139 Kinder sind laut Stadt inzwischen wieder versorgt

Die meisten von der Kündigung des Trägers ASB Stuttgart betroffenen Kinder haben inzwischen eine neue Schulbegleitung.

Die Lage an den Schulen hat sich im Gegensatz zum Februar, als dieser Protest stattfand, deutlich gebessert.

© Lichtgut/Max Kovalenko

Die Lage an den Schulen hat sich im Gegensatz zum Februar, als dieser Protest stattfand, deutlich gebessert.

Von Viola Volland

Stuttgart - Zwei Monate im Ausnahmezustand liegen hinter mehreren sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Aktuell soll sich die Lage bessern. Nachdem die Stadt Anfang Februar dem Träger Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Stuttgart wegen Betrugsvorwürfen für die Schulbegleitung gekündigt hatte, konnte inzwischen für den Großteil der Kinder eine Lösung gefunden werden.

Insgesamt waren von der Kündigung zunächst 146 Kinder betroffen. Stand Montag seien 139 Kinder an der Schule, berichtete die Leiterin des Schulverwaltungsamts, Kerstin Niendorf, nun im Schulbeirat, wobei noch Hospitationen anstünden. Sechs Kinder fehlten weiterhin, hierbei handele es sich um spezielle Einzelfälle.

Eines von den sechs Schulkindern kann laut Schulverwaltungsamt am 1. Mai wieder kommen. Bei den anderen fünf sei das Matching noch nicht gelungen. Die Träger hätten den Eltern mehrere Schulbegleitungen vorgestellt, so Niendorf. „Wir appellieren an die Mitwirkung der Eltern“, sagte sie im Beirat. Das Schulverwaltungsamt setzt bei zwei noch unversorgten Kindern von der Gustav-Werner-Schule große Hoffnungen auf anstehende Hospitationen; bei einem weiteren Kind, das die Margarete-Steiff-Schule besucht, soll das Matching wegen der besonderen Bedürfnisse „schwieriger“ sein, so die zuständige Mitarbeiterin des Amts. Auch am Schulkindergarten werde sich die Lage bessern, weil eine vierte Fachkraft starte und eine Begleitung noch hospitiere. Laut Gesamtelternbeirat sind fünf Kinder am Schulkindergarten betroffen.

Zehn Träger haben laut Stadt die Fälle des ASB übernommen. Bis auf drei seien diese langjährig bekannt aus der Eingliederungshilfe oder aus der Nachmittagsbetreuung. Der Vorteil der neuen Begleitungen: Es seien keine Kräfte aus dem Freiwilligen sozialen Jahr darunter, sondern qualifizierte Begleitungen, die langfristig an den Schulen eingesetzt werden könnten.

Unterm Strich sei es „beachtlich, wie viel man hingekriegt hat“, würdigte der geschäftsführende Schulleiter der SBBZ, Michael Hirn, die Bemühungen. Man sei nun „in relativ sicheren Gewässern, auch wenn noch nicht alles gut ist“. Die Schulen seien „froh“ über den Stand jetzt.

Auseinandersetzung zwischen Stadt und Träger

Stadt Die Stadt Stuttgart erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem ASB Stuttgart. Die fristlose Kündigung sei notwendig gewesen, weil der Träger Leistungen abgerechnet habe, die er nicht erbracht habe. Im Raum steht zum Beispiel, dass doppelte Abrechnungen gestellt worden sein sollen, dass auch für Kinder, die noch gar keine Schulbegleitung an ihrer Seite hatten, Geld abgerechnet worden sein soll, dass Fachkräfte abgerechnet worden sein sollen, obwohl FSJ-Kräfte beschäftigt wurden. Die Stadt hat am 12. Februar Strafanzeige gestellt. Die Ermittlungen laufen derzeit noch, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage mitteilt.

Träger Der ASB Stuttgart hat die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen. Stundenzettel, die sie von den Schulen bekommen hätten, seien fehlerhaft gewesen. Man wisse nur von einer doppelten Abrechnung, die man selbst sofort storniert habe. Der ASB hat eine Unterlassungserklärung erwirkt, weil die Stadt fälschlicherweise behauptet hatte, dass der ASB eigenmächtig seine Kräfte ab dem 5. Februar abgezogen habe und bis 28. Februar hätte weiter betreuen können.

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Erstellt:
19. April 2026, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
19. April 2026, 23:57 Uhr

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