In London
Prinz William und Emma Watson setzen Zeichen gegen illegalen Wildtierhandel
Bei einem Forum in London haben Prinz William, Emma Watson und Benedict Cumberbatch für einen stärkeren Kampf gegen den illegalen Handel mit Wildtieren geworben.
© picture alliance/dpa/PA Wire | Kirsty Wigglesworth
Der Prinz von Wales sitzt neben Emma Watson (r) und dem Schauspieler Benedict Cumberbatch (l), als er an dem wegweisenden Wirtschaftsforum teilnimmt, zu dem globale Wirtschaftsführer im Rahmen der Initiative „United for Wildlife“ der Royal Foundation im Frameless im Zentrum Londons zusammengekommen sind – damit wird die London Climate Action Week eröffnet.
Von Katrin Jokic
Die Veranstaltung der Initiative United for Wildlife fand am Montag im Rahmen der London Climate Action Week statt und brachte Vertreter aus Wirtschaft, Technologie, Finanzwesen und Transportbranche zusammen.
Prinz William, der die Initiative 2013 gemeinsam mit der Royal Foundation ins Leben gerufen hatte, lud kurz nach seinem 44. Geburtstag zu dem Business Forum führende Unternehmen und Organisationen ein. Ziel war es, neue Maßnahmen gegen Umweltkriminalität und den illegalen Handel mit Wildtieren auf den Weg zu bringen. Nach Angaben von United for Wildlife gehört dieser Handel zu den größten kriminellen Geschäftsfeldern weltweit. Der Umfang wird auf bis zu 23 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt.
Emma Watson spricht über Verantwortung von Marken
Neben Prinz William nahm auch Emma Watson an dem Forum teil. Die Schauspielerin und Aktivistin sprach gemeinsam mit Benedict Cumberbatch über den Schutz der Natur und die Verantwortung, die Unternehmen und Marken dabei tragen.
Watson betonte auf der Bühne die Bedeutung von glaubwürdiger Kommunikation. Storytelling sei wirkungsvoll, sagte sie sinngemäß. Entscheidend sei, welche Geschichte eine Marke erzähle, wie transparent sie sei und wie sie über diese Themen spreche. Das sei besonders für junge Menschen wichtig.
Watson setzt sich seit Jahren für gesellschaftliche und ökologische Themen ein. International bekannt wurde sie durch ihre Rolle als Hermine Granger in den „Harry Potter“-Filmen. Später engagierte sie sich unter anderem als UN Women Goodwill Ambassador und unterstützte Kampagnen für Gleichberechtigung. Auch mit Prinz Williams Umweltpreis Earthshot Prize war sie bereits verbunden: 2021 präsentierte sie bei der ersten Verleihung in London die Auszeichnung in der Kategorie „Fix Our Climate“.
Kuriose Anekdote aus der „Harry Potter“-Zeit
Für einen humorvollen Moment sorgte Watson mit einer Erinnerung aus ihrer Zeit als „Harry Potter“-Darstellerin. Sie erzählte, sie habe einst von ihrem Wohnzimmer aus mehrere Männer mit großen Teleobjektiven vor dem Haus gesehen. Zunächst habe sie geglaubt, Paparazzi wollten sie fotografieren.
Daraufhin sei jemand hinausgeschickt worden, um die vermeintlichen Fotografen anzusprechen, während Watson selbst einen anderen Ausgang genommen habe. Kurz darauf stellte sich heraus: Die Männer interessierten sich gar nicht für sie. Sie wollten einen Rotmilan fotografieren, einen Greifvogel, der offenbar in der Nähe vermutet wurde.
United for Wildlife will Zusammenarbeit ausbauen
Das Forum fand zehn Jahre nach der sogenannten Buckingham Palace Declaration statt, mit der Unternehmen und Organisationen zu stärkerem Handeln gegen illegalen Wildtierhandel verpflichtet werden sollten. United for Wildlife umfasst inzwischen nach eigenen Angaben mehr als 300 Partner.
Dr. Tom Clements, Executive Director der Royal Foundation, erklärte, die Initiative wolle in ihrer nächsten Phase gezielt jene Lücken schließen, die Kriminelle ausnutzen. Außerdem solle mehr Geld für den Naturschutz mobilisiert und die Arbeit jener Menschen unterstützt werden, die Wildtiere und Ökosysteme schützen.
Mit dem Forum in London sollte vor allem ein Signal gesetzt werden: Der Kampf gegen illegalen Wildtierhandel ist längst nicht mehr nur Aufgabe von Behörden oder Naturschutzorganisationen. Er betrifft auch Plattformbetreiber, Banken, Zahlungsdienstleister, Fluggesellschaften, Häfen, Mobilfunkanbieter und Logistikunternehmen.
