Staatsgalerie Stuttgart

Zwischen Magie und Analyse: „Über Kunst“-Debatte zum Fotosommer Stuttgart

Herausragende Persönlichkeiten der Kunstszene präsentiert die Dialogreihe „Über Kunst“ unserer Zeitung in der Staatsgalerie Stuttgart. Am 15. Juli geht es weiter.

Zwischen Magie und Analyse: „Über Kunst“-Debatte zum Fotosommer Stuttgart

Diskutieren am 15. Juli in unserer Dialogreihe „Über Kunst“ in der Staatsgalerie Stuttgart: Verleger Markus Hartmann, Künstlerin Ricarda Roggan und Kurator Bertram Kaschek

Von Nikolai B. Forstbauer

Herausragende Persönlichkeiten der Kunstszene präsentiert die Dialogreihe „Über Kunst“ unserer Zeitung in der Staatsgalerie Stuttgart. Gäste am Mittwoch, 15. Juli (Beginn 19 Uhr), sind: Ricarda Roggan, international bekannte Fotokünstlerin und Professorin für Fotografie an der Kunstakademie Stuttgart; Markus Hartmann, Verleger und Kurator; Bertram Kaschek, Kurator der Staatsgalerie Stuttgart für Deutsche und Niederländische Kunst vor 1800 (Kunst auf Papier) sowie Mit-Lenker der Staatsgalerie-Fotokunst-Bühne „The Gällery“. Sie können dabei sein.

Der Kunststandort Stuttgart erlebt eine ständig wachsende Bedeutung der Kunst mit Fotografie. Beflügelt nicht zuletzt durch die Ausbildungsangebote der Kunstakademie Stuttgart sowie der Merz-Akademie und der Hochschule der Medien, aber auch durch den Erfolg der Fotokunstbühne „The Gällery“ der Staatsgalerie Stuttgart, glänzen Privatgalerien wie Uno Art Space, Kernweine, Leica Galerie und Hartmann Projects.

„Über Kunst“-Abend zum Fotosommer Stuttgart 2026

Deutlich Rückenwind gibt dies auch dem 2002 als Forum „Junge Fotografie in Stuttgart“ gestarteten, alle zwei Jahre stattfindenden Festival „Fotosommer Stuttgart“. Der Blick auf 2024 zeigt: Mehr als 18.000 Menschen erlebten zum Thema „Transformation“ die zentrale Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart sowie mehr als 25 Ausstellungen im Stadtraum.

Auch in diesem Jahr findet die jurierte Hauptausstellung zum Fotosommer Stuttgart in der Staatsgalerie Stuttgart statt. Bertram Kaschek kuratiert die Schau mit 23 Positionen zum Thema „Unordnung“. Mehr als 250 Bewerbungen hatte es für die finale Jury-Auswahl gegeben. Und Kaschek sagt vorab: „Es wird deutlich, dass Unordnung nicht durchweg als sichtbares Phänomen auftritt, sondern sich bisweilen auch unter einer streng geordneten Oberfläche verbirgt.“ Für Bertram Kaschek gilt: „Fotografie kann beides: Zustände offenkundiger Unordnung ins Bild bannen und unterschwellige Formen von Unordnung spürbar machen.“

Eröffnet wird die Ausstellung am 17. Juli. Bereits zwei Tage zuvor können Sie mit unserer Zeitung in den Fotosommer Stuttgart 2026 starten – mit einem Abend in unserer Dialogreihe „Über Kunst“ in der Staatsgalerie Stuttgart.

