Technologische Partnerschaft
Bosch und Neura Robotics treiben humanoide Robotik voran
Bosch und Neura Robotics bündeln ihre Kräfte, um die humanoide Robotik voranzutreiben. Welche Rolle dabei reale Daten aus Bosch-Werken spielen, bleibt spannend.
© Neura Robotics
David Reger, Chef von Neura Robotics, setzt bei humanoiden Robotern auf Kooperationen.
Von Imelda Flaig
Neura Robotics, Europas Pionier bei menschenähnlichen Robotern, und die Bosch-Tochter Robert Bosch Robotics bündeln ihre Kräfte. Beide Unternehmen haben eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft vereinbart, um gemeinsam auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierte Software für humanoide, also menschenähnliche Roboter zu entwickeln.
Gemeinsam sammeln beide Unternehmen reale Arbeits-, Bewegungs- und Umgebungsdaten in Bosch-Werken mithilfe von Sensor-Anzügen, teilte Neura Robotics mit Sitz in Metzingen mit. Solche physischen Trainingsdaten seien rar und sehr wertvoll – und der Schlüssel, um humanoide Roboter schnell, effizient und massentauglich zu machen.
Humanoide Robotik gilt als die nächste technologische Revolution, vergleichbar mit der Einführung des PCs oder Smartphones.
Gegenpol zu den USA und China bei der Roboter-Entwicklung
„Neura will Europa in einem der größten Zukunftsmärkte – der humanoiden Robotik – in die globale Führungsrolle bringen“, sagt David Reger, Chef von Neura Robotics. Mit der Partnerschaft wolle man einen Gegenpol zu Plattformriesen aus den USA und China setzen. „Deutschland und Europa setzen auf Zukunftstechnologien aus eigener Kraft“, so Reger. Trainingsdaten sind den Angaben des Unternehmens zufolge die größte Herausforderung in der Robotik, die habe niemand.
Hier kommt Bosch mit seinen weltweit rund 300 Fabriken ins Spiel. Mit Bosch habe man die Möglichkeiten, reale Daten zu erfassen, sie zu strukturieren und zu nutzen, sagte Reger.
Man wolle die Möglichkeiten der humanoiden Robotik stärker nutzen. In der Kooperation mit Neura entwickele man dieses Zukunftsfeld weiter, sagte Boschler Peter Svejkovsky, der den gewerblichen Rechtsschutz verantwortet. Neben der Sammlung von Daten und der Software-Entwicklung umfasse die Kooperation zudem die potenzielle Zulieferung von Robotik-Komponenten durch Bosch sowie eine mögliche Endmontage und Motorenfertigung für humanoide Roboter. Den Angaben zufolge werden für die neue Bosch-Einheit in einem ersten Schritt rund 70 Menschen arbeiten.
Weltweit entwickeln mehrere Unternehmen humanoide Roboter. Neura Robotics hat nach eigenen Angaben bereits einen Auftragsbestand von einer Milliarde Euro. Neura Robotics arbeitet auch mit dem Auto- und Industriezulieferer Schaeffler zusammen.
