Anstehende Öffnung

Hier liegen die Minen in der Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden warnen vor Seeminen in der Straße von Hormus und empfehlen eine Ausweichroute in ihrer direkten Reichweite.

Satellitenbild der Straße von Hormus.

© Nasa/dpa

Satellitenbild der Straße von Hormus.

Von Michael Maier

Die Marine der iranischen Revolutionsgarden hatte im April Woche eine Warnung vor Seeminen in der Straße von Hormus ausgesprochen. Trotz der anstehenden Waffenruhe und Freigabe scheint die Durchfahrt in den indischen Ozean und weiter durch den Suez-Kanal Richtung Mittelmeer für Tanker oder auch Frachter weiterhin nur erschwert möglich. Kreuzfahrtschiffe haben die Region indes verlassen - und werden auch nicht so schnell zurück kommen.

Es gibt eine Karte der iranischen Streitkräfte, die eine Gefahrenzone in den üblichen Schifffahrtswegen der Meerenge zeigt. Aufgrund der Situation im Persischen Golf wurde allen Schiffen empfohlen, eine alternative Route weiter nördlich zu wählen, um den „möglichen Zusammenstoß mit Seeminen“ zu vermeiden.

Minen in der Straße von Hormus

Die von den Revolutionsgarden vorgeschlagene neue Route führt entlang der Insel Larak nahe der Südküste Irans. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit, insbesondere für den Öl- und Gastransport aus den Golfstaaten. Laut der Internationalen Energie-Agentur (IEA) wurden 2023 fast 30 Prozent des weltweit verschifften Öls über die Straße von Hormus befördert.

"Memorandum of Understanding öffnet Straße" von Hormus

Seit Beginn des Krieges hat die iranische Marine die 55 Kilometer breite Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen praktisch blockiert, was zu einem Anstieg der Energiepreise führte. US-Präsident Donald Trump machte die Öffnung der Meerenge zur Voraussetzung für seine Zustimmung zu einem "Memorandum of Understanding" (MoU). Die Situation vor Ort zeigen Schifffahrtsportale in Echtzeit - einmal in die Vesselfinder-Karte hineinzoomen, um die aktuellen Schiffspositionen und Bewegungen zu sehen:

Iran fordert "Service-Gebühr" und Schutzgeld

Berichten zufolge fordert der Iran von Reedereien eine "Service-Gebühr" und erhebt zahlreiche Daten, um den Korridor nahe der iranischen Küste nutzen zu dürfen. Dazu wurde sogar eigens eine "Behörde" eingerichtet. In den letzten Wochen haben laut Medienberichten und Datenanalysten nur wenige Schiffe die Meerenge durchquert. Reedereien rechnen bis zu einer allmählichen Normalisierung mit mindestens 14 Tagen nach der Unterschrift des Rahmenabkommens mit dem Iran am Freitag, 19. Juni. Das berichtet das Fachportal "Lloyd's List". Nach 60 Tagen Verhandlungen könnte der Iran laut Medienberichten dann sogar Mautforderungen erheben. Die USA drohen jedoch mit Sanktionen für alle Reeder, die dem Iran Schutzgeld in Kryptowährungen oder chinesischen Yuan bezahlen.

Für europäische Einheiten mitsamt der Bundesmarine wird eine Beteiligung an einer internationalen Schutz- und Minenräum-Mission überlegt. Einige Kriegsschiffe befinden sich bereits in Warteposition vor Ort. Einem Einsatz der Bundeswehr müssten die Abgeordneten im Bundestag dann mehrheitlich zustimmen. 

# - Straße von Hormus

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Erstellt:
17. Juni 2026, 08:42 Uhr

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