Schnee und Glätte im Südwesten

Wintereinbruch sorgt für Unfälle und Verkehrsbehinderungen in Baden-Württemberg

Schnee, Glätte und Ausfälle: Heftiger Schneefall hat Baden-Württemberg zum Wochenstart fest im Griff. Wie geht es nun weiter?

Wintereinbruch sorgt für Unfälle und Verkehrsbehinderungen in Baden-Württemberg

Der DWD sagte mögliche deutliche Einschränkungen im Straßenverkehr und bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben hervor.

Von red/dpa/lsw

Baden-Württemberg ist nach einer schneereichen und glatten Nacht winterlich in die neue Woche geschlittert. Abgesehen von mehreren Leichtverletzten, einem Millionenschaden durch Unfälle und Verspätungen sowie Ausfällen verlief die Rückkehr von Schnee und Eis in Baden-Württemberg noch glimpflich. In anderen Bundesländern fiel dagegen der Präsenzunterricht aus, Verkehrsbetriebe kapitulierten dort vor dem Schneetreiben.

Bis zum Morgen war im Südwesten vor allem das Gebiet zwischen Stuttgart und Ulm betroffen. Zahlreiche liegen gebliebene Lastwagen blockierten Autobahnen, Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz, Autos stauten sich, Straßen wurden stundenlang gesperrt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Schwere Unfälle gab es aber nach Polizeiangaben nicht.

Entspannung im Laufe der Nacht

Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Wetterlage wieder etwas. Eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Regierungsbezirke Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen wurde am frühen Morgen aufgehoben.

Der DWD sagte dennoch mögliche deutliche Einschränkungen im Straßenverkehr und bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben hervor. Allerdings steht ein Wetterwechsel an, die Temperaturen steigen, es wird Regen erwartet. In den Niederungen sei dann „nichts mehr mit Schnee“, hieß es.

Viele Unfälle in mehreren Regionen

Im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm zählten die Einsatzkräfte bis zum Morgen mehr als 50 Unfälle, danach kam es noch zu ein paar Zwischenfällen. „Unfälle über Unfälle“, sagte ein Sprecher über die Ereignisse am Sonntagabend und in der Nacht. Der Schaden summiert sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Auch im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Reutlingen wurden mehr als 100 Unfälle gezählt. „Glücklicherweise blieb es bis auf einen Verkehrsunfall ersten Erkenntnissen nach bei Blechschaden, der sich jedoch einer ersten Schätzung nach auf weit mehr als eine halbe Million Euro beläuft“, teilte die Polizei mit. In 17 Fällen rückten Beamte und Abschlepp-Unternehmen aus, um im Schnee liegengebliebenen Autofahrern zu helfen.

Schneeglätte und querstehende Lastwagen sorgten auch in den Regionen Heilbronn und Ludwigsburg für zahlreiche Einsätze. In Heilbronn registrierte die Polizei mehr als 70 Unfälle, zwei Menschen wurden verletzt. Am Weinsberger Kreuz war die Fahrbahn zeitweise komplett blockiert.

Bereits am Sonntagabend wurden auf der Autobahn 8 am Nordrand der Schwäbischen Alb nahe Aichelberg mehrere Fahrzeuge abgeschleppt. Streufahrzeuge und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz. Im Raum Göppingen und im nördlichen Alb-Donau-Kreis waren die Einsatzkräfte ebenfalls bis in den frühen Morgen im Schneetreiben unterwegs.

Viele Einsätze auf der Ostalb

Im Gebiet des Polizeipräsidiums Stuttgart blieb die Lage zwar vergleichsweise ruhig, dennoch nahm die Polizei rund 70 Einsätze infolge von Glätte auf. „Die Situation hat sich über Nacht deutlich entspannt“, sagte eine Sprecherin.Das Polizeipräsidium Aalen nahm 65 wetterbedingte Unfälle mit drei Leichtverletzten und einem Schaden von rund 450.000 Euro auf. Unter anderem krachte es im Rems-Murr-Kreis 44 Mal, in der Ostalb 15 Mal – jeweils mit mehreren Leichtverletzten. Im Landkreis Schwäbisch Hall kam es zu sechs Unfällen, verletzt wurde dort niemand.

Auch Busse und Bahnen betroffen

Wer am Morgen wegen des Schneetreibens auf den Bahnverkehr in der Region Stuttgart und in Ulm umsteigen wollte, wurde ebenfalls etwas ausgebremst. In Ulm und Neu-Ulm waren zwar am Morgen wieder die meisten Linien unterwegs, jedoch fahren die Busse nach Angaben der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) mit Verspätungen. Ausfälle gab es vor allem auf den Linien 2 und 5.

Wegen der winterlichen Straßenverhältnisse waren schon am Wochenende mehrere Linien zeitweise eingestellt oder verkürzt worden, außerdem wurde der Betriebsschluss auf einigen Linien vorgezogen. Schwerere Zwischenfälle gab es laut SWU nicht. Mehrere Busse hatten sich jedoch festgefahren und wurden geborgen. 

S-Bahn-Verkehr stark eingeschränkt

In Stuttgart traf es den S-Bahn-Verkehr. Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) meldete witterungsbedingt Ausfälle und Verspätungen auf sämtlichen S-Bahn-Linien. Unter anderem konnten mehrere Weichen nicht bedient werden. „Ein reibungsloser Betriebsstart kann nicht gewährleistet werden“, teilte der VVS mit. Die S-Bahnen sollten den ganzen Tag über nur im 30-Minuten-Takt fahren, weitere Verzögerungen und Ausfälle waren möglich. 

Auch der Regionalverkehr war von den winterlichen Bedingungen betroffen. „Gänzlich spurlos geht das Wetter auch an den Regionalzügen nicht vorbei“, so ein Sprecher des Verbunds. Die Stuttgarter Stadtbahnen hingegen rollten laut VVS planmäßig, auch der Busverkehr blieb weitgehend stabil – lediglich kleinere Verspätungen wurden gemeldet.

Nur geringe Beeinträchtigungen am Flughafen

Am Flughafen der Landeshauptstadt sorgten die Schneefälle nur für wenig Einschränkungen. Seit Betriebsstart um 6.00 Uhr morgens seien fünf Flüge mit etwa 10 bis 15 Minuten leicht verspätet gewesen, sagte eine Sprecherin. Ein Zubringerflug nach Frankfurt sei gestrichen worden. Am Sonntagabend wurde der Sprecherin zufolge die Landebahn zweimal kurzzeitig gesperrt, um den Schnee zu räumen. Größere Verzögerungen habe es nicht gegeben.

Die Sprecherin des Flughafens ging davon aus, dass im Laufe des Tages wegen des Wetters voraussichtlich keine weiteren Verspätungen dazukommen dürften. Für den Montag waren 150 Starts und Landungen am größten Flughafen in Baden-Württemberg geplant.