Geheimnisse der Ozeane
Tiefsee-Qualle so groß wie ein Omnibus
Die Tentakel der Meduse können bis zu zehn Meter lang werden. Die Wissenschaftler fanden zudem große Korallenriffe, Schnecken und Seeanemonen sowie jede Menge Müll.
© ROV SuBastian/Schmidt Ocean Institute/dpa
Auf diesem vom Schmidt Ocean Institute zur Verfügung gestellten Bild ist eine Phantomqualle (Stygiomedusa gigantea) in 250 Metern Tiefe vor Argentiniens Atlantikküste zu sehen.
Von Markus Brauer/dpa
Wissenschaftler haben in der Tiefsee vor Argentiniens Atlantikküste eine riesige Qualle gefilmt. Die Phantomqualle (Stygiomedusa gigantea) von der „Größe eines Schulbusses“ sei in einer Tiefe von rund 250 Metern entdeckt worden, hat das Schmidt Ocean Institute mitgeteilt. Die Tentakel dieser Tiere können bis zu zehn Meter lang werden.
Müllhalde Meere
Bei der Fahrt von Buenos Aires bis Feuerland entdeckten die Forscher zudem mehrere Korallenriffe sowie vermutlich 28 neue Arten, darunter Würmer, Schnecken und Seeanemonen.
Daneben fanden sie auch eine große Menge Müll wie Fischernetze, Plastiktüten und eine VHS-Kassette mit koreanischer Beschriftung in nahezu makellosen Zustand. Das zeige, wie lange Kunststoffe die Meere belasten, heißt es in der Mitteilung der Wissenschaftler.
Extreme und gefährdete Ökosysteme
„Wir haben eine beispiellose Zahl chemischer, physikalischer und biologischer Proben gesammelt, die dazu dienen werden, die Zusammenhänge in unseren Gewässern zu verstehen“, erklärt Melisa Fernández Severini vom argentinischen Institut für Ozeanographie.
„Diese Proben bieten eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur zu verstehen, wie außergewöhnlich diese extremen Ökosysteme sind, sondern auch, wie gefährdet sie sein können.“
Begenung äußerst unwahrscheinlich
er Riesenqualle Stygiomedusa gigantea zu begegnen gilt als äußerst unwahrscheinlich. Bislang ist nur wenig über das Tier bekannt. Umso einschlagender ist dieser Fund.
Die vier Arme der Stygiomedusa gigantea können bis zu zehn Meter lang werden, ihr Schirm kann einen Durchmesser von einem Meter annehmen. Anders als viele Artgenossen besitzt die Qualle keine giftigen Tentakel. Stattdessen nutzt sie ihre Arme, um Beute wie Plankton und kleine Fische zu fangen.