„Über Kunst“-Abend mit Kunstakademie-Professorin Ricarda Roggan

Mit auf der Bühne ist der Verleger und Kurator Markus Hartmann. Zur Gesamtszenerie der Fotografie in Stuttgart sagt Markus Hartmann, der gemeinsam mit seiner Frau Angelika Hartmann in Stuttgart (Liststraße 28/1) den Verlag Hartmann Books und den Ausstellungsraum Hartmann Projects betreibt: „Bis zur Eröffnung von The Gällery – Raum für Fotografie in der Staatsgalerie gab es keine feste institutionelle Ausstellungsfläche in der Stadt, in der mit „Film und Foto“ 1929 eine der wichtigsten und bahnbrechendsten Fotoausstellungen des 20. Jahrhunderts ihre Premiere hatte.“ „Daher“, sagt Hartmann weiter, „sind Projekte wie der Fotosommer umso wichtiger, um dem Medium an sich und der künstlerischen Fotografie im Besonderen einen größeren Auftritt in der Stadt zu geben“. Und er fügt hinzu: „Zudem ja die sozialen Medien immer bild- und filmlastiger werden, da schadet eine gewisse Grundbildung in Sachen Fotografie nicht.“

„Unordnung“ ist das Leitmotiv für den mit nun mehr als 30 Ausstellungen – vom Atelier Lerchenstraße bis hin zum Züblin-Parkhaus – weiter gewachsenen Fotosommer Stuttgart 2026. Zu den spektakulärsten Präsentationen dürfte die Schau „Vollgepackt“ im Kunstverein Wagenhalle gehören. 2024 reiste Alwin Maigler in einem historischen Mercedes-Benz entlang des sogenannten „Heimatwegs“ türkisch-deutscher Migrantinnen und Migranten und dokumentierte als Auftragsarbeit für die Mercedes-Benz Art Collection und in Kooperation mit dem Mitarbeitenden-Netzwerk Turkish Employee Network Begegnungen mit Menschen, Orten und deren Geschichten. Eröffnung im Kunstverein Wagenhalle ist am 9. Juli um 18.30 Uhr.

„Über Kunst“-Abend als Debatte über den Kunststandort Stuttgart

Braucht die Kunst mit Fotografie mehr Unordnung? Ist „Unordnung“ eine mögliche Haltung, um in der Flut der durch Künstliche Intelligenz erzeugten Bilder bestehen zu können? Welche Rolle spielen für die Kunst mit Fotografie öffentliche Sammlungen und Museen und deren Allianzen mit Privatgalerien und Verlagen? Und natürlich: Müssen Künstlerinnen und Künstler im Feld der Kunst mit Fotografie noch bewusster mit dem Gegenspiel von Magie und Analyse umgehen? Und – was fehlt am Kunststandort Stuttgart für den nächsten Sprung in der Kunst mit Fotografie? Über diese und andere Fragen sprechen wir in unserer Dialogreihe „Über Kunst“ in der Staatsgalerie Stuttgart am Mittwoch, 1. Juli, mit Ricarda Roggan, Markus Hartmann und Bertram Kaschek.

„Als letzten Moment der Befragung“ sieht Ricarda Roggan ihren Umgang mit Räumen und Dingen. Deutlich wird dieser Gedanke in einer Werkserie, die aktuell in der Ausstellung „Das kalte Herz“ des Kunstmuseums Stuttgart im Kunstgebäude am Schlossplatz in Stuttgart zu sehen ist. Roggan gibt in den „Apokryphen“ Gegenständen, die im Deutschen Literaturarchiv in Marbach zu dem Autor Wilhelm Hauff (1802-1827) gelagert sind, mit scheinbar einfachen Mitteln eine neue, zugleich dem Werk Hauffs geltende Relevanz. Ist dieses Vorgehen, wie von Roggan mit intendiert, auch politisch? Auch darüber werden wir am 15. Juli bei „Über Kunst“ in der Staatsgalerie Stuttgart sprechen.

Kunst mit Fotografie. Zwischen Magie und Analyse ist das Thema unseres „Über Kunst“-Abends am 15. Juli in der Staatsgalerie Stuttgart (Vortragssaal Stirlingbau). Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr). Eine Anmeldung ist erforderlich – unter www.zeitung-erleben.de/ueberkunst.