Ministerpräsident geht

Zum Abschied lässt Hoch „Winfried“ die Sonne strahlen – Zufall?

Winfried Kretschmann verabschiedet sich als Ministerpräsident von Baden-Württemberg – und das Wetter spielt mit. Doch wer steckt hinter dem Hoch „Winfried“?

Zum Abschied lässt Hoch „Winfried“ die Sonne  strahlen –  Zufall?

Strahlender Abgang für Kretschmann: Über das Wetter in Stuttgart kann sich der Landesvater nicht beschweren.

Von Michael Bosch

An diesem Mittwoch wird Winfried Kretschmann als Ministerpräsident von Baden-Württemberg verabschiedet. Über dem Ländle strahlt dabei die Sonne – und das Hoch, das das Traumwetter beschert, trägt ausgerechnet den Namen „Winfried“. Zufall?

Nicht ganz, denn die Namen für die Hochs (und Tiefs) kann man kaufen. Im Staatsministerium hat das aber offenbar niemand veranlasst. Man sei selbst überrascht gewesen, dass das Hoch, das derzeit zwischen Schottland und Skandinavien liegt, den Namen trägt, hieß es von dort.

Wer hat dem Hoch „Winfried“ seinen Namen gegeben?

Wer war also der Namensgeber? Vielleicht Ehegattin Gerlinde, die ihrem Winfried zum Abschied ein besonderes Geschenk machen wollte? Oder ein anderer Sympathisant? Was aber, wenn das Hoch zum Abschied Sauwetter beschert hätte, ihn vielleicht sogar richtig gehend verhagelt hätte? Fragen über Fragen.

Anruf beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Ja, die Namen für Hochs und Tiefs könne man kaufen, sagt Sprecherin Annette Friese, „und wir nehmen das natürlich zur Kenntnis“. Aber der DWD habe damit nichts zu tun. „Das ist natürlich eine schöne Koinzidenz. Die Welt der Zufälle hält manchmal auch schöne Zufälle bereit.“

Tatsächlich ist das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin für die Namensgebung zuständig. Dort gibt es seit geraumer Zeit die Aktion Wetterpate. Mit dem Geld, das Menschen zahlen, damit ein Hoch/Tief nach ihnen (oder anderen) benannt wird, wird eine 24 Stunden-Wetterbeobachtung an der Station Berlin-Dahlem gesichert – und so auch ein Beitrag zur Ausbildung der Studierenden geleistet. Auf der Internetseite der Aktion sind die aktuellen und vergangenen Namenspaten vermerkt.

Wann Hochs männliche Namen tragen – und wann weibliche

Demnach ist das aktuelle Hoch nach einem Winfried benannt, der mit Nachnamen aber nicht Kretschmann, sondern Bauer heißt. Dass das Hoch Winfried heißt ist also insofern kein Zufall, dass es ein Winfried so wollte. Dass er Namensvetter des scheidenden Landesvaters von Baden-Württemberg ist, ist sehr wohl Zufall.

Und noch ein Faktor kommt zum Tragen, auf den niemand Einfluss nehmen kann: Ob die Hochs und Tiefs weibliche oder männliche Namen erhalten, ist abhängig vom Jahr. In Jahren mit geraden Jahreszahlen bekommen Tiefdruckgebiete weibliche Namen und Hochdruckgebiete männliche Namen. In Jahren mit ungeraden Jahreszahlen ist es umgekehrt.