Nahostkonflikt

Was fallende Ölpreise jetzt für Tanken und Heizen bedeuten

Die Ölpreise sind zuletzt kräftig gesunken. Davon profitieren Autofahrer und Heizölkunden - und möglicherweise noch mehr Verbraucher.

Seit etwa zwei Wochen sinken die Ölpreise durch die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs. (Archivbild)

© Alain Jocard/AFP/dpa

Seit etwa zwei Wochen sinken die Ölpreise durch die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs. (Archivbild)

Von Von Jürgen Krämer, dpa-AFX

Frankfurt/Main - Seit Anfang des Monats kennen die Ölpreise auf dem Weltmarkt nur eine Richtung: nach unten. In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Talfahrt beschleunigt. Der für den europäischen Markt wichtige Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee fiel zeitweise auf 72,24 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der tiefste Stand seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.

Warum fallen die Ölpreise so stark?

Seit etwa zwei Wochen sinken die Ölpreise durch die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs. Experten sehen einen wesentlichen Grund bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Nach ersten Gesprächen hatten beide Länder Fortschritte signalisiert, wenngleich ihre Darstellungen bisweilen auseinandergingen. Infolge eines ersten Rahmenabkommens haben bereits mehr Öltanker die Straße von Hormus durchqueren können. Die Blockade der für die Weltwirtschaft bedeutenden Meerenge hatte den Ölpreis im März zeitweise über 120 Dollar je Barrel getrieben. 

Neben dem zunehmenden Schiffsverkehr erklärten Experten der Dekabank den jüngsten Rückgang beim Ölpreis auch mit Lagerbeständen im Iran. Sollten die Sanktionen der USA gegen den Iran nachhaltig gelockert bleiben, könnten die angesammelten Ölreserven des Förderlandes auf den Markt kommen und für ein zusätzliches Angebot sorgen.

Zeigt die Entwicklung auf dem Ölmarkt Wirkung an den Tankstellen?

Der Weltmarkt für Rohöl ist ein wichtiger Treiber für Veränderungen bei den Spritpreisen. Wie aus Daten des ADAC hervorgeht, waren die Preise für Diesel bereits am vergangenen Wochenende knapp unter den Vorkriegswert gefallen, als für einen Liter zeitweise 1,73 Euro gezahlt wurde. Seitdem ging es mit dem Preis für Diesel noch weiter nach unten.

Allerdings wird der Tankrabatt, der die Steuern pro Liter um 16,7 Cent senkt, Ende des Monats auslaufen und die Spritpreise wieder steigen lassen. Ein Anstieg, der aber durch die jüngste Entwicklung am Ölmarkt erträglicher sein dürfte. Die jüngsten Preisrückgänge auf dem Weltmarkt sorgen nämlich in der Regel mit einiger Verzögerung für Wirkung an den Tankstellen.

Wie entwickeln sich die Preise für Heizöl?

Auch wenn bei den aktuell hohen Temperaturen in Deutschland kaum jemand daran denkt, den Heizöltank zu füllen: Die jüngste Preisentwicklung gibt Hoffnung, dass die kommende Heizsaison günstiger werden könnte als bisher befürchtet. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis für Heizöl am Donnerstagvormittag mit 110,90 Euro pro 100 Litern an. Nachdem der Preis im April noch bei über 150 Euro gelegen hatte, ging es auch hier seitdem kontinuierlich nach unten.

Was bedeutet der Rückgang der Ölpreise für die Inflation?

Die Entspannung bei den Energierohstoffen dürfte in vielen Haushalten für Aufatmen sorgen. In der Anfangsphase des Iran-Kriegs hatte eine Umfrage für die Auskunftei Schufa gezeigt, dass drei Viertel der Befragten steigende Spritpreise befürchten und Angst vor einer steigenden Inflation haben. 

Mit dem Iran-Krieg ist die Inflation in Deutschland im April bis auf 2,9 Prozent gestiegen. Zuletzt hat sich die Lage an der Preisfront aber etwas entspannt, was vor allem mit dem Rückgang der Energiepreise zu erklären ist. Laut jüngsten Daten sank die Teuerung im Mai auf 2,6 Prozent. Der aktuelle Rückgang der Ölpreise dürfte sich in den kommenden Monaten weiter bremsend auf die Inflation auswirken.

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Erstellt:
25. Juni 2026, 13:16 Uhr

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