Kommentar: Kein Rosinenpicken bei der Rente
Kommentar: Kein Rosinenpicken bei der Rente
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Ruheständler auf Einkaufstour: Die geplante Rentenrform soll gewährleisten, dass ihre Einkünfte im Alter sicher sind.
Von Armin Käfer
Stuttgart - Die 33 Vorschläge von Experten für eine Rentenreform sind zwar nicht mit den zehn Geboten vergleichbar. Doch sie haben nun auch der Segen der Deutschen Bischofskonferenz. Und die Bundesregierung will ihnen vollumfänglich Beachtung schenken. Das ist ein Gebot der politischen Vernunft.
Auch kritische Stimmen aus der Wirtschaft und von Sozialverbänden werten das Konzept insgesamt positiv. Die Expertenkommission war divers besetzt – sie spiegelt die kontroversen Strömungen innerhalb der Koalition wider. Es gibt keinen sinnvollen Grund, das Reformpaket noch einmal aufzuschnüren und von notorischen Beckmessern oder den Advokaten verschiedenster Sonderinteressen zerpflücken zu lassen. Es geht nicht nur um die Rente, sondern um die finanzielle Stabilität unseres Sozialstaats.
Mit der angedachten Reform wird die Rente nicht komplett neu erfunden. Im Zuge der nun geplanten Umbauten würde jedoch ein Fundament zementiert, das ihren Bestand mittelfristig sichert. An einigen Stellen werden neue Wege beschritten, die der Rente auch auf lange Sicht Zukunftsperspektiven eröffnet: etwa durch ein Andocken an den Kapitalmarkt oder durch die Einbeziehung sämtlicher Berufe – womöglich auch der Beamten. Das wäre überfällig. Wenn die Regierung dieses Gesamtpaket tatsächlich bis Jahresende liefert, könnte sie doch noch als Reformkoalition in die Annalen eingehen.
