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Damit die Gemeindehalle geschützt ist

Bisher mussten am Gebäude in Fornsbach wenige Reparaturen erfolgen, doch mittlerweile ist das Flachdach nicht mehr dicht. Es soll saniert werden. Nach einer Diskussion um