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Bester Jahrgang seit Langem

Die Abiturienten des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums haben die Schwierigkeiten der Coronakrise glänzend gemeistert. Die 53 Schüler haben einen Notendurchschnitt von 2,3 erreicht und viele können sich auch über Preise für ihre Leistungen freuen.

Ganz anders als sonst: Der Jahrgang feiert seinen Abschluss mit Abstand. Am jeweiligen Platz haben die Abiturienten Platz für zwei Angehörige, die bei der Feier dabei sein können. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Ganz anders als sonst: Der Jahrgang feiert seinen Abschluss mit Abstand. Am jeweiligen Platz haben die Abiturienten Platz für zwei Angehörige, die bei der Feier dabei sein können. Fotos: A. Becher

Von Petra Neumann

MURRHARDT. Ganz im Trend des Minimalismus stand die diesjährige Abiturfeier des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums. In sicherem Abstand waren die Stühle in Fächerform aufgestellt und sämtliche Trennwände in der Festhalle beiseitegeschoben beziehungsweise geöffnet. Obgleich die Abiturienten ihr Thema „Die Goldenen Zwanziger mit Glanz und Stil“ etwas abändern mussten, blieb bei der Feier, durch die Granit Cani und Dennis Klenk führten, vielleicht ein Hauch weniger Scheinglanz, dafür umso mehr echter Stil übrig.

So gut wie dieser Jahrgang hat schon lange keiner mehr abgeschnitten. Die Durchschnittsnote lag bei 2,3 mit 53 Schülern. Manche erhielten mehrfach Preise für ihre Glanzleistungen, dennoch haben alle Großes vollbracht.

Schulleiter Henning Zimmermann war denn auch voll des Lobes über diesen Notendurchschnitt. Er verglich in seiner Rede die Reise durch die Schuljahre am Gymnasium mit einer Seefahrt. „In der Antike hausten in den Unbilden der Meere finstere Ungeheuer, bereit, den Wagemutigen zu verschlingen. Manchen Schülern mochten die unterschiedlichen Fächer wie die zweite Fremdsprache oder die unumstößlichen Regeln und Axiome in der Mathematik als solche Monster erscheinen. Auch Goethes ,Faust‘ wollte als ein solcher Hieb aufs Auge dem einen oder anderen vorkommen. Dann die Katastrophe: Die absolute Flaute im schrillen Glanz der Angst war die Coronakrise, die alles erst einmal aufs Eis legte und für zusätzlichen Stress sorgte. Dennoch oder gerade deswegen haben die Schüler diese Irrfahrt durch äußere Widerwärtigkeiten mit Bravour gemeistert“, befand Henning Zimmermann. Aber die Reise auf dem Lebensschifflein ist mit dem Abitur nicht beendet. Es gilt, sich Ziele zu stecken und diese unerschütterlich zu verfolgen. Ein wichtiges Moment für den Seereisenden ist eine gute Crew, sprich zuverlässige Freunde.

Der Erste Beigeordnete der Stadt Murrhardt Rainer Braulik griff ebenfalls die Wassermetapher auf. „Die reinen Quellen der hiesigen Umgebung werden angezapft und in Rohre geleitet. Für den nötigen Druck sorgen bei den menschlichen Reservoiren die Lehrer. Es kann jedoch sein, dass er zu groß wird, sodass es zu Rohrbrüchen kommt und manche auch gute Tropfen verloren gehen und versickern. Die meisten jedoch schwimmen im großen Strom mit und erreichen ihr Ziel. Um die gute Qualität aufrechtzuerhalten, werden immer wieder Tests anberaumt und die finale ist die schwerste Prüfung, aber nur so kann Güte dieser substanziellen Flüssigkeit garantiert werden, das nunmehr geläutert zum Wasser des Lebens wird.“ Rainer Braulik hatte aber noch eine ganz konkrete Empfehlung im Gepäck. „Es kommt nicht darauf an, dass man sein Studium nach Einkommensklasse anvisiert, sondern aus Spaß und Enthusiasmus angeht. Dieses Feuer trägt und führt letztlich zum persönlichen Erfolg.“

Nach der Verleihung der Zeugnisse und der Preise durch Henning Zimmermann und Erich Morlock hielt die diesjährige Scheffel-Preisträgerin, Ida Marie Buchner, die Rede. Zwar sei vieles in der Coronakrise umgekrempelt worden, doch der Kelch dieser Ehre sei nicht an ihr vorbeigegangen. „Der Schulabschluss stellt einen Wandel dar, den man sich seit Jahren ersehnt hat, verbunden mit neuen Pflichten, aber auch mit der Freiheit der Eigenständigkeit. Wer lebt, muss auf Veränderungen gefasst sein, denn sie zwingen alle, Entscheidungen zu treffen, an denen man wachsen kann“, unterstrich die Rednerin.

