Kommentar: Sehnsucht nach der Wende
Kommentar: Sehnsucht nach der Wende
Von Jens Schmitz
Drei Monate nach ihrem Beinahe-Aus bei der Landtagswahl sehnt sich die SPD nach einer Wende. Bei der Mitgliederbefragung zur künftigen Landesspitze hat sich eine absolute Mehrheit für Isabel Cademartori und Robin Mesarosch ausgesprochen. Daraus spricht der Wunsch nach Sichtbarkeit: Eine modernere, effektivere Kommunikation gehört zu den zentralen Versprechen des Tandems. Das Votum offenbart auch ein Bedürfnis nach grundsätzlichen Veränderungen.
Die Doppelbewerbung war von einem robusten Online-Auftritt Mesaroschs vorbereitet worden, in dem sich dieser vom Landesvorstand mit den Worten „Wir werden seit Jahren verarscht“ abgegrenzt hatte. Am Ende trat der Sigmaringer Revoluzzer gemeinsam mit der Mannheimer Bundestagsabgeordneten Cademartori an, die selbst im Vorstand sitzt. Ein gelungener Brückenschlag: Die 38-jährige Bundestagsabgeordnete und ihr 35-jähriger früherer Kollege entstammen unterschiedlichen Parteiflügeln und sprachen damit offenbar lagerübergreifend Parteifreunde an.
Die Breite ihrer Anhängerschaft ist für die designierte neue Doppelspitze aber auch eine Herausforderung. Cademartori und Mesarosch wollen ihre unterschiedlichen Hintergründe für die Partei fruchtbar machen. Ob sie sich auf genügend inhaltliche Schnittmengen einigen können, um den Südwest-Genossen ein originäres Profil zu geben, ist offen. Hier müssen die beiden nun liefern.
