Größter Preissturz seit 1980
Silberpreis fällt um 35 % - Die Gründe für den Absturz
Der Silberpreis hat am Freitag einen dramatischen Einbruch erlebt und ist in nur 24 Stunden um 35 Prozent gefallen. Was hinter dem Preisbeben steckt und wie es in den kommenden Tagen weitergehen könnte.
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Der Silberpreis ist zum Wochenende um 35 Prozent gefallen und hat 78 US-Dollar erreicht. Erfahren Sie, welche Faktoren diesen dramatischen Einbruch ausgelöst haben.
Von Matthias Kemter
Nach einer beeindruckenden Rally, die den Silberpreis in nur einem Monat um fast 70 Prozent anstiegen ließ, kam am Freitag der große Knall. Vom neuen Allzeithoch bei knapp 121 US-Dollar ging es direkt innerhalb eines Tages wieder um 35 Prozent auf etwa 78 US-Dollar bergab. Anschließend pendelte sich der Silberkurs bei etwa 85 US-Dollar je Feinunze ins Wochenende ein. Der größte prozentuale Rückgang seit 1980.
Politische Unsicherheiten & die Rolle von Kevin Warsh
Der zentrale Auslöser für den Preisverfall war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve zu nominieren. Warsh galt in der Vergangenheit als Verfechter einer strengen Zinspolitik, was die Erwartungen an eine lockere Geldpolitik dämpfte. Diese Entscheidung führte zu einer leichten Erholung des US-Dollars, der den Silberpreis zusätzlich unter Druck setzte. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA und bremst die Nachfrage.
Gewinnmitnahmen & technische Korrekturen
Der Silbermarkt war in den letzten Monaten stark überhitzt. Um fast 70 Prozent stieg der Preis allein in den letzten 4 Wochen. In den letzten 6 Monaten waren es sogar über 300 Prozent. Kein anderes Edelmetall hat einen derartigen Anstieg verzeichnet. Auch charttechnisch befand sich der Markt in einer überkauften Lage, die den Preis besonders anfällig für Korrekturen machte. In solchen Situationen geht es nicht mehr um die Frage, ob eine Korrektur kommt, sondern wann und wie stark diese ausfallen wird. Die Nominierung von Kevin Warsh brachte den Stein ins Rollen. Viele Anleger nutzten die hohen Preise, um Gewinne zu realisieren, was eine Verkaufswelle auslöste. Wenn in solchen Situationen noch wichtige Unterstützungsmarken unterschritten werden, bringen automatisierte Verkäufe, um Verlust zu reduzieren, zusätzliche Dynamik in den Markt und lassen die Kurse weiter fallen. Dass der Silberpreis am stärksten von den Turbulenzen am Edelmetallmarkt betroffen ist, ist kein Wunder.
Marktpsychologie und Volatilität
Die Nervosität unter Anlegern war bereits vor dem Einbruch hoch. Der Silbermarkt ist im Vergleich zu anderen Rohstoffmärkten relativ illiquide, was ihn besonders anfällig für starke Schwankungen macht. Die hohe Volatilität zeigt, dass der Markt weiterhin um den „richtigen“ Preis ringt. Trotz des Rückgangs bleibt der langfristige Aufwärtstrend jedoch intakt, da die fundamentalen Treiber wie geopolitische Unsicherheiten und die Rolle von Silber als sicherer Hafen bestehen bleiben.
