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Coronaausbruch im Eulenhöfle

Murrhardter Heim für psychisch Kranke hat 32 positiv getestete Bewohner zu beklagen, zudem sind zwölf Mitarbeiter betroffen. Laut Einrichtung sind die Verläufe bei den Infizierten aber eher leicht bis hin zur Symptomfreiheit.

Im Eulenhöfle in Murrhardt gibt es eine ganze Reihe von Bewohnern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Haus ist nun geschlossen und es können keine Besuche mehr stattfinden. Angehörige und Betreuer sind informiert. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Im Eulenhöfle in Murrhardt gibt es eine ganze Reihe von Bewohnern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Haus ist nun geschlossen und es können keine Besuche mehr stattfinden. Angehörige und Betreuer sind informiert. Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. Der Blick auf die vom Landkreis veröffentlichten Zahlen macht klar, dass die Coronainfektionen im Rems-Murr-Kreis aktuell wieder steigen. Dabei fällt auf, dass Waiblingen mit 47 Fällen (Stand Mittwochabend) und Murrhardt mit fast genauso vielen, nämlich 41 Infizierten, die höchsten Werte haben. Für die Walterichstadt sind dies auch gemessen an der Einwohnerzahl hohe Werte. Nachbarkommunen liegen weit darunter wie beispielsweise Althütte (1), Auenwald (5), Großerlach (1) oder Sulzbach an der Murr (9), ebenso – etwas weiter entfernt – die Stadt Backnang (17). Die Stadtverwaltung Murrhardt reagierte denn auch mit einer Information auf ihrer Facebook-Seite: Die Zahlen seien aktuell sehr hoch, die Stadt liege in Bezug auf die Inzidenz mit nahezu 300 kreisweit an der Spitze. 35 Fälle seien im Zusammenhang mit einem Heim und einem Kindergarten zu sehen.

Bei dem betroffenen Heim handelt es sich um das Eulenhöfle, in dem zurzeit 106 Menschen leben. Betreut werden dort vor allem Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen und einer Suchtproblematik, es handelt sich also nicht um ein Pflegeheim im engerem Sinne. Im Eulenhöfle sind nach gestrigem Stand 32 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden, genauso zwölf Mitarbeiter (von 85). Martina Keck vom Landratsamt fügt aber hinzu: „Bei den Mitarbeitern sind vom zeitlichen Ablauf her gegebenenfalls manche schon wieder aus der Quarantäne entlassen worden.“ Außerdem lebten womöglich nicht alle in Murrhardt. Mutationen wurden bei den Tests nach Kenntnis des Gesundheitsamts keine festgestellt. Steffen Ritter, Pressesprecher der Doreafamilie, zu der das Eulenhöfle gehört, bestätigt die Zahlen der infizierten Bewohner, bei den Mitarbeitern sei sein Stand zehn positiv getestete plus zwei, die zunächst noch negativ getestet waren. Darüber hinaus berichtet er, dass drei Bewohner in die Klinik gekommen seien, aber nicht aufgrund von Covid-19, sondern wegen anderer, teils langwieriger Erkrankungen. Auch sie seien positiv getestet worden. Ein Bewohner des Heims, bei dem das Coronavirus ebenfalls nachgewiesen worden ist, ist gestorben. Steffen Ritter geht aber davon aus, dass Corona dabei keine Rolle gespielt hat, im Hintergrund hätten andere, vielfache Erkrankungen gestanden und es habe keine Covid-19-Symptome gegeben. Die positive Nachricht: „Die betroffenen Bewohnern im Haus haben eher leichte Symptome, manche sogar gar keine“, sagt er. Ebenso ist ihm bei den Mitarbeitern keine problematische Entwicklung bekannt. Als möglichen Hintergrund sieht er, dass bereits der überwiegende Teil der Bewohner eine erste Impfung erhalten hat. „Das war letzte Woche.“ Die Vermutung: Sollte die Impfung vor der Infektion gegriffen haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Erkrankung kein schwerer Verlauf auftritt. Noch sicherer – bis zu 99 Prozent – sei man nach der zweiten Impfung, die noch aussteht und voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen soll, erklärt Steffen Ritter.

Nun hieße es für die betroffenen, positiv getesteten Bewohner, ihre Zimmerquarantäne einzuhalten, was die Mitarbeiter überwachen müssten. Des Weiteren gelten entsprechende Hygienemaßnahmen und -regeln. „Das Haus ist jetzt auch geschlossen, es können keine Besuche mehr stattfinden, Angehörige und Betreuer sind informiert.“ In Bezug auf Folgetests sei man in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Und wie sieht es bei dem Kindergarten aus? In diesem Fall ist das Elsas-Haus betroffen. Dort wurde eine Person positiv getestet und die Stadtverwaltung informiert, dass in der Einrichtung eine Kindergartengruppe wegen des Coronafalls geschlossen ist. Der Personenkreis hat Informationen zu den Absonderungsregeln von der Stadt erhalten. Über den Kindergarten bietet das Gesundheitsamt den Kontaktpersonen der Kategorie eins eine Schnelltestung an, so die Murrhardter Stadtverwaltung. Die Gruppe war erst Montag wieder in den Regelbetrieb gegangen – der Kindergarten war am 9. Februar wegen eines Infektions- und eines Verdachtsfalls geschlossen worden. Auch im aktuellen Fall des Kindergartens sind dem Gesundheitsamt keine Mutationen bekannt. Martina Keck informiert aber, dass die britische Variante B.1.1.7, die als ansteckender gilt, auch in Murrhardt bereits aufgetreten sei. Ihres Wissens nach in drei Fällen und im privaten Umfeld von bekannt gewordenen Infektionen.

Für Bürgermeister Armin Mößner ist auch deshalb weiterhin Vorsicht geboten. Zum einen sei das Personal in den Kindergärten sensibilisiert, zum anderen seien aber auch verstärkt die Hygienemaßnahmen und die Coronaverordnung zu beachten. Darüber hinaus stellt er fest: „Das die vergangenen Wochen mühsam erarbeitete Abfallen der zweiten Welle sollte nun – wenngleich gerade bestes Frühlingswetter herrscht und es alle rauszieht – nicht dazu führen, dass vieles wieder möglich ist. Die Beschränkungen gelten weiter, und gerade die Zahlen im benachbarten Landkreis Schwäbisch Hall sind ein Alarmzeichen. Wenn wir die Zahlen nicht auf dem für die letzten Wochen niedrigen Niveau stabilisieren können, rennen wir in einen erneuten harten Lockdown mit einer Ausgangssperre als Quintessenz.“

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Erstellt:
25. Februar 2021, 06:00 Uhr

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