Auf «Elli» folgt Tief «Gunda»
Auf Schnee folgt Eis - Gefahr auf glatten Straßen
Wintersturm «Elli» ist gerade weg, da droht mit Tief «Gunda»neues Ungemach. Bundesweit kann es glatt werden auf Straßen. Die Bahn rechnet damit, diesmal von größeren Problemen verschont zu bleiben.
© Daniel Vogl/dpa
In der Nacht könnte Glatteis für Gefahr sorgen.
Von dpa
Berlin - Nach dem sonnigen Sonntag droht schon in der Nacht neues Wetterchaos. Von Westen her bringt Tief "Gunda" Schnee und später Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei "eine überregional unwetterartige Glatteis-Lage", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehen lassen, warnte ein ADAC-Sprecher.
Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr im Distanzunterricht. Es werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit.
Die Deutsche Bahn rechnet für Montag nur mit kleineren Einschränkungen durch gefrierenden Regen. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so große Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl.
Fernverkehr läuft weitgehend wieder
Die Bahn hatte wegen Wintersturm "Elli" den Fernverkehr im Norden Deutschlands seit Freitag zeitweise komplett eingestellt. Am Sonntagmittag fuhren rund zwei Drittel des Fernverkehrs der Deutschen Bahn in Norddeutschland wieder normal, wie Bahnchefin Evelyn Palla sagte. "Die großen Hauptachsen sind alle freigeräumt und befahrbar."
Auf Straßen kam es am Wochenende zu zahlreichen Glätte-Unfällen, insgesamt blieb die Lage aber vergleichsweise entspannt. Auf eine eisige Nacht folgte vielerorts ein traumhafter Wintersonntag mit viel Sonne über den frisch verschneiten Landschaften.
Damit ist es nun vorbei. Regional kann es nach der DWD-Prognose vor allem in Bayern und im Osten noch bis in den Dienstag hinein gefrierenden Regen geben. "Am Mittwoch tagsüber hat sich der Winter so weit aus Deutschland verabschiedet und die Brechstange wieder eingepackt", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Richtiges Winterwetter sei dann vorerst nicht mehr in Sicht.
Nacharbeit bei der Bahn
Bei der Bahn dürfte die Nacharbeit allerdings noch anhalten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte der "Rheinischen Post", die Bahn werde sicher analysieren, "wo es besonders gut Hand in Hand lief, und da, wo es etwas zu verbessern gibt, Abläufe weiter optimieren". Klar sei aber auch, dass bei solchen extremen Wetterlagen kein planbarer Normalbetrieb möglich sei und immer wieder neu reagiert werden müsse.
"Andere europäische Länder bekommen das besser hin, wenn es schneit oder kalt ist", sagte Christoph Ploß (CDU), Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, der "Rheinischen Post". Die Grünen forderten eine kritische Prüfung des Krisenmanagements der Bahn. Sie schränke "heute den Bahnverkehr ein, wo dieser früher bei teils schwierigeren Wetterverhältnissen aufrechterhalten wurde", sagte Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel der "Rheinischen Post".
© Christian Charisius/dpa
Vielerorts gab es auch im Nahverkehr Probleme.
© Malin Wunderlich/dpa
Überfrierender Regen kann gefährlich werden - für Fußgänger ebenso wie im Straßen- und Bahnverkehr.
© Bodo Marks/dpa
Bei der Bahn kam es zu chaotischen Zuständen - wie hier am überfüllten Hamburger Hauptbahnhof.
© Daniel Bockwoldt/dpa
Schneeverwehungen waren ein großes Problem für den Bahnverkehr im Norden.
© Wolf von Dewitz/dpa
Das strahlend schöne Sonntagswetter wurde von vielen Freizeitsportlern genutzt.
© Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Der ADAC rät, auf nicht zwingend nötige Fahrten zu verzichten.
