Gegen BMW, Apple, Nike und Co.

Bosch gewinnt Arbeitgeber-Ranking – wo liegen Mercedes und Porsche?

Einer Umfrage zufolge hat Bosch als Arbeitgeber bei den 18- bis 30-Jährigen das beste Ansehen. Von den Stuttgarter Autobauern Mercedes und Porsche taucht einer in den Top Ten auf.

Bosch führt das Ranking an – gefolgt von zahlreichen, ebenfalls prominenten Marken innerhalb und außerhalb der Top Ten, darunter Mercedes-Benz und Porsche.

© Sebastian Gollnow/dpa, IMAGO/Arnulf Hettrich, IMAGO/Silas Stein

Bosch führt das Ranking an – gefolgt von zahlreichen, ebenfalls prominenten Marken innerhalb und außerhalb der Top Ten, darunter Mercedes-Benz und Porsche.

Von Rouven Spindler

Der Stuttgarter Technologie- und Dienstleistungskonzern Bosch hat das beste Arbeitgeberimage in Deutschland. Das ist das Ergebnis des Arbeitgeber-Rankings. In dem zeichnet YouGov, ein internationales Unternehmen für Online-Marktforschung und Analysetechnologie, in Kooperation mit dem SZ Institut der Süddeutschen Zeitung erstmalig die Marken mit der besten Reputation aus.

Für dieses Ranking beachtete YouGov nur die Bewertungen der 18- bis 30-Jährigen – also die jener Generation, „die für Arbeitgeber eine besonders wichtige Zielgruppe darstellt“, heißt es in der Mitteilung. An Bosch führt in der Auflistung kein Weg vorbei. Das Unternehmen, das in mehreren Einzelkategorien abgefragt wurde, erreichte bei „Garten & Handwerk“ seinen Spitzenwert von 41,6. Die Skala reicht von minus 100, wenn sich alle Befragten negativ äußern, bis plus 100, wenn sich alle positiv äußern.

Bosch, BMW und Mercedes-Benz in den Top Ten

  • Platz 1: Bosch mit 41,6 (vorheriger Score: 42,8/Einzelkategorie: Garten & Handwerk)
  • Platz 2: Samsung mit 40,8 (37,3/Unterhaltungselektronik)
  • Platz 3: Audi mit 39,8 (38,9/Automobil)
  • Platz 4: BMW mit 39,3 (37,5/Automobil)
  • Platz 5: Mercedes-Benz mit 39,2 (43,6/Automobil)
  • Platz 6: Netflix mit 39,0 (38,9/Streamingdienste)
  • Platz 7: Adidas mit 38,4 (35,9/Sport- & Modemarken)
  • Platz 8: Lego mit 37,8 (36,5/Spielwaren)
  • Platz 9: Nike mit 37,4 (35,9/Sport- & Modemarken)
  • Platz 10: Ikea mit 33,4 (31,5/Einrichtungshäuser)

Auf den Plätzen dahinter landen folgende Unternehmen:

  • YouTube mit 33,2 (Streamingdienste)
  • Porsche mit 32,6 (Automobil)
  • Siemens mit 32,5 (Haushaltselektronik)

Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes Benz folgt auf Rang fünf (39,2) und somit direkt hinter den bayerischen Autobauern BMW (39,3) und Audi (39,8). Er musste allerdings im Vergleich zur vorherigen Umfrage einen Rückgang um minus 4,3 hinnehmen – und war damit neben Bosch (Garten & Handwerk: minus 1,2) der einzige Vertreter in der Bestenliste, der einen schlechteren Wert als zuletzt zu verzeichnen hatte.

„Die Top Ten werden von starken, global etablierten Marken geprägt. Besonders auffällig ist die Dominanz der deutschen Industrie mit Bosch, Audi, BMW und Mercedes-Benz“, schreibt YouGov. Gerade die Autoindustrie, die in der Krise steckt und in der viele Stellen wegfallen, ist stark vertreten.

Porsche liegt hinter Mercedes-Benz und Bosch

Porsche zählt zu einem Kreis prominenter Marken, die recht knapp an den Top Ten vorbeischrammen. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller (32,6) liegt aber unter anderem vor Siemens (32,5), Apple (31,4) und Lufthansa (30,9). In der Kategorie Automotive landete Porsche hinter Audi, BMW und Mercedes auf Rang vier, gefolgt von Volkswagen (25,1).

„Ein starkes Arbeitgeberimage ist ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Markenführung“, wird Felix Leiendecker zitiert, Leiter Datenprodukte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei YouGov. „Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Globale Krisen, veränderte Kundenbedürfnisse, neue Absatzmärkte und falsche strategische Entscheidungen stellen viele Unternehmen vor Herausforderungen“, führt er aus.

Gleichzeitig dazu würden sich die Anforderungen an Arbeitgeber in rasantem Tempo und in fast allen Bereichen verändern. „In dieser Dynamik entscheiden die richtigen Mitarbeiter über die Zukunft von Unternehmen und Marken – und genau dafür braucht es ein überzeugendes Arbeitgeberimage“, so Leiendecker.

Fünf erfolgreichsten Marken erhalten Siegel

Zum Ranking und zur Methodik gibt YouGov ebenfalls einige Infos preis. Die Umfrage umfasste demnach 904 Marken aus 34 Produktkategorien, die wiederum zu Sektoren wie Automotive oder Elektronik & Streaming gehören. Die fünf erfolgreichsten Marken jedes Sektors können laut der Mitteilung ein Kommunikations-Siegel über das SZ Institut der Süddeutschen Zeitung erhalten.

Basis für die Ranking-Resultate seien mehr als 1.000.000 Online-Interviews von YouGov. Die seien bis Ende Januar ein Jahr lang repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren durchgeführt worden.

Für das Ranking seien Bewertungen von 18- bis 30-jährigen Personen berücksichtigt worden. Sie seien jeweils auf maximal 30 Marken angesprochen worden. In das Ranking schafften es laut YouGov nur jene Marken, die mindestens 1000 Umfrageteilnehmer der Zielgruppe bewertet haben, die mindestens 200 Tage lang getrackt wurden und die nach wie vor getrackt werden.

So hat YouGov die Daten erhoben

Das Marktforschungsunternehmen befragte die Teilnehmer nach eigenen Angaben wie folgt, um das Arbeitgeberimage einer Marke zu erfahren:

  • „Stellen Sie sich vor, Sie befänden sich auf Jobsuche (oder helfen einem Freund bei der Jobsuche). Für welche der folgenden Marken wären Sie stolz zu arbeiten? Gehen Sie davon aus, dass Sie sich auf eine Position bewerben, die Ihrem aktuellen Job entspricht bzw. auf die Sie sich tatsächlich bewerben würden.“
  • „Und für welche der folgenden Marken wäre es Ihnen unangenehm zu arbeiten? Gehen Sie davon aus, dass Sie sich auf eine Position bewerben, die Ihrem aktuellen Job entspricht bzw. auf die Sie sich tatsächlich bewerben würden.“

YouGov hat einen BrandIndex, „um die Performance von Marken aus der Sicht von Verbrauchern zu tracken“, heißt es in der Mitteilung. Das Arbeitgeberimage sei neben dem allgemeinen Eindruck, der Qualität, dem Preis-Leistungs-Verhältnis, der Weiterempfehlungsbereitschaft und der Kundenzufriedenheit eine der Bewertungsdimensionen.

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Erstellt:
31. März 2026, 06:10 Uhr
Aktualisiert:
31. März 2026, 10:26 Uhr

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