Beamte und TV-L

Besoldung: Ab wann gibt es mehr Geld im öffentlichen Dienst?

Eine Erhöhung ist beschlossen – momentan läuft die Verdi-Urabstimmung. Doch bis wann kommt die höhere Besoldung für Angestellte und Beamte tatsächlich auf dem Konto an?

Auch bei der Polizei gibt es mehr Geld.

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Auch bei der Polizei gibt es mehr Geld.

Von Michael U. Maier

Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst können sich 2026 über mehr Gehalt freuen. Nach den Tarifverhandlungen für die Länder vom Februar 2026 steht nun fest, wann und in welchem Umfang die Gehaltserhöhungen umgesetzt werden. Besonders für Baden-Württemberg gibt es wichtige Informationen zur Übertragung auf die Beamtenbesoldung.

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Die Tarifrunde für die Länder hat am 14. Februar 2026 mit einer Einigung geendet. Insgesamt erhalten die rund 925.000 Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von 5,8 Prozent, verteilt über eine Laufzeit von 27 Monaten. Die erste Erhöhung tritt voraussichtlih zum 1. April 2026 in Kraft und beträgt 2,8 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro. Es folgen zwei weitere Steigerungen: 2,0 Prozent ab März 2027 und 1,0 Prozent ab Januar 2028. Auszubildende erhalten über die Laufzeit insgesamt 150 Euro mehr.

Mehr Geld für Schichtdienst im TV-L

Auch Beschäftigte in Schichtdiensten profitieren von verbesserten Zulagen: Für Schichtdienste steigt die Zulage auf monatlich 100 Euro, für Wechselschicht auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern sogar auf 250 Euro. Studierende, die an Hochschulen und Universitäten beschäftigt sind, können sich über höhere Mindeststundenentgelte freuen: 15,20 Euro ab dem Sommersemester 2026 und 15,90 Euro ein Jahr später.

TV-L-Tariferhöhung (Länder)

  • 01. April 2026: +2,8%, mindestens 100 Euro
  • März 2027: +2,0%
  • Januar 2028: +1,0%
  • Auszubildende: insgesamt +150 Euro über die Laufzeit
  • Laufzeit: bis 31. Januar 2028 (27 Monate)

TV-L-Tariferhöhung – wann ist das Geld auf dem Konto?

Ob die April-Erhöhung jedoch pünktlich auf den Konten landet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Tarifeinigung wird erst rechtskräftig, wenn alle Vertragsparteien final zugestimmt haben. Die Arbeitgeberseite hat dies bereits getan, wie ein Sprecher des baden-württembergischen Finanzministeriums mitteilte: „Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), in der das Land Baden-Württemberg Mitglied ist, hat dem Tarifabschluss arbeitgeberseitig bereits vorbehaltlos zugestimmt.“

Spezielle Zulagen im TV-L

  • Schichtdienst: Erhöhung auf 100 Euro monatlich
  • Wechselschicht: Erhöhung auf 200 Euro monatlich
  • Krankenhäuser: Erhöhung auf 250 Euro monatlich
  • Studentische Beschäftigte: 15,20 Euro/Stunde ab Sommersemester 2026, 15,90 Euro/Stunde ein Jahr später

Mehrere Monate für redaktionelle Verhandlungen über TV-L?

Bei den Gewerkschaften läuft aktuell noch die Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis. Nach Erfahrungen aus früheren Tarifrunden könnten die redaktionellen Verhandlungen und die technische Umsetzung mehrere Monate in Anspruch nehmen, was zu Verzögerungen bei der Auszahlung führen könnte.

Sollte es zu deutlichen Verzögerungen kommen, könnten die Länder auf Abschlagszahlungen zurückgreifen. Im Bereich TvÖD (Bund und Kommunen) waren die Auszahlungen jedoch sehr lange verschleppt worden – Millionen Mitarbeiter mussten warten.

