Polizeieinsatz

Kleines Mädchen starb nach Hitzeschlag im Auto

Die Obduktion bringt Klarheit: Das in Schorndorf tot gefundene Kleinkind starb an einem Hitzeschlag im Auto. Welche weiteren Details die Polizei mitteilt.

Die Polizei ermittelt wegen des toten Kindes.

© Jason Tschepljakow/dpa

Die Polizei ermittelt wegen des toten Kindes.

Von dpa

Schorndorf - Jetzt ist der Verdacht bittere Gewissheit: Das tot aufgefundene Kleinkind ist wegen eines Hitzeschlags im Auto gestorben. Das habe die Obduktion ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Mutter soll das 20 Monate alte Mädchen am Mittwoch über Stunden in Schorndorf bei Stuttgart im Wagen vergessen haben. 

Dieser Verdacht habe sich bei den Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei weiter erhärtet, teilten beide mit. Gegen die 44 Jahre alte Mutter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. 

Mutter wollte Kind in die Kita bringen

"Im Glauben, ihre Tochter im Kindergarten abgegeben zu haben, soll sich die 44-Jährige am Mittwochmorgen zu ihrer Arbeit begeben haben", hieß es dazu. Als die Frau am Nachmittag ihre Tochter habe abholen wollen und das Kind nicht im Kindergarten gewesen sei, habe sie das leblose Mädchen im Auto entdeckt.

Bei der Obduktion sei ein Organversagen infolge eines Hitzeschlags als eindeutige Todesursache erkannt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft dazu mit. Unklar ist noch, ob sich die Mutter zu den Vorwürfen geäußert hat. Sie ist auf freiem Fuß und hat einen Rechtsbeistand gewählt. 

Nach dem Fund des leblosen Kindes hatten Notarzt und Rettungsdienst vergeblich versucht, das Mädchen wiederzubeleben. Es starb an Ort und Stelle. 

Phänomen ist bekannt

Dass Eltern ihre Kinder im Auto vergessen, ist kein Einzelfall. Forscher sprechen vom "Forgotten-Baby-Syndrom". Laut dem US-amerikanischen Psychologieprofessor David M. Diamond können Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen das Vergessen auslösen. Im Gehirn entstehe eine falsche Erinnerung, weil Routinehandlungen wie etwa die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.

Die Obduktion hat die Ermittler ein Stück weitergebracht. (Archiv)

© Jason Tschepljakow/dpa

Die Obduktion hat die Ermittler ein Stück weitergebracht. (Archiv)

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Erstellt:
19. Juni 2026, 04:16 Uhr
Aktualisiert:
19. Juni 2026, 15:42 Uhr

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