Schneefall

10 Zentimeter Neuschnee im Flachland – Bomben-Zyklon und sibirische Kaltluft

Unwetterlage bringt am Montag bundesweit kräftige Niederschläge. Bis zu 10 cm Schnee im Flachland und 20 cm in Mittelgebirgen prognostiziert.

Tiefer Winter im Erzgebirge – in der neuen Woche soll es dann in vielen Teilen Deutschlands schneien.

© IMAGO/Bernd März

Tiefer Winter im Erzgebirge – in der neuen Woche soll es dann in vielen Teilen Deutschlands schneien.

Von Michael Maier

Polarwirbel und Polarlichter mischen in diesem Jahr den Winter auf, und die meteorologische Lage erinnert an Hochwassersituationen mit einem so genannten "Vb-Tief" (gesprochen: Fünf-B). So viel Schne wie schon lange nicht mehr könnte die Folge sein.

Deutschland steht vor einem Wetterumschwung mit erheblichen Schneefällen, die von Süden nach Norden ziehen. Besonders zum Wochenstart droht ein regelrechtes Winterchaos, das den Verkehr erheblich beeinträchtigen könnte. Bereits am Wochenende macht sich die Wetteränderung bemerkbar. Das bisher vielerorts sonnige und trockene Wetter weicht einer zunehmenden Bewölkung.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, werden die Sonnenstunden am Freitag merklich abnehmen, wobei Sachsen noch als „letzte Sonnenhochburg“ gilt. Im Westen fällt bereits etwas (Schnee-)Regen, während in der Osthälfte und im Norden Deutschlands verbreitet Dauerfrost herrscht.

Strenger Dauerfrost in Ostdeutschland

Die Temperaturen bleiben zweigeteilt: Im Westen und Südwesten sind Werte von +4 bis +8 Grad zu erwarten, während in der Osthälfte bei -7 bis 0 Grad der Frost dominiert. In den Nächten kann es im Osten mit -12 bis -4 Grad sogar zu mäßigem bis strengem Frost kommen.

Am Samstag erreicht ein Niederschlagsfeld Deutschland, das bereits über die Alpen gezogen ist. Die Bewölkung verdichtet sich zunehmend und noch am Vormittag setzt über dem Südwesten Schneefall ein, der sich zum Nachmittag weiter nach Norden ausdehnt. DWD-Meteorologe Markus Eifried erklärt: „In den zentralen Mittelgebirgen ist dann eine weiße Überraschung möglich.“ Im Westen könnte der Niederschlag bei Temperaturen bis zu +4 Grad als Schneeregen oder Regen niedergehen und stellenweise zu Glättegefahr führen.

Schneefall in Deutschland – die wichtigsten Fakten

  • Adria-Tief zieht von Sonntag auf Montag über Wien und Prag in Richtung Berlin
  • Schneefall breitet sich von Süden nach Norden aus und erfasst bis Montagnachmittag weite Teile Ostdeutschlands
  • Bis zu 10 cm Schnee im Flachland (auch in Berlin), bis zu 20 cm in den Mittelgebirgen
  • Temperaturen zwischen -4 und 0 Grad sorgen dafür, dass der Schnee diesmal liegen bleibt
  • Starke Beeinträchtigungen im Berufsverkehr am Montagmorgen zu erwarten
  • Besonders betroffen: Östliche Landesteile und der Alpenrand
  • Einfluss eines „Bomben-Zyklons“ auf dem Atlantik macht genaue Prognose noch unsicher
  • Winterliche Bedingungen setzen sich in der neuen Woche fort

Aufhellungen am Sonntag

Der Sonntag verläuft bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung verbreitet trocken. Über den Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist noch leichter Schneefall möglich. Der Westen darf sich immerhin auf Aufhellungen am Nachmittag freuen, während tiefe Wolken im Nordosten ganztags den Himmel verdecken.

Schnee-Chaos durch "Vb-Wetterlage" am Montag?

Das eigentliche Winterchaos droht jedoch zum Wochenstart. In der Nacht zum Montag zieht von Südosten ein neues Niederschlagsgebiet auf, das erhebliche Schneemengen bringen wird. „Für Montag droht eine echte "Vb-artige" Schneelage und das Wetter in Deutschland wird nochmal deutlich winterlicher“, warnen Meteorologen. Es handelt sich um ein Tief, das sich am Sonntag in der Adria bildet und mit viel Feuchtigkeit nach Norden zieht - voraussichtlich über Wien und Prag in Richtung Berlin und Ostsee.

Von Sonntag auf Montag setzt im Südosten kräftiger Schneefall ein, der sich zum Berufsverkehr südlich einer Linie zwischen dem Saarland und Sachsen nach Norden ausdehnt. Bei Temperaturen von -4 bis 0 Grad fällt der Niederschlag überwiegend als Schnee und kann für winterliche Straßenverhältnisse sorgen. Zum Berufsverkehr am Montagmorgen muss mit starken Einschränkungen auf den Straßen gerechnet werden.

Immer wenn Meteorologen vor einer „Vb-Wetterlage“ (gesprochen: Fünf-B) warnen, ist in Mitteleuropa höchste Vorsicht geboten. Es handelt sich um Tiefdruckgebiete, die sich wie ein Schwamm mit enormen Mengen Feuchtigkeit aus dem Mittelmeer vollsaugen und nur sehr langsam abziehen. Aufgrund ihrer Zugbahn erreichen sie den Südwesten Deutschlands meistens nicht direkt, können hier jedoch auch die Lage beeinflussen.

Vb-Wetterlagen in Mitteleuropa

Viele der verheerendsten Hochwasserkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Mitteleuropa gehen auf das Konto von Vb-Wetterlagen:

  • Das Oderhochwasser 1997
  • Das Elbehochwasser 2002 („Jahrhundertflut“)
  • Das Hochwasser in Mitteleuropa 2013
  • Zuletzt das Hochwasser im September 2024 (Tief Boris)

Schnee auch in Baden-Württemberg?

Besonders betroffen sind diesmal voraussichtlich die östlichen Landesteile Deutschlands und der Alpenrand. Es werden bis zu 10 Zentimeter Schnee im Flachland erwartet - also auch in Berlin. In Mittelgebirgen wie Harz, Schwarzwald oder Schwäbischer Alb können sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Im Gegensatz zu früheren Niederschlägen in dieser Saison wird der Schnee flächendeckend liegen bleiben.

Auch in Baden-Württemberg könnte es schneien, aber die genaue Vorhersage der Schneeverteilung bleibt noch unsicher, da die Wetterlage stark von einem sogenannten „Bomben-Zyklon“ beeinflusst wird, der sich von Donnerstag auf Freitag auf dem Atlantik entwickelt. Selbst kleine Änderungen in der Lage dieses Sturms können große Auswirkungen auf den Verlauf der Schneefälle haben.

Bomben-Zyklon und sibirische Kaltluft

Für die kommende Woche zeichnet sich eine Fortsetzung der winterlichen Bedingungen ab. Die starken Tiefdruckgebiete setzen sich fort, wodurch sich über Skandinavien weiterhin sibirische Kaltluft sammelt, während über Deutschland immer wieder Niederschlag an die Luftmassengrenze gelangt. Somit sind auch in der nächsten Woche weitere starke Schneefälle möglich.

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Erstellt:
23. Januar 2026, 09:06 Uhr
Aktualisiert:
23. Januar 2026, 11:52 Uhr

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