VfB Stuttgart

„Willkommen in der Brutalität“ – Sammer äußert sich zu Undav

Der frühere Nationalspieler spricht in einem Talk darüber, was er davon hält, dass der neue Bundestrainer Jürgen Klopp den Stürmer nicht berufen hat. Rückendeckung sieht anders aus.

„Willkommen in der Brutalität“ – Sammer äußert sich zu Undav

Meinungsstark: Matthias Sammer spricht gerne über Fußball und schaut aktuell auf die Nationalmannschaft.

Von Carlos Ubina

Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich in Herzogenaurach auf die nächsten Länderspiele vor. Dabei sind aktuell zwei Fußballprofis des VfB Stuttgart dabei: Josha Vagnoman und Chris Führich. Später schlagen noch Finn Jeltsch und Maximilian Mittelstädt in Herzogenaurach auf. Nicht dabei ist Deniz Undav – und dennoch bewegt der Stürmer die Gemüter. Nun hat sich der frühere Nationalspieler Matthias Sammer dazu geäußert, warum er es gut findet, dass der neue Bundestrainer Jürgen Klopp den 30-Jährigen diesmal nicht berücksichtigt hat.

Sammer, der als TV-Experte und Berater von Borussia Dortmund fungiert, hat im Podcast „Sammer & Basile – der Hagedorn-Talk“ über Undav gesprochen. Zunächst grundsätzlich. „Jürgen Klopp hat eine gewisse Idee, wie er Fußball spielen möchte und welche Spieler er dazu braucht. Laufstark, Intensität, sofortige Reaktion bei Ballverlust“, sagte Sammer. Was im Zusammenhang mit dem VfB-Star die Frage aufwirft, ob Undav diese Fähigkeiten für die Nationalmannschaft nicht mitbringt.

„Zumindest kann man das infrage stellen“, meinte Sammer. „Stand jetzt hätte ich ihn nicht nominiert. Stand jetzt! Ich würde ihn aber sehr im Auge behalten, weil er dir mit seinen Qualitäten irgendwann, wenn du in der Box Themen hast, helfen kann. Und deshalb zusammengefasst: Ich hätte ihn nicht nominiert und gleichzeitig aber mit dem Trainer, mit ihm, das Gespräch gesucht, um zu sagen, das ist eine Momentaufnahme“, führte der 59-Jährige weiter aus.

Im Grunde hat Klopp kommuniziert, es genau so handhaben zu wollen. Für Undav, der noch nicht in Bestform ist, besteht weiterhin die Chance, sich über den VfB für die Nationalelf zu empfehlen – mit Toren und guten Leistungen. Dennoch zeigte sich der Angreifer zunächst enttäuscht darüber, nicht zu den 44 von Klopp auserwählten Spielern zu zählen, welche erst die Nations-League-Partien in den Niederlanden an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) und danach am Sonntag in Augsburg gegen Griechenland bestreiten. Im zweiten Block der Abstellungsperiode geht es am 1. Oktober in München gegen Serbien und am 4. Oktober in Thessaloniki gegen Griechenland.

Vier Stürmer (Kai Havertz und Younes Ebnoutalib sowie Nick Woltemade und Jonathan Burkardt) hat Klopp dafür berufen. Einen Bonus nach der WM hat Undav beim Nachfolger von Julian Nagelsmann nicht erhalten. „Gerade, weil ich mir gedacht habe, dass ich mir zuletzt einen Puffer aufgebaut habe mit der WM und durch die Spiele allgemein im Nationaldress. Das ist anscheinend wieder nicht der Fall“, sagte Undav nach der 0:1-Niederlage gegen den BVB.

„Willkommen im Leben, Willkommen im Leistungssport, Willkommen in der Brutalität, auch bei Veränderungen. Willkommen, ein neuer Trainer und letztendlich, wenn du Kredite willst, musst du zur Bank gehen. Alles andere musst du dir neu erarbeiten. Jürgen Klopp ist, und ich liebe das, im Leistungssport nicht kompromissbereit. Er ist kompromisslos. Er hat vielleicht ein Signal gesetzt, ob richtig oder falsch, wissen wir alle nicht“, kam nun Sammers Replik auf die Aussagen des VfB-Stürmers.