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Als harter Schuss in die Play-offs

Die Amateurfußballer haben seit fünf Monaten kein Spiel mehr ausgetragen. Da gewinnt E-Sports bei vielen Kickern immer mehr an Bedeutung. So auch bei Simon Zügel, der sich nun für die Zwischenrunde der deutschen Meisterschaft qualifiziert hat.

Der 16-jährige Simon Zügel aus Oppenweiler blickt der Zwischenrunde um die deutsche Meisterschaft entgegen. Foto/Grafik: G. Brommer

Der 16-jährige Simon Zügel aus Oppenweiler blickt der Zwischenrunde um die deutsche Meisterschaft entgegen. Foto/Grafik: G. Brommer

Von Heiko Schmidt

Harter Schuss 22 – dieser Spielername ist in der Welt des E-Sports schon ein Begriff. Mit diesem Pseudonym spielt Simon Zügel auf der Playstation mit dem Programm FIFA 21. Der 16-Jährige aus Oppenweiler hat sich nämlich das Ticket für die Play-offs um die deutsche Meisterschaft vom 14. bis 16. Mai gesichert. „Ich freue mich riesig darüber“, sagt der Schüler des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Backnang. Um den Sprung zu den besten E-Sportlern in Deutschland zu schaffen, musste Simon Zügel starke Leistungen zeigen. Er hat die Hürde in der Monatswertung Februar übersprungen. 90 Online-Spiele gegen per Zufallsgenerator ausgewählte Kontrahenten waren zu absolvieren. Das bedeuteten im Schnitt 3,2 Partien pro Tag. Die starke Bilanz von Simon Zügel waren 88 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage. Damit landete er in der Monatstabelle auf dem sechsten Platz. Die ersten 13 schafften den Sprung in die Play-offs. Dies gelang dem Schüler.

Zum E-Sports kam Simon Zügel über seinen Heimatverein SG Oppenweiler/Strümpfelbach. In der Spielgemeinschaft mit dem FV Sulzbach, dem Juniorteam, jagt er eigentlich als Mittelfeldspieler in der B-Jugend dem Ball hinterher. Doch seit fünf Monaten fand wegen der coronabedingten Pause keine Partie mehr statt. Das Training wird online oder alleine absolviert. „Da habe ich mehr Zeit“, berichtet Simon Zügel. Er spielt zwar seit 2017 mal mehr und mal weniger auf der Playstation mit dem Programm FIFA, sein Interesse am E-Sports wurde jedoch erst vor sechs Monaten geweckt. Seitdem bedient er die Controller öfter.

„Im Februar waren es teilweise fünf Stunden am Tag, die ich gespielt habe. Das macht viel Spaß“, so Simon Zügel. Den Lohn gab es bei der Virtual Bundesliga (VBL) open. Eine gute Vorbereitung darauf war für ihn die zweite Auflage des BKZ-FIFA-Cups. Dort trat er mit seinen Teamkameraden für die SG Oppenweiler/Strümpfelbach an. „Da wurde auch im 90er-Modus gespielt“, berichtet der 16-Jährige. Während beim BKZ-FIFA-Cup für seine Mannschaft im Viertelfinale Endstation war, lief es für den Schüler bei der Qualifikation für die deutsche Einzelmeisterschaft besser. Das weckt bei ihm nun einige Erwartungen.

Sein Ziel bei den Play-offs? „Ich möchte unter die Top 16 kommen“, gibt sich Simon Zügel selbstbewusst. Lukrativ wäre es allemal. Auf den Sieger des darauffolgenden Grand Final wartet eine stolze Summe von 40000 Euro. Der Zweite bekommt immerhin noch 20000 Euro. Das Preisgeld wird bis zum Platz 16 abgestuft, bei dem es 1500 Euro gibt. Darüber würde sich Simon Zügel sehr freuen. Wenn er es allerdings bis dorthin geschafft haben sollte, dann gehört er zu den Topspielern in Deutschland. Ein Angebot von einem Team aus der Virtual Bundesliga würde nicht lange auf sich warten lassen. So weit will Simon Zügel zunächst noch nicht denken. Obwohl: „Ich kann mir durchaus vorstellen, beruflich FIFA zu sielen.“ Jedoch steht für ihn erst mal die Schule an erster Stelle.

Um für den Fall einer beruflichen Karriere im E-Sports gewappnet zu sein, hat sich Simon Zügel der Mannschaft von Mizka E-Sports aus dem Remstal angeschlossen. „Dem gehören sechs junge und talentierte Spieler an.“ Darunter befindet sich auch Jannick Maurer vom SV Spiegelberg. Simon Zügel sagt: „Wir werden von Mike Copertino und seinem Team gefördert, bekommen Hilfestellungen und können zu anderen Spielern Kontakte knüpfen.“ Das ist ein sehr guter Start vielleicht in eine Karriere als Profi. Aber Simon Zügel macht auch klar, dass er eine recht normale technische Ausstattung zu Hause hat. „Ich spiele mit einer Playstation 4 und einem normalen Monitor. Eine Internetleitung mit 50 MBit reicht auch aus“, so der 16-Jährige. Zudem kommentiert er auf dem Twitch-Kanal von Mizka E-Sports einige Livespiele. Und eigentlich kennen Simon Zügel viele eher unter seinem Playstation-Kürzel Simi_1893MC. „Für die Spiele bei der deutschen Meisterschaft habe ich mir einen Insidernamen zugelegt.“ Dieser wird bestimmt schon bald weitaus bekannter sein als sein bisheriger Name.

Team von Leno E-Sports siegt mit dem 1. FC Heidenheim

Bei der deutschen Meisterschaft mit der Mannschaft und im Einzel wird mit dem Programm FIFA 21 im 90er-Modus auf der Playstation und auf der Xbox gespielt. Dieser Spielmodus setzt die Bewertung aller Spieler auf einen Wert von 90. Dies ermöglicht weitestgehend faire Spiele.

Die Saison der Virtual Bundesliga für die Mannschaften ist seit Sonntag beendet. Beim Finalturnier setzte sich überraschend der 1. FC Heidenheim durch. Für den Zweitligisten trat das Team von Leno E-Sports an. Dem gehören Serhat Öztürk, Denis Müller, Deniel Mutic und Niklas Luginsland an. Sie bezwangen im Endspiel den FC St. Pauli mit 2:1. Somit krönte der Debütant aus Heidenheim eine starke Saison mit dem deutschen Clubmeistertitel. „Der Erfolg gibt uns Recht und ist vor allem eines: ein riesiger Ansporn, uns stetig weiterzuentwickeln und nicht nachzulassen“, sagt der deutsche Nationaltorhüter Bernd Leno vom FC Arsenal London. Er hat das Team von Leno E-Sports aus Stuttgart ins Leben gerufen.

Das Grand Final im Einzel findet vom 4. bis 6. Juni statt. Die ersten acht Mannschaften der Mannschafts-Bundesliga dürfen jeweils einen Spieler für den Wettbewerb mit der Playstation stellen. Die anderen acht Akteure werden bei den Play-offs vom 14. bis 16. Mai ermittelt. Dort starten die jeweils 13 Besten von den vier Qualifikationsmonaten. Darunter befindet sich Simon Zügel aus Oppenweiler. Hinzu kommen zwölf Spieler von anderen Mannschafts-Bundesligisten. Somit gehen bei den Play-offs auf der Playstation insgesamt 64 Teilnehmer an den Start. Auf der Xbox wird nach dem gleichen Turniermodus gespielt.

Demnächst wird es für den SV Spiegelberg ernst. Der Sieger der zweiten Auflage des BKZ-FIFA-Cups darf als Preis gegen das Team von Leno E-Sports online spielen. Für Jannick Maurer und Luca Reißer wird es eine besondere Ehre sein, schließlich treten sie gegen den neuen deutschen Mannschaftsmeister der Virtual Bundesliga an. Wann die Spiele stattfinden werden, ist noch offen.

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Erstellt:
30. März 2021, 06:00 Uhr

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