BR Volleys feiern zehnten Titel in Serie
Die Berliner Volleyballer krönen eine schwierige Saison voller Rückschläge mit der 16. Meisterschaft.
Von dpa
Lüneburg - Besondere Ereignisse bedürfen besonderer Feierlichkeiten und Rituale: Nachdem die BR Volleys durch einen 3:1-Sieg beim Erzrivalen SVG Lüneburg für die Entscheidung in der „Best of five“-Finalserie gesorgt hatten, feierten die Berliner die zehnte deutsche Volleyball-Meisterschaft in Serie mit einem kühlen Bier.
Schon zuvor bejubelten die Hauptstädter den 16. Titel des Rekordmeisters ausgiebig. Auf dem Boden der Lüneburger LKH-Arena klebte das goldene Konfetti der Siegerehrung in Sekt- und Bierpfützen. Noch in der Nacht ging es mit dem Mannschaftsbus zurück in die Hauptstadt.
„Der Weg war dieses Jahr unwahrscheinlich schwer für uns“, sagte Kapitän Ruben Schott im Augenblick des Triumphes. In der Hauptrunde der Liga hatte es nur zu Platz zwei hinter Lüneburg gereicht, in den Europapokalen scheiterten die Volleys nach dem Aus in der Champions League dann im Viertelfinale des CEV-Pokals. Und im nationalen Pokal war im Halbfinale Endstation.
In der entscheidenden Phase der Saison aber hatten die Berliner ihre optimale Abschlagshöhe wieder erreicht. Das sah auch Kaweh Niroomand so. „In der Halbfinalserie gegen den VfB Friedrichshafen haben wir zu unserer eigentlichen Form gefunden“, gab der Geschäftsführer der Volleys unmittelbar nach dem Matchball zu Protokoll.
Einer, der die Hauptstädter zurück in die Titelspur brachte, war Trainer Markus Steuerwald. Der 37 Jahre alte Ex-Nationalspieler und vorherige Co-Trainer übernahm das Team vor dem entscheidenden dritten Halbfinal-Spiel gegen Friedrichshafen vom Brasilianer Alexandre Leal, der wiederum die Nachfolge des im Januar freigestellten Joel Banks angetreten hatte, dann aber aus familiären Gründe zurücktrat.
„Wie die Mannschaft in den letzten zwei Wochen gearbeitet hat, war wirklich besonders. Wir haben gemeinsam die paar mehr Prozent rausgekitzelt, die diesen Titel möglich machen“, sagte Steuerwald nach seinem vierten Sieg im vierten Play-off-Spiel.
In der nächsten Saison steht Steuerwald als Chefcoach der Grizzlys aus dem niedersächsischen Giesen an der Seitenlinie. Und auch ein anderer Wermutstropfen wurde am Abend des Titelgewinns bekannt. Diagonalangreifer und Punktelieferant Jake Hanes verabschiedet sich ebenfalls. Der 28-jährige US-Boy habe „tolle Angebote aus dem Ausland und wird uns leider verlassen“, sagte dazu Geschäftsführer Niroomand.
