Sicherheitsmangel
Rückruf bei Mercedes-Benz: Radschrauben an etlichen Modellen können sich lösen
Der Stuttgarter Autohersteller muss in Deutschland rund 2700 Fahrzeuge zurückrufen. Grund: Die Schrauben an den Rädern sind nicht mit dem richtigen Drehmoment angezogen worden.
© Bernd Weißbrod/dpa
Eventuell eine oder mehrere Schrauben locker - Mercedes muss bei rund 2700 Autos die Radschrauben nachprüfen. Bisher ist nach Angaben des KBA kein Sach- oder Personenschaden im Zusammenhang mit der Rückrufaktion bekannt.
Von Veronika Kanzler
Von A-Klasse bis EQS: Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz muss deutschlandweit 2712 Autos zurückrufen, weil die Schrauben an den Rädern lose sein könnten. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden bei etlichen Modellen des Stuttgarter Automobilherstellers die Radschrauben „nicht mit dem vorgesehenen Drehmoment angezogen“.
Das könnte nach Angaben der Behörde dazu führen, dass sich während der Fahrt der Radverbund löst. Darunter versteht man das Zusammenspiel aus Radnabe, Felge, Radschrauben und Reifen. Sprich: Im schlimmsten Fall verliert man während der Fahrt ein Rad. „In der Folge würde sich das Unfallrisiko erhöhen“, schreibt Mercedes auf Anfrage. Eine Erklärung, weshalb es zu der potenziell fehlerhaften Montage gekommen ist, liefert das Unternehmen nicht.
Welche Mercedes-Modelle sind betroffen?
- A-Klasse
- B-Klasse
- C-Klasse
- CLA
- CLE
- EQA
- EQB
- EQE
- EQS
- G-Klasse
- GLA
- GLB
- GLE
- S-Klasse
- SL
Insgesamt sind von den mutmaßlich losen Schrauben bei der Radbefestigung gleich 25 verschiedene Modelle von Mercedes-Benz und Mercedes-AMG betroffen, die im Zeitraum von November 2022 bis Dezember 2025 gebaut wurden. Die Modelle sind außerdem in verschiedenen Produktionsstätten montiert worden.
KBA überwacht die Mercedes-Rückrufaktion
Bisher gibt es keine bekannten Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit den von der Rückrufaktion betroffenen Fahrzeugen. Dennoch überwacht das KBA das Vorgehen. Dazu schreibt das Bundesamt auf der Website: „Liegt ein ernstes Risiko oder eine Vorschriftenabweichung vor, wird der erforderliche Rückruf durch das KBA überwacht.“
Nach Angaben von Mercedes dauert der Werkstattaufenthalt aufgrund der Rückrufaktion bis zu eineinhalb Stunden. Betroffene Fahrzeughalter werden im Normalfall von Mercedes darauf hingewiesen, ihr Fahrzeug in eine Werkstatt zu bringen.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) auf der Service-Seite des Herstellers zu prüfen, ob das eigene Auto von den Mängeln betroffen ist. Der Rückrufcode von Mercedes lautet 4090105, beim KBA läuft es unter der Referenznummer 16265R.
