Der Trend zum Abitur ist ungebrochen

Im Rems-Murr-Kreis wächst der Anteil der Schulabgänger, die ein Gymnasium absolvieren

BACKNANG/WAIBLINGEN (zds). Welcher Schulabschluss macht das Rennen? An den allgemeinbildenden Schulen im Rems-Murr-Kreis beendeten im Sommer 2015 die meisten ihre Schulzeit mit dem Realschulabschluss in der Tasche. Insgesamt 2400 erreichten die mittlere Reife, das waren 53,1 Prozent aller 4522 Schulabgänger im Kreis.

Derzeit bereiten sich viele künftige Schulabgänger auf ihre Abschlussarbeiten und das Abitur vor. Die Bildungsstatistiker haben inzwischen die Datenauswertung fürs Jahr 2015 abgeschlossen und liefern genaue Daten über das Bildungsgeschehen. Eine Abiturientenschwemme ist nur an vereinzelten Standorten ein Thema. Unterm Strich schlossen bundesweit die meisten Schüler mit der mittleren Reife ab – insgesamt 370200 oder rund 44 Prozent aller Schulabgänger, verrät die Statistik. Gleichwohl setzt sich der Trend zu möglichst guter Bildung fort: Mehr als jeder dritte Schulabgänger (34 Prozent) im Bund hat inzwischen bereits das Abitur in der Tasche. Anderthalb Jahrzehnte zuvor – im Jahr 2000 – lag der Abiturienten-Anteil im Bundesgebiet noch bei rund 25 Prozent, also bei einem Viertel. Der Hauptschulabschluss verliert demgegenüber mehr und mehr an Beliebtheit und Bedeutung: So schrumpfte die Abgängerzahl von Schülern mit Hauptschulabschluss von damals 25 Prozent auf mittlerweile rund 17 Prozent.

Zoomt man von der bundesweiten auf die lokale Entwicklung, zeigt sich: Der Trend zum Abitur ist auch im Rems-Murr-Kreis sichtbar. Während sich die allgemeine Absolventenzahl an den Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien vom Sommer 2000 bis zum Sommer 2015 um 3,7 Prozent von 4359 auf insgesamt 4522 Schüler erhöhte, erhöhte sich gleichzeitig die Abiturienten-Zahl um 291 oder 32,2 Prozent. Der entsprechende Schulabgänger-Anteil erreichte zuletzt mit 1196 Abiturienten rund 26,4 Prozent.

Nicht alle Schulabgänger zählen zur Gewinnerseite. Die Schulstatistik wertet für den Rems-Murr-Kreis den Bildungserfolg von insgesamt 4522 Schulabgängern von allgemeinbildenden Schulen (ohne berufliche Schulen) aus. Sie alle besuchten also beispielsweise eine Hauptschule, Realschule oder ein Gymnasium. 213 von ihnen (4,7 Prozent) beendeten ihre Schulzeit ohne Abschluss. In dieser Summe enthalten sind allerdings auch Förderschüler, die nie einen Hauptschulabschluss anstreben konnten. Ihren Hauptschulabschluss bestanden haben im Kreis 683 Schüler, umgerechnet also 15,1 Prozent aller Absolventen. 394 Hauptschulabsolventen waren männlich (57,7 Prozent). Die mittlere Reife erreichten rund 53,1 Prozent der Schulabgänger. Unter diesen 2400 erfolgreichen Realschülern waren 1215 weibliche Absolventinnen (50,6 Prozent.) Die allgemeine Hochschulreife (ohne Fachabitur) erlangten schließlich 1196, also rund 26,4 Prozent aller Schulabgänger. Die Frauenquote lag bei 57,1 Prozent.

Nach der Schulzeit ist vor der Schulzeit: Nicht alle Mädchen oder Jungs kehrten im Sommer 2015 der Schulbank endgültig den Rücken. Viele wechselten anschließend an berufliche Schulen und holen nun dort ihren Abschluss nach oder wollen sich bis zur Hochschulreife hocharbeiten. Je nach Bildungsplan brüten die vielleicht gerade über der nächsten Abschlussprüfung.