Marc Millenet vom Freundeskreis des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums dankte und würdigte jene Schüler, die sich im sozialen Bereich engagiert hatten. „Wir alle haben erlebt, wie wichtig solidarisches Handeln ist. Unsere Gesellschaft ist ohne ein gewisses Maß an Einsatzbereitschaft und Gemeinschaftsbewusstsein nicht überlebensfähig.“

Natürlich bekamen auch die Lehrerinnen und Lehrer eine kleine Aufmerksamkeit für ihr Wirken und Walten, aber auch zum Teil einen Award, der hin und wieder eher an die Verleihung der goldenen Himbeere erinnerte, unter dem Motto: Gib ihnen Süßes und Saures.

Der Abend klang mit einem sehr launigen Abifilm des Jahrgangs aus, dessen Drehbuch das Schulleben selbst geschrieben hat – das Leben live dokumentiert im Heinrich-von-Zügel-Gymnasium.

Letzte Vorbereitungen vor dem Finale: Auch die Deko scheint auf Abstand bedacht zu sein.

© Alexander Becher

Letzte Vorbereitungen vor dem Finale: Auch die Deko scheint auf Abstand bedacht zu sein.

Die Abiturienten und ihre Auszeichnungen

Die Abiturienten des Jahrgangs 2020 in alphabetischer Reihenfolge und mit Preisen: Bennet Bader, Lasse Baun, Agnesa Bejic (Preis für sehr gute Leistungen, Ethikpreis, Physikpreis, Heinrich-von-Zügel-Preis), Ida Marie Buchner (Preis für sehr gute Leistungen, Gemeinschaftskundepreis, Scheffelpreis, Partnerschaftspreis der Stadt Murrhardt), Granit Cani, Celina Eisemann (Preis für sehr gute Leistungen, Ethikpreis), Marian Eitel, Marc Lukas Ellinger, Rebekka Engel (Preis für sehr gute Leistungen, Preis des Vereins Deutscher Sprache für bestes Abitur in Deutsch) Paula Feick, Leonard Fritz, Julian Fritzsch (Musikpreis), Manuel Javier Galán Medina, Sophia Gebert, Helen Magdalena Gleixner (Preis für sehr gute Leistungen), Nilay Doga Gültekin, Sophie-Maria Huber, Luisa Jung, Julian Kiefer, Alexander Kitschke, Sophie Klein, Dennis Klenk, David Konrad (Belobigung für gute Leistungen, Mathematikpreis), Anna Kruse (Preis für sehr gute Leistungen), Mirjana Kugler (Belobigung für gute Leistungen), Sonja Kugler (Preis für sehr gute Leistungen), Alexander Lohoff, Annika Sylvia Maurer, Frederike Michel, David Miguens (Belobigung für gute Leistungen), Ole Oleksa, Lea Marie Pfeiffenberger (Belobigung für gute Leistungen), Daniel Preinesberger, Hanna-Marie Riker (Geschichtspreis, Paul-Schempp-Preis in evangelischer Religion), Charlotte Risch, Flynn Marie Rohrweck, Yannick Niklas Rössle, Leonie Lara Satlukal, Florian Sattler (Preis für sehr gute Leistungen, Urkunde in Physik, Preise in Mathematik und Chemie, Ferry-Porsche-Preis), Tabea Schelzel (Preis für sehr gute Leistungen, Geschichtspreis), Hannah Schiffo, Robin Schmalzried (Preis für sehr gute Leistungen), Julian Maurice Schmid, Sarah Schreiber, Elina Segkouli, Lukas Selig, Mateusz Slenczek, Laurin Strobel (Urkunde in Physik), Volkan Tokel, Rabea Vockeroth (Musikpreis), Sina Wagner, Isabel Janine Wörsinger und Okan Yildiztekin.

Ein e-fellows.net-Stipendium ging an Agnesa Bejic, Ida Marie Buchner, Rebekka Engel und Florian Sattler.

Der Preis des Freundeskreises des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums ging an Marian Eitel, Nilay Gültekin, Mirjana Kugler, Robin Schmalzried, Mateusz Slenczek, Julian Schmid, Laurin Strobel und Rabea Vockeroth.

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Erstellt:
25. Juli 2020, 06:00 Uhr

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