Schwarzer Löwe

Große Bühne für eine Wirtschaft im Wandel

Der „Schwarze Löwe“ hat sich zu einer Plattform für ökonomische Transformation im Südwesten entwickelt – und geht 2026 in sein fünftes Jahr.

Die Phoenix-Halle im Römerkastell war erneut Standort für die festliche Preisverleihung zum „Schwarzen Löwen“.

© Günter E. Bergmann

Die Phoenix-Halle im Römerkastell war erneut Standort für die festliche Preisverleihung zum „Schwarzen Löwen“.

Von Ingo Dalcomo und Reimund Abel

Ursprünglich innerhalb der Medienholding Süd entwickelt, ist der „Schwarze Löwe“ inzwischen ein Gemeinschaftsprojekt von 24 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von mehr als einer Million Exemplaren. Mit weiteren Partnern, darunter Medienhäusern aus Ulm, ist nicht nur die Reichweite deutlich gewachsen, sondern auch die Bedeutung. Aus einer regionalen Initiative entstanden, genießt das Format branchenübergreifend Aufmerksamkeit.

Bemerkenswert ist dabei weniger die Größe des Preises als seine Funktion. Der „Schwarze Löwe“ versteht sich nicht allein als Auszeichnung für wirtschaftlichen Erfolg, sondern als Plattform für unternehmerische Transformation. Mehr als 400 Unternehmen haben sich seit 2022, dem Premierenjahr beworben. Vom technologiegetriebenen Start-up bis zum traditionsreichen Handwerksbetrieb. Die Spannweite der Bewerbungen zeigt, wie differenziert Unternehmen auf den Strukturwandel reagieren.

Mehrstufiges Bewertungssystem

Von Beginn an legten die Organisatoren großen Wert darauf, den Wettbewerb nicht als reine Symbolveranstaltung anzulegen. Im Gegenteil: Unter Federführung von Professor Hanspeter Gondring, Duale Hochschule Baden-Württemberg, wurde ein mehrstufiges Bewertungssystem entwickelt, das qualitative Kriterien mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen verbindet.

Unternehmen müssen nicht nur ihre Ideen und Projekte darstellen, sondern auch belastbare wirtschaftliche Daten liefern. Erst aus der Verbindung von Innovationskraft, wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Relevanz ergibt sich die Bewertung. Es ist dieser zweiteilige Ansatz – wissenschaftlich und wirtschaftlich –, der den „Schwarzen Löwen“ aus der Masse anderer Preise hervorhebt. Nicht allein Umsatzwachstum oder Marktanteile stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Unternehmen Transformation gestalten.

Wie stark die öffentliche Wahrnehmung dadurch beeinflusst wird, zeigen die Rückmeldungen ehemaliger Teilnehmer. Jochen Baier von Bäcker Baier aus Herrenberg beschreibt die Auszeichnung als Preis mit außergewöhnlicher Reichweite. Gerade im Handwerk, wo Vertrauen und regionale Sichtbarkeit entscheidend sind, habe der Wettbewerb eine besondere Wirkung entfaltet. „Unsere Kunden – aber auch viele Leserinnen und Leser darüber hinaus – konnten transparent nachvollziehen, wie wir unser Unternehmen führen, welche Werte uns antreiben und warum eine Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen eine Investition in Qualität und Zukunft ist“, sagt Baier.

Unternehmensporträts zeigen die täglichen Leistungen

Entscheidend sei für ihn weniger die Auszeichnung selbst als die journalistische Begleitung. Durch Berichte und Unternehmensporträts hätten unabhängige Redaktionen sichtbar gemacht, „was wir täglich leisten“. Für mittelständische Unternehmen entstehe so eine Glaubwürdigkeit, die klassische Eigenwerbung kaum erreichen könne.

Zugleich verweist Baier auf einen Aspekt, der den Wettbewerb zunehmend prägt: die Verbindung wirtschaftlicher Leistung mit gesellschaftlicher Verantwortung. Künftig, so sein Wunsch, sollten Themen wie Integration, Inklusion sowie der Beitrag zu einer „enkelfähigen Zukunft“, wie er sagt, weiter Teil der Bewertung bleiben. Darin läge die Stärke des Wettbewerbs – wirtschaftlichen Erfolg nicht isoliert zu betrachten.

Öffentliche Sichtbarkeit herstellen

Auch das Unternehmen K2 Systems aus Renningen beschreibt den „Schwarzen Löwen“ weniger als klassischen Preis denn als öffentlichen Resonanzraum für Innovationen. Der Hersteller von Montagesystemen und digitalen Services für Fotovoltaik war bereits 2022 unter den Preisträgern in der Kategorie Digitale Transformation. Das Unternehmen beteiligt sich nach eigenen Angaben nicht strategisch an Wettbewerben. Entscheidend sei, ob Projekte entstehen, die über das Tagesgeschäft hinausweisen. Gerade in einem stark technischen Umfeld spiele öffentliche Sichtbarkeit eine wichtige Rolle – etwa bei Themen wie Digitalisierung, Wissensvermittlung oder Nachhaltigkeit.

Dabei gehe es nicht nur um Außenwirkung. Preise stärkten die Unternehmenskultur, heißt es bei K2 Systems. Werde Engagement öffentlich anerkannt, wirke das identitätsstiftend für Teams und Mitarbeitende. Nicht als Trophäe, sondern als Anerkennung „vieler Stunden konzeptioneller, technischer und menschlicher Arbeit“.

Bemerkenswert ist zudem der Blick der Unternehmen auf die Weiterentwicklung des Wettbewerbs. K2 Systems plädiert dafür, nicht nur Gewinner stärker sichtbar zu machen, sondern auch nominierte Projekte ausführlicher vorzustellen. Viele innovative Ansätze verdienten eine öffentliche Aufmerksamkeit, selbst wenn sie am Ende keinen Preis erhielten, regt K2 Systems an. Ebenso wird ein stärkeres Netzwerkformat angeregt, um den Austausch zwischen Unternehmen über die eigentliche Preisverleihung zu fördern.

Für viele Unternehmen ist die Teilnahme am „Schwarzen Löwen“ Teil der strategischen Positionierung geworden. Junge Firmen gewinnen Sichtbarkeit, etablierte Mittelständler dokumentieren ihre Innovationsfähigkeit, andere nutzen den Wettbewerb als Impuls für interne Veränderung.

Der „Schwarze Löwe“ ist somit Spiegel der wirtschaftlichen Transformation im Südwesten entwickelt – und nicht zuletzt ein Forum für die Frage, wie Unternehmen künftig wirtschaftlichen Erfolg, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden.

So können Sie ich für den „Schwarzen Löwen“ bewerben

TeilnahmeDie Teilnahme ist unkompliziert: Unternehmen können sich bis zum 14. August 2026 unter www.schwarzerloewe-bw.de bewerben. Die Vorauswahl erfolgt in Zusammenarbeit mit der DHBW Stuttgart, anschließend bewertet eine unabhängige Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien die besten Einreichungen. Aus jeder Kategorie werden drei Sieger prämiert – mit Ausnahme des Publikumspreises in der Kategorie „Soziales Engagement“, dessen Gewinner durch ein Online-Voting ermittelt wird. PreisverleihungDie Preisverleihung findet am 25. November 2026 in einem festlichen Rahmen im Römerkastell in Stuttgart-Bad-Cannstatt statt – sie ist ein Höhepunkt für die Finalisten, Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur und stellt ein starkes Signal für unternehmerische Exzellenz im Südwesten dar.

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Erstellt:
25. Mai 2026, 17:00 Uhr

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