Wert von 0,85 aufgelegt. Schmerzen an der Ferse verspürte er auf Nachfrage jedoch nicht.
So ging es laut eigener Aussage auch Louis Lemke. Der Hamburger wurde von exakt jener Ferse unabsichtlich im Gesicht getroffen. Der Außenverteidiger gab aber schnell Entwarnung: „Ich habe auch keine Schmerzen, alles völlig okay.“
Passiert war alles bei einer Grätsche Lemkes gegen El Khannouss, die der Marokkaner geschickt übersprang - doch dabei traf er Lemke mitten im Gesicht. Der Hamburger wurde kurz an der Seitenlinie behandelt, konnte aber weitermachen. Und zeigte nach der Begegnung Sportgeist. „Ich habe morgen direkt einen Zahnarzt-Termin, dann geht das wieder“, grinste Lemke mit nur noch einem halben Schneidezahn und dennoch guter Laune nach Abpfiff.
Außerdem hatte er noch was vor. Es ging für ihn jedoch nicht auf die Piste zum Feiern, schließlich ist er noch nicht einmal volljährig. Sondern auf die Couch: „Ich will noch Fifa spielen“, sagte er. „Sonst passiert nichts mehr Besonderes.“
HSV-Coach Merlin Polzin und VfB-Trainer Sebastian Hoeneß begrüßen sich vor dem Duell im Volksparkstadion.
Stimmungsvolle Kulisse im Volksparkstadion: Beide Fanlager beeindrucken vor dem Anpfiff mit Choreografien, die VfB-Fans zünden zusätzlich Pyrotechnik.
Schals hoch für den HSV: Die Fans des Hamburger SV stimmen sich im Volksparkstadion lautstark auf das Duell mit dem VfB Stuttgart ein.
VfB-Mittelfeldspieler Angelo Stiller steigt im Luftduell zum Kopfball, während HSV-Spieler Martin Adeline versucht, den Ball abzufangen.
Hamburgs Fábio Vieira behauptet den Ball gegen die VfB-Profis Finn Jeltsch (links) und Atakan Karazor.
VfB-Stürmer Ermedin Demirović im Zweikampf mit Nicolas Capaldo, HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes rückt zur Hilfe heraus.
Stark pariert: VfB-Keeper Dennis Seimen macht den Abschluss von Hamburgs Fábio Vieira zunichte.
VfB-Offensivmann Bilal El Khannouss im Duell mit HSV-Spieler Louis Lemke.
Bornauw gewinnt das Kopfballduell gegen Karazor und Vagnoman – Seimen pariert anschließend stark.
VfB-Stürmer Ermedin Demirović im Zweikampf mit Hamburgs Yussuf Poulsen. Seine beste Torchance hatte Medo in der 27. Minute, als sein Abschluss nach einem HSV-Ballverlust am Außennetz landete.
VfB-Kapitän Deniz Undav trifft in der 38. Minute den Pfosten – nach einem Doppelpass mit Jamie Leweling fehlt nur Zentimeter zum Führungstreffer.
Zum Haare raufen: Atakan Karazor schlägt nach einer vergebenen Torchance die Hände hinter dem Kopf zusammen.
Miro Muheim lässt den Volkspark in der 88. Minute mit einem Traumtor aus 25 Metern in den rechten Winkel explodieren und bringt den Hamburger SV mit 1:0 in Führung.
Nach seinem Traumtor springt Miro Muheim jubelnd in die Luft und lässt sich von den HSV-Fans feiern.
Verletzung Louis Lemke: Der Hamburger wird an der Seitenlinie behandelt