Klopp schwärmt von Woltemades VfB-Zeit
Der frühere Liverpool-Trainer ist sich sicher, dass die Bedingungen in Stuttgart dem Stürmer gut taten.
Von David Scheu
Houston - Für Deniz Undav und Nick Woltemade ist die zurückliegende Saison sehr unterschiedlich verlaufen. Während der eine beim VfB Stuttgart zum Toptorjäger avancierte (19 Bundesliga-Treffer) und in die Champions League einzog, kam der andere bei Newcastle United in der Rückrunde zunehmend weniger zum Einsatz. Die neuen Kräfteverhältnisse zeigen sich nun auch bei der deutschen Nationalmannschaft: Undav gelangen gegen Curaçao (7:1) als erster Einwechselspieler zwei Vorlagen und ein Tor, Woltemade blieb 90 Minuten auf der Bank.
Aus Sicht von TV-Experte Jürgen Klopp hat Undavs Formhoch viel mit den Bedingungen zu tun, unter denen er beim VfB aufläuft. „Sie haben sich toll entwickelt und schon wieder für die Champions League qualifiziert“, sagte der frühere Liverpool-Trainer bei „Magenta TV“ am Rande des Curaçao-Spiels, „da findet man sich als Offensivspieler besser zurecht, wenn die Abläufe klar sind.“ Bei Newcastle, ist sich Klopp sicher, hätte auch Undav nicht so häufig getroffen: „Einfach auch, weil du in der ersten Saison reinkommen musst.“
Diese Erfahrung machte nun Woltemade – wobei für Ex-Nationalspieler Thomas Müller auch die unterschiedlichen Spielanlagen ein Grund sind, warum Undav gerade beim DFB die Nase vorne hat: „Beim DFB bist du jetzt nicht so aufgestellt wie bei Newcastle. Wir sind in vielen Spielen in der Vorrunde hoffentlich viel am Ball. Das Setup für Deniz Undav, um zu performen, war besser.“ Zur Tatsache, dass Woltemade im vergangenen Sommer durch den Transfer auf die Insel ins sportliche Risiko gegangen ist, sagte Müller nur: „Nick Woltemade hat sich aktiv für den Wechsel entschieden.“ Er war sich also womöglich bewusst, dass dies in Bezug auf die WM ein Problem werden könnte.
Von den Qualitäten Woltemades ist Klopp derweil weiterhin überzeugt: „Ich mag Nicks Art, Fußball zu spielen, seine Vollstrecker-Qualitäten, wie er finisht. Da nutzt er jedes Gelenk, um noch an den Ball zu kommen. Er macht die Unmöglichen rein. Wir alle wissen, wie gut er war, als er beim VfB mitgespielt hat.“ Und vielleicht darf er bei dieser WM ja auch mal wieder zusammen mit Deniz Undav spielen - wie in den guten, alten Zeiten, quasi.
