Beste Bedingungen für eine bewegte Pause

Ehrenamtlich umgestalteter Niederseilklettergarten am Murrhardter Heinrich-von-Zügel-Gymnasium eingeweiht

Mit Blick auf den neuen Niederseilklettergarten am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium könnte man sagen, was lange währte, ist nun gut gelungen. Voller Begeisterung probieren etliche Gymnasiasten einige Geräte ihrer neuen Pausenattraktion aus: einen schwingenden Balken, runde Trittflächen, die mit Seilen verbunden sind, eine Hängebrücke, einen Schwebebalken und eine Folge von Vertikalseilen. Zudem kann noch ein Balancierseil gespannt werden.

Eroberung des Niederseilklettergartens: Die ersten Balancierkünste machen ganz offensichtlich Spaß.

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Pünktlich zum festgesetzten Termin für die Einweihung des neuen Niederseilklettergartens auf der Wiese zwischen dem unteren Pausenhof und der Trauzenbach-Sporthalle hört der Regen auf, der Himmel wird leuchtend blau und die Sonne strahlt. Oberstudiendirektor und Schulleiter Henning Zimmermann und Stadtrat Martin Stierand, stellvertretender Vorsitzender des Erlebnispädagogik-Vereins experience, der den ehemaligen Hochseilklettergarten baute und betrieb, schneiden symbolisch das Band durch und geben die Kletter- und Balanciergeräte für die Schüler frei.

„Der Niederseilklettergarten ist eine tolle Sache fürs Heinrich-von-Zügel-Gymnasium und wertet das Schulgelände auf, da er die Schüler zu einer bewegten Pause motiviert“, hebt Zimmermann hervor. „Wir sind froh, dass der Verein experience und der Freundeskreis den ehemaligen Hoch- zum Niederseilklettergarten umgestaltet haben“, verdeutlicht der Schulleiter. Mit kleinen Präsenten dankt er Martin Stierand und Marc Millenet, dem Vorsitzenden des Freundeskreises des Gymnasiums, der dabei selbst auch tatkräftig mit anpackte.

Den Umbau koordinierte und managte der Freundeskreis als Förderverein des Gymnasiums, und die handwerklichen Arbeiten habe man komplett ehrenamtlich an insgesamt zwei vollen Arbeitstagen im Frühjahr gestemmt, erzählt Marc Millenet. Die Hauptarbeit leisteten dabei Fachkundige des Vereins experience – der Vorsitzende Jochen Klenk, Stellvertreter Martin Stierand, Zimmermann Alfred Wurst und Schreiner Thomas Adam. „Wir haben die Geräte des Hochseilgartens einfach niedriger gehängt, damit sie den Vorschriften für Spielplatzgeräte entsprechen“, erläutert Stierand.

Beim Projekt und Umbau stand Harald Britsch, Hochbauamtsleiter des Stadtbauamts, dem Umbauteam mit Rat und Tat zur Seite. „Er hat die Überprüfung des Niederseilklettergartens durch den Tüv organisiert, die im Rahmen der Abnahme aller städtischen Spielplätze erfolgte“, erklärt Marc Millenet. Dadurch betrugen die Tüv-Gebühren, die der Freundeskreis übernahm, lediglich etwa 60 Euro. Kurz blickt Martin Stierand zurück auf die Geschichte der Anlage. „Vor 14 Jahren stellte die Stadt dem Verein experience das Gelände zur Verfügung, für den Bau und Betrieb des Hochseilklettergartens“, was mit viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden gewesen sei. Bis 2012 habe der Verein die Anlage betrieben, wobei das Team an Wochenenden zahlreiche Gruppen beim Klettern anleitete, das auch dazu diene, Angst abzubauen und Vertrauen zu entwickeln. Doch als immer mehr Teammitglieder Familien gründeten und wegzogen, sei der Verein nicht mehr in der Lage gewesen, die erforderliche Betreuung zu leisten. Über zwei Jahre habe man nach einem Nachfolgebetreiber gesucht, doch leider erfolglos, bedauert Stierand. Darum hatte die Stadt die Entscheidung getroffen, dass die Anlage komplett abzubauen sei (wir berichteten).

Als man sich daraufhin im Verein experience Gedanken gemacht habe, ob es dazu eine Alternative gäbe, sei zum Glück die Idee entstanden: „Wir machen aus dem Hoch- einen Niederseilklettergarten“, wobei der Freundeskreis Pate stand. Alle Kletterinstallationen sollten weitestgehend ohne Gefahr benutzbar sein und so den Spielgeräten auf öffentlichen Spielplätzen entsprechen, zudem werde die umgebaute Anlage dann an die Stadt Murrhardt übergeben. Der Gemeinderat stimmte dieser Nutzungsänderung zu, worauf die Umbauarbeiten erfolgten, und die Tüv-Abnahme im Mai habe Harald Britsch für die Stadt begleitet, erzählte der Vize-Vorsitzende.

Martin Stierand taufte die Anlage „HvZ NSG 2017“: „Lebe lange, diene den Kindern zur Freude, dass sie auf dir turnen, Selbstgefühl entwickeln, Ermutigung erfahren – und nicht herunterfallen! Und wenn doch, dann weich“, nämlich ins Gras. Den Schülern wünschte er viel Vergnügen mit der Anlage und dass sie stets in Balance bleiben. Nach Auskunft von Henning Zimmermann dürfen die Schüler nun den Niederseilklettergarten in den Pausen mit Begleitung der Pausenaufsicht benutzen, wofür es sonst keine speziellen Regelungen gibt. Die Anlage sei nun ein weiterer öffentlicher Spielplatz der Stadt, ergänzt stellvertretender Schulleiter Ernst Morlock.