Beschluss über Besoldung in Baden-Württemberg durch neue Regierung

Für die Beamtinnen und Beamten in Baden-Württemberg gibt es positive Signale. Das Finanzministerium Baden-Württemberg teilte mit: „Baden-Württemberg plant den Tarifabschluss zeitgleich und systemgerecht auf Besoldung und Versorgung der Beamtinnen und Beamten, sowie Richterinnen und Richter zu übertragen.“

Da der Übertrag durch den Landtag beschlossen werden muss und in Baden-Württemberg am 8. März 2026 Landtagswahlen stattfinden, strebt das Finanzministerium „eine möglichst schnelle und damit eine vorgriffsweise Auszahlung der anzuhebenden Besoldung und Versorgung an.“

TV-V (Versorgungsbetriebe)

  • 01. Juni 2026: +1,25%
  • (Vorherige Stufe: 01. Juni 2025: +5,1% im Durchschnitt)

TV-Ärzte/VKA (Kommunale Krankenhäuser außer in BW)

  • 01. Juni 2026: +2,0%
  • (Vorherige Stufen: 01. Juli 2024: +4,0% rückwirkend, 01. August 2025: +2,0%)

Bayern verschleppt Besoldungserhöhung

Hierfür werde ein Beschluss im neu konstituierten Ministerrat und die Zustimmung des Finanzausschusses im neu gewählten Landtag benötigt. „Wir streben an, dass eine vorgriffsweise Auszahlung möglichst vor der Sommerpause erfolgen kann,“ so ein Sprecher des Ministeriums von Danyal Bayaz (Grüne).

Im Gegensatz dazu hat Bayern bereits angekündigt, die Übertragung auf die Landesbeamten um sechs Monate zu verzögern, während NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sich zu einer schnellen Übertragung bekannt hat.

Weitere Bereiche mit Erhöhung zum 1. Mai 2026

  • TV-Autobahn (Autobahn GmbH des Bundes) – 2,8%
  • Bundesagentur für Arbeit – 2,8%
  • Deutsche Rentenversicherung – 2,8%
  • Berufsgenossenschaften – 2,8%

TVöD-Tariferhöhung zum 1. Mai 2026

Für Beschäftigte von Bund und Kommunen nach TVöD steht ebenfalls eine Gehaltserhöhung bevor: Zum 1. Mai 2026 steigen die Gehälter um 2,8 Prozent. Dies ist bereits die zweite Stufe des TVöD-Tarifabschlusses vom April 2025, nachdem die erste Erhöhung um 3,0 Prozent (mindestens 110 Euro) bereits zum 1. April 2025 in Kraft getreten war.

Über 12 Milliarden Kosten für die Länder

Der Tarifabschluss für die Länder wird den Arbeitgebern zufolge 4,11 Milliarden Euro für die Tarifbeschäftigten kosten. Mit der geplanten Übertragung auf Beamte und Pensionäre würden sich die Kosten insgesamt auf 12,34 Milliarden Euro belaufen. Arbeitgeberseitig wurde von einem „Kompromiss an der Belastungsgrenze“ gesprochen, der aber den Länderhaushalten Planungssicherheit biete.

Rückwirkende Besoldungsreform für Beamte im mittleren Dienst

Für Bundesbeamte steht zudem noch eine weitere Anpassung an: Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll bald eine Reform der Beamtenbesoldung vorlegen, die die Gehälter rückwirkend für die vergangenen fünf Jahre erhöhen würde. Hintergrund ist ein Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe, wonach insbesondere im einfachen und mittleren Dienst die Bezahlung der Beamten teilweise zu wenig Abstand zur Grundsicherung hat.

Die kommenden Monate werden also spannend für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Während die Tariferhöhungen feststehen, bleibt besonders für die Beamtinnen und Beamten der Länder abzuwarten, wie schnell die Besoldungsanpassungen tatsächlich umgesetzt werden.

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Erstellt:
20. Februar 2026, 09:10 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2026, 09:18 Uhr

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