Tipps für sicheres Badevergnügen

Kopfsprung in flache Gewässer kann im Rollstuhl enden

Jedes Jahr kommt es während der Badesaison zu schweren Unfällen nach einem Kopfsprung in unbekanntes Gewässer. Nicht selten endet ein unbedachter Sprung in einer Querschnittslähmung.

Geschätzt jährlich mindestens 80 Fälle von Querschnittslähmung sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie auf Sprünge in flache und trübe Gewässer zurückzuführen.

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Geschätzt jährlich mindestens 80 Fälle von Querschnittslähmung sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie auf Sprünge in flache und trübe Gewässer zurückzuführen.

Von AFP/Markus Brauer

Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen strömen die Menschen ans Wasser und suchen Abkühlung. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) rechnet daher in Schwimmbädern sowie an Seen, Flüssen und Küsten vermehrt mit Notfällen.

Oft überschätzen Badende ihre schwimmerischen Fähigkeiten oder sind leichtsinnig, häufig ist auch Alkohol im Spiel. Fragen und Antworten rund um das Thema sicheres Schwimmen:

Wie viele Menschen ertrinken in Deutschland?

Im Jahr 2025 ertranken nach Angaben der DLRG mindestens 393 Menschen. Das waren 18 weniger als im Vorjahr. Die meisten starben fernab bewachter Badestellen.

Mehr als die Hälfte der tödlichen Unglücke ereignete sich in der Badesaison von Mai bis Ende August.Besonders häufig verunglückten ältere Menschen, zugleich stieg die Zahl der Todesfälle unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Wo ist das Risiko am größten?

An Seen, Teichen und Flüssen, denn an den Binnengewässern werden nur vergleichsweise wenige Badestellen von Rettungsschwimmern bewacht. An den bewachten Badestellen und in Schwimmbädern ist es sicherer. Tödliche Unfälle am Meer ereignen sich mehrheitlich abseits der bewachten Strände oder außerhalb der Dienstzeiten der Rettungskräfte.

Wie viele Badeunfälle enden mit Querschnittslähmungen?

Nach Schätzungen von Experten erleiden in Deutschland jährlich etwa tausend bis 1500 Menschen Querschnittlähmungen nach Unfällen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung geht von 2000 Fällen aus.

Etwa vier Prozent davon sind Badeunfälle, die mit einer Querschnittslähmung enden. Geschätzt jährlich mindestens 80 Fälle von Querschnittslähmung sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie auf Sprünge in flache und trübe Gewässer zurückzuführen.

Wer ist betroffen?

Fast alle Unfallopfer sind junge Männer, meist sind sie zwischen 16 und 25 Jahre alt. Sie springen aus Imponiergehabe und Selbstüberschätzung, wegen einer Mutprobe oder aus Leichtsinn in einen Gartenteich, von einer Brücke in den Fluss oder von einem Ast kopfüber in einen Badesee.

Sehr oft ist dabei Alkohol im Spiel, der die Risikobereitschaft erhöht und zu leichtsinnigem Verhalten führt. In einer Situation mit Gruppenzwang, in Partylaune und mit Alkohol tritt Experten zufolge das Unfallrisiko schnell in den Hintergrund.

Was sind die Folgen?

Besonders tragisch ist die sogenannte Tetraplegie. Dabei können Patienten wegen einer Fraktur der Halswirbel und einer daraus resultierenden Rückenmarksverletzung beide Arme und Beine gar nicht mehr oder allenfalls noch eingeschränkt bewegen. Im schlimmsten Fall kann der Betroffene dann nicht einmal mehr selbst atmen.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie an Gewässern daher nie aus den Augen lassen. Das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken.

Das Seepferdchen-Abzeichen bedeutet nicht, dass der Nachwuchs ohne Aufsicht im Wasser bleiben kann.

Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und aufblasbare Gummitiere sind keine sicheren Schwimmhilfen. Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen. Kinder ertrinken „leise“.

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Erstellt:
18. Juni 2026, 12:42 Uhr

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