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Auf den Feiertag folgt bittere Tristesse

Fußball-Regionalligist Großaspach muss in Offenbach erneut feststellen, dass die Teams aus dem Vorderfeld der Tabelle offenbar eine Nummer zu groß sind. Nach den zwei wichtigen Heimsiegen zuvor setzt es nun die vierte Auswärtsniederlage in Folge.

Von Offenbach zu Fall gebracht: Marvin Cuni und die SG Sonnenhof. Trotz früher 1:0-Führung verlor der Regionalligist aus dem Fautenhau am Ende mit 1:3. Großaspach vergab bei der vierten Auswärtsniederlage die Chance, sich im Kampf gegen den Abstieg mehr Luft zu verschaffen. Foto: Eibner

© Eibner-Pressefoto/ Uli Scherbaum

Von Offenbach zu Fall gebracht: Marvin Cuni und die SG Sonnenhof. Trotz früher 1:0-Führung verlor der Regionalligist aus dem Fautenhau am Ende mit 1:3. Großaspach vergab bei der vierten Auswärtsniederlage die Chance, sich im Kampf gegen den Abstieg mehr Luft zu verschaffen. Foto: Eibner

Von Uwe Flegel

Die Enttäuschung war groß bei den Großaspacher Fußballern. Da hatte die SG Sonnenhof gehofft, nach den zwei wichtigen Heimsiegen in den Kellerduellen gegen Walldorf und Pirmasens nun in Offenbach überraschen und auch mal in der Fremde nachlegen zu können. Doch Pustekuchen. Auf den 7:1-Feiertag gegen den FKP gab es für den Regionalligisten aus dem Fautenhau ein 1:3 beim OFC und anschließend reichlich Tristesse. Für die abstiegsgefährdeten Schwaben war es die vierte Auswärtsniederlage in Folge. Wieder einmal war ein Team aus dem Tabellenvorderfeld eine Nummer zu groß für den Ex-Drittligisten gewesen.

„Du musst einfach auch mal gegen eine Mannschaft von oben punkten“, weiß der erfahrene Trainer Hans-Jürgen Boysen. Gelingt das nicht, dann darf man sich nicht wundern, wenn es in der Tabelle nicht richtig vorangeht. Nach Elversberg, Frankfurt und Bahlingen kehrte Aspach diesmal vom Gastspiel am Bieberer Berg mit leeren Händen heim und hockt weiterhin im Tabellenkeller.

Dabei hatte das Duell für die Gäste optimal begonnen. Torjäger Marvin Cuni hatte schon nach fünf Minuten eine Flanke von Nico Jüllich zu seinem 14. Saisontor und zum 1:0 für den Außenseiter genutzt. Doch nach und nach geriet die SG auf dem holprigen Platz immer mehr unter Druck. „Wir konnten den Ball nicht kontrollieren, waren nicht im Spiel und im Spielaufbau zu fehlerhaft“, ärgerte sich Boysen nach der Niederlage gegen den Verein, den er bereits dreimal trainiert und zweimal in die Zweite Bundesliga geführt hatte. 20 richtig ordentliche Minuten zu Beginn und 10 gute Minuten am Ende reichen eben nicht, um bei einem Titelaspiranten ein Pünktchen oder gar drei Zähler abzugreifen.

Trainer Boysen weiß, dass „unsere Leistung einfach nicht gereicht hat“.




Der Trainer sprach dann auch nicht lange um den heißen Brei herum. Hans-Jürgen Boysen war unzufrieden mit diesem Auftritt. „Unsere Leistung hat einfach nicht gereicht. Es war sicherlich nicht unser Sahnetag“, gestand der 63-jährige Fußballlehrer ein. In der Pressekonferenz hatte er hörbar damit zu kämpfen, nicht noch deutlicher zu werden: „Ich könnte jetzt noch das eine oder andere sagen, aber das bringt nichts, es muss ja weitergehen.“ Weiterhin als Neuntletzter und mit festem Blick nach hinten auf die sechs Abstiegsplätze.

Die Schwaben stehen in den kommenden zwei Heimspielen gegen Hoffenheim II und Koblenz jedenfalls wieder richtig unter Druck, nachdem es auf dem holprigen Platz in Offenbach nicht geklappt hat, wenigstens einen Teilerfolg zu sichern und sich ein ganz kleines Stückchen weiter ans rettende Ufer zu robben. Müßig, darüber zu diskutieren, ob mehr drin gewesen wäre, hätte Boysen derselbe Kader zur Verfügung gestanden wie gegen Pirmasens. Doch der erfahrene Innenverteidiger Julian Leist hatte wegen einer Erkältung kurzfristig passen müssen und Offensivmann Andreas Ivan war aus der Pirmasens-Partie leicht angeschlagen herausgegangen und war die Blessur bis zum Duell in Offenbach nicht mehr richtig losgeworden.

Die beiden haben nun eine Woche Zeit, um wieder fit zu werden und für die beiden kommenden wichtigen Aufgaben parat zu stehen. Wobei die SG zumindest personell derzeit gut für den Abstiegskampf gerüstet zu sein scheint. Beim OFC kehrte zum Beispiel der lange fehlende Ex-Bundesliga-Verteidiger Sandro Sirigu in der Schlussphase auf den Platz zurück und Mittelfeldmann Georgios Pintidis, der das erste Halbjahr wegen einer Leisten-OP fehlte, feierte in den letzten 20 Minuten weitere Spielpraxis. Doch da war die Partie im Prinzip schon verloren. Da hatten die Gäste mit Fehlpässen im Vorwärtsgang selbst dafür gesorgt, dass sie vorentscheidend ins Hintertreffen geraten waren. Wieder einmal.

Aspachs Kapitän Kai Gehring: „Wir haben den Gegner mit unseren Fehlern aufgebaut.“




SG-Kapitän Kai Gehring urteilte: „Wir hatten eigentlich sehr gute Kontersituationen, doch dann kam der letzte Pass nicht oder wir haben die falsche Entscheidung getroffen.“ Wie bei beiden Gegentoren, als beide Male der komplizierte Pass versucht wurde, anstatt einfach den freien Mann anzuspielen. „Wir haben den Ball zu oft den dem Gegner in die Füße gespielt und ihn damit aufgebaut“, ärgerte sich der Abwehrspieler und gestand ohne große Umschweife ein: „Die Niederlage war verdient.“ Und das gerade mal einen Tag, nachdem er seinem 33. Geburtstag gefeiert hatte.

Angesichts der Enttäuschung auf dem Bieberer Berg hatte es Gehring die Feierlaune auf jeden Fall verhagelt. Schließlich hatten Großaspachs Fußballer beim DFB-Pokalsieger von 1970 nachlegen wollen. Doch nun mussten sie schmerzhaft erfahren, dass die Bäume auch nach einem knappen und einem glanzvollen Heimsieg in zwei Kellerduellen noch nicht in den Himmel gewachsen sind.

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Erstellt:
15. Februar 2021, 06:00 Uhr

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