Südafrika
Vermisster Deutscher in Kapstadt – Geständnis von Überfall
Seit mehr als drei Jahren fehlt jede Spur vom deutschen Urlauber Nick Frischke. Vier Südafrikaner stehen unter Verdacht, ihn gewaltsam ausgeraubt zu haben.
© Kristin Palitza/dpa/Kristin Palitza
Der damals 22-Jährige wurde zuletzt am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay, einem Vorort von Kapstadt gesehen, als er zu einer Wanderung aufbrach.
Von red/dpa
Im Verfahren um den im südafrikanischen Kapstadt verschwundenen deutschen Urlauber Nick Frischke hat die Polizei das Geständnis eines Tatverdächtigen vorgestellt, in dem dieser zugibt, den jungen Mann beraubt zu haben. Im Gerichtsaal des Amtsgerichts Wynberg wurde eine Videoaufnahme des Geständnisses vorgespielt. Darin gesteht einer der vier Angeklagten, Frischke zusammen mit seinen Freunden auf einem Bergpfad im Kapstädter Vorort überfallen zu haben. Zuvor hätte die Gruppe demnach Drogen geraucht.
Der aus Döbern in der Nähe von Cottbus stammende Mann gilt seit dem 15. Februar 2023 als vermisst. Vier Tatverdächtige sind angeklagt, den damals 22-Jährigen gewaltsam ausgeraubt zu haben. In ihrem Besitz sind nach Aussagen der Polizei Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden worden. Das Verfahren soll am Freitag fortgesetzt werden.
Vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft
Die vier Südafrikaner haben auf „nicht schuldig“ plädiert und befinden sich seit ihrer Festnahme vor etwa drei Jahren in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen einen fünften Verdächtigen wurde aufgrund mangelnder Beweislage fallen gelassen.
Im Januar hatte der Chefermittler der Polizei, Dudley Truter, ausgesagt, einer der Tatverdächtigen habe einen der mutmaßlichen Mittäter in einer eidesstattlichen Erklärung beschuldigt, Frischke in den Rücken gestochen zu haben. Der Tourist habe aufgrund der Verletzung nicht mehr richtig laufen können, sagte Truter mit Verweis auf die Erklärung. Versuche der Nationalen Strafverfolgungsbehörde NPA, ausreichende Beweise für eine Mordanklage zu sammeln, blieben bislang erfolglos.
Frischkes letztes Lebenszeichen ist ein von einer Sicherheitskamera aufgenommenes Foto, das den Brandenburger in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay zeigt.
Beliebtes Urlaubsziel mit hoher Kriminalität
Das 63-Millionen-Einwohner Land am Südzipfel Afrikas ist weltweit für seine Safaris, atemberaubende Natur, weite Strände, kulturelle Vielfalt und Outdoor-Aktivitäten bekannt. Das Land gehört zu den beliebtesten Touristenzielen Afrikas, kämpft aber mit einer hohen Kriminalitätsrate. Allein in den drei Monaten von Januar bis März sind Regierungsangaben zufolge knapp 5.200 Menschen ermordet worden.
