Neue finanzielle Dimensionen

Die VfB Stuttgart AG hat im Jahr 2025 so viel Geld wie nie zuvor eingenommen – aber auch ausgegeben. Unter dem Strich steht ein Rekordgewinn.

Von David Scheu

Stuttgart - Sportlich ging es für den VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren vor allem in eine Richtung: steil nach oben. Dreimal in Folge gelang dem einstigen regelmäßigen Abstiegskandidaten die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, der Club ist inzwischen eine gefragte Adresse mit neuem Standing. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den finanziellen Bilanzen nieder. Im Kalenderjahr 2025 erwirtschaftete die ausgegliederte VfB AG einen Rekordgewinn von 22,5 Millionen Euro, wie aus dem Wirtschaftsreport der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hervorgeht. Damit wurde die bisherige Bestmarke aus dem vorherigen Jahr 2024 (15,4 Millionen Euro) nochmals deutlich übertroffen.

Bei der Suche nach den Gründen fällt zunächst das Transfergeschehen ins Auge. Die Verkäufe von Nick Woltemade an Newcastle United (80 Millionen Euro) und Enzo Millot an Al Ahli (30 Millionen Euro) schmerzten sportlich, spülten aber viel Geld in die Kassen. Hinzu kommen weitere Faktoren wie steigende Medienerlöse: Im vergangenen Sommer kletterte der VfB im wichtigen nationalen TV-Ranking um zwei Plätze, was eine mittlere einstellige Millionensumme an Zusatzeinnahmen brachte. Auch die Mitte 2024 fertiggestellte neue Haupttribüne mit den größeren VIP-Flächen bietet bessere Vermarktungsmöglichkeiten. Insgesamt steht so auf der Ertragsseite für 2025 ein Rekordergebnis von 361,2 Millionen Euro zu Buche (zuvor 299,8 Millionen).

Zugleich stiegen auch die Ausgaben merklich von 284,4 Millionen Euro auf 338,7 Millionen. Weshalb? Der Erfolg der vergangenen Jahre führte schlicht auch zu höheren Kosten – etwa durch Transfers mit größerem Volumen, vor allem aber auch durch steigende Gehälter und Prämien. Viele Verträge sehen Boni für den Fall einer Teilnahme am internationalen Geschäft vor, auch Punktprämien sind an der Tagesordnung. In Summe lag der Personalaufwand des VfB im Jahr 2025 bei 163,9 Millionen Euro – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren: 2023 hatten die Aufwendungen noch 105,8 Millionen betragen, 2024 dann rund 134 Millionen.

Dass die Kosten in Relation zur Konkurrenz zugleich nicht unverhältnismäßig hoch sind, verdeutlicht der Bundesliga-Quervergleich: Fünf Mannschaften hatten dem jüngsten DFL-Report zufolge höhere Personalkosten: der FC Bayern (443,5 Millionen), Borussia Dortmund (268,3 Millionen), RB Leipzig (209,9 Millionen), Bayer Leverkusen (207,5 Millionen) und Eintracht Frankfurt (177,3 Millionen). In der Tabelle hat der VfB als Vierter damit zwei Teams hinter sich gelassen (Leverkusen und Frankfurt), die mehr in ihr Personal investierten. Beim Blick auf die gezahlten Honorare für Spielerberater reihen sich die Stuttgarter dagegen dort ein, wo sie zuletzt auch in der Tabelle gelandet waren: auf dem vierten Platz (32 Millionen Euro). Lediglich der BVB (32,3 Millionen), die Leipziger (39,8 Millionen) und die Bayern (49,8 Millionen) überwiesen noch mehr an die Berateragenturen. Im Jahr 2024 waren es beim VfB noch rund 19 Millionen Euro.

Wichtig an dieser Stelle: Die Zeiträume, auf die sich diese Zahlen beziehen, variieren. Während bei der Mehrzahl der Bundesligisten ein Geschäftsjahr einer Saison entspricht und damit der Stichtag der 30. Juni 2025 war, bilanzieren fünf Erstligisten nach Kalenderjahren mit dem entsprechenden Stichtag am 31. Dezember 2025: der VfB, Leverkusen, der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach und die SV Elversberg. Der VfB selbst wird seine Finanzzahlen auf der Mitgliederversammlung am 26. Juli vorstellen.

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Erstellt:
7. Juni 2026, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
8. Juni 2026, 21:59 Uhr

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