Pharmaindustrie

Bayer-Aktie um 8 % gefallen - Der Hintergrund

Die Bayer-Aktie gerät erneut unter Druck und rückt damit stärker in den Fokus der Anleger. Was hinter dem Kursrückgang steckt.

Die Bayer-Aktie ist auf rund 33 Euro gefallen und steht damit wieder im Mittelpunkt der Anleger. Was passiert ist.

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Die Bayer-Aktie ist auf rund 33 Euro gefallen und steht damit wieder im Mittelpunkt der Anleger. Was passiert ist.

Von Matthias Kemter

Die Bayer-Aktie fiel am Dienstag im frühen Handel um rund 8 Prozent auf etwa 33 Euro und markierte damit ein Sechs-Monats-Tief. Obwohl der Dax zulegte, steht das Bayer-Papier trotz solider operativer Entwicklungen und bestätigter Jahresprognose weiter unter Druck.

Rechtskosten drücken auf den Cashflow

Ein zentraler Belastungsfaktor sind die hohen Auszahlungen für Rechtsverfahren. Im ersten Quartal 2026 beliefen sich die Nettoauszahlungen im Zusammenhang mit PCB- und Glyphosat-Verfahren auf 2,0 Milliarden Euro. Dadurch rutschte der Free Cashflow auf minus 2,32 Milliarden Euro, nach minus 1,53 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Nettofinanzverschuldung auf 32,5 Milliarden Euro. Genau dieser Mittelabfluss überlagert die Fortschritte im operativen Geschäft.

Agrargeschäft stabilisiert das operative Bild

Denn dabei lief es im Tagesgeschäft durchaus besser. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 12,9 Prozent auf 2,71 Euro zu. Vor allem die Landwirtschaftssparte Crop Science entwickelte sich stark. Der Bereich steigerte den Umsatz währungsbereinigt um 6,8 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro, während das EBITDA vor Sondereinflüssen um knapp 18 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro zunahm. Rückenwind kam aus dem Saatgutgeschäft bei Soja und Mais sowie aus niedrigeren Herstellungskosten.

Pharma liefert ein gemischtes Bild

Weniger klar fiel die Entwicklung in der Pharmasparte aus. Der Umsatz stagnierte bei 4,25 Milliarden Euro. Zwar wuchsen Nubeqa und Kerendia, zugleich verloren Xarelto und Eylea wegen Patentabläufen und Generikakonkurrenz an Boden. Das EBITDA der Sparte sank um 7,5 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Auch das trug dazu bei, dass die positiven Signale aus dem Agrargeschäft die Sorgen der Anleger nicht ausgleichen konnten.

Bestätigte Prognose überzeugt den Markt nicht

Bayer hält zwar an seiner Prognose für 2026 fest und erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 44,5 und 46,5 Milliarden Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,4 bis 9,9 Milliarden Euro. Beim Free Cashflow rechnet der Konzern jedoch weiter mit einem negativen Wert zwischen minus 2,5 und minus 1,5 Milliarden Euro. Ohne die Rechtszahlungen wären es laut Unternehmen plus 2,0 bis 3,0 Milliarden Euro. Genau diese Lücke bleibt für den Markt der entscheidende Punkt.

Glyphosat-Streit bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Zusätzlicher Druck kommt von der Entwicklung im Glyphosat-Streit in den USA. Hoffnungen auf eine Einigung hatten die Aktie zuletzt zeitweise gestützt, nun nahm die Unsicherheit wieder zu. Damit bleibt eines der größten Risiken für Bayer bestehen. Dass die Aktie trotz ordentlicher Quartalszahlen und bestätigter Prognose zu den schwächeren Dax-Werten zählt, zeigt, wie stark Anleger derzeit auf die finanziellen Folgen der Rechtsverfahren schauen.

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Erstellt:
2. Juni 2026, 11:18 Uhr

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