„An einen Abstieg denken wir nicht“

Das Interview: Jochen Bartels, der sportliche Leiter der HCOB-Handballer, glaubt felsenfest ans Team und den Drittliga-Verbleib

Hinter den Drittliga-Handballern des HCOppenweiler/Backnang liegt eine verkorkste Vorrunde. Der sportliche Leiter Jochen Bartels spricht über die Gründe und richtet den Blick nach vorne. Mit einem Sieg im Kellerduell, zu dem der Vorletzte (7:23 Punkte) heute um 20 Uhr den Drittletzten aus Dansenberg (9:21) erwartet, soll die Trendwende eingeleitet werden. Vom rettenden viertletzten Platz trennen den HCOB drei Zähler.

Hat klare Erwartungen an die HCOB-Handballer um Torwart Thomas Fink: Der sportliche Leiter Jochen Bartels. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Zwölfter in der ersten Drittligasaison, Neunter in der zweiten Runde – und nun Vorletzter zur Halbzeit. Was waren in Kürze die Hauptgründe für die missratene Vorrunde?

Wir waren in den entscheidenden Situationen oft schlechter und haben es unseren Gegnern dann auch zu leicht gemacht. Oftmals waren es die einfachen individuellen Fehler, die uns Siege gekostet haben. Mittlerweile ist das aber ausreichend durchdiskutiert. Wir haben besprochen, was besser werden soll. Wir schauen jetzt nur noch nach vorne und wollen raus aus der Abstiegszone.

Immer wieder waren auch verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen, die personellen Alternativen waren stellenweise rar. War da einfach nur viel Pech im Spiel oder war der Kader von Anfang an auf Kante genäht?

Wir haben sicher nur selten komplett gespielt. Die Frage, ob wir in permanenter Bestbesetzung mehr Punkte erobert hätten, bleibt hypothetisch und damit unbeantwortet. Kornwestheim hatte zum Beispiel kaum Verletzte und führt die Tabelle an. Dass es aber auch klappen kann, einige Ausfälle zu kompensieren, bewies das Beispiel der HG Oftersheim/Schwetzingen, die als Vierter dennoch oben mitmischt. Fakt ist, um nach vorne zu blicken: Es wäre wünschenswert, in der Rückrunde maximal oft komplett zu sein.

Warum haben die Nachwuchstalente Niklas Hug, Dominik Koch und Felix Raff bislang trotz allem keine große Rolle gespielt?

Der Plan bei Niklas und Dominik war von Anfang an, und so wird er auch umgesetzt, dass sie regelmäßig mittrainieren und auf Dauer den Sprung in die erste Mannschaft schaffen können. Das läuft gut, beide waren auch schon dabei. Sie machen eine gute Entwicklung. Dass es bei permanent engen Spielen schwierig ist, ihnen mal ein paar Minuten Einsatz zu ermöglichen und sie entspannt reinwachsen zu lassen, ist – auch wenn es wünschenswert wäre – natürlich klar. Bei Felix liegt der Fokus mit dem Doppelspielrecht auf der Bittenfelder A-Jugend – das war so besprochen, viele Termine haben sich überschnitten. Für die Rückrunde sieht es besser aus und wir hoffen, dass er öfter dabei sein wird.

Sie haben dem oftmals üblichen Mechanismus getrotzt und trotz der Talfahrt an Trainer Matthias Heineke festgehalten. Warum?

Weil er ein richtig guter Trainer ist, weil er sich hervorragend einbringt und weil wir davon überzeugt sind, dass wir mit ihm aus dem Keller kommen.

Wie lief die kurze Vorbereitung auf die heute beginnende Rückrunde und was macht Sie zuversichtlich, die Rettung zu schaffen?

Die Jungs ziehen an einem Strang. Wir haben viel an der Abwehr gearbeitet. Jeder muss ein paar Prozent mehr aus sich herausholen, sich im Training und im Spiel für den Nebenmann und Mitspieler aufopfern und dahin gehen, wo es wehtut. Dann holen wir auch die nötigen Punkte, um da unten herauszukommen.

Wäre eine Niederlage im heutigen Kellerduell in eigener Halle gegen den TuS 04 Dansenberg überhaupt noch gutzumachen?

Es würde dann nicht leichter werden, aber natürlich wäre auch noch nichts verloren. Umgekehrt wissen wir, dass auch ein Sieg nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wäre. Trotzdem wollen wir auf jeden Fall gewinnen.

Was würde ein Abstieg für das Ziel bedeuten, den HC Oppenweiler/Backnang zu einem etablierten Drittligisten zu machen?

An einen Abstieg denken wir nicht. Wir wollen es mit aller Kraft vermeiden und gehen sehr positiv an die Sache ran. An unserem Ziel halten wir aber fest, selbst wenn der Worst Case eintreffen sollte.