Kommentar: Turbulente Zeiten für Großbritannien

Kommentar: Turbulente Zeiten für Großbritannien

Von Stefan Kegel

Stefan Kegel Keir Starmer war der sechste Premierminister Großbritanniens seit dem Brexit-Referendum vor zehn Jahren. Nun aber – zwei Jahre nach dem Erdrutschsieg seiner Labour-Partei – hat er nicht mehr genügend Rückhalt in seiner Partei und der Bevölkerung . Ihm geht es jetzt wie seinen fünf konservativen Vorgängern: Er verliert sein Amt. Sein Nachfolger als Parteivorsitzender wird auch das Amt des Regierungschefs übernehmen, wie es in Großbritannien Usus ist. Starmer hat einen geordneten Übergang angekündigt – doch wohin wird er führen? Das Land war nach den Schockwellen des Brexits gerade wieder auf dem Weg einer Annäherung an die EU. Dies war für beide Seiten vorteilhaft. Immerhin ist das Vereinigte Königreich die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas und ein wichtiger Handelspartner, auch für Deutschland. Und was mindestens genauso wichtig ist: In Sicherheitsfragen hat sich Großbritannien als verlässlicher Bündnispartner erwiesen, sowohl in der Nato selbst als auch bei der gemeinsamen Unterstützung der Ukraine. Es liegt im Interesse Europas, die Briten auf dem europafreundlichen Kurs zu halten. Starmers Nachfolger – wer immer es sein wird – sollte erkennen, dass dies auch Großbritannien nützt. Ob das wirklich gelingt, ist indes nicht ausgemacht. Denn die sozialdemokratische Labour-Partei steht unter dem Druck der aufstrebenden rechtspopulistischen Partei Reform UK von Nigel Farage.

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Erstellt:
22. Juni 2026, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
23. Juni 2026, 00:00 Uhr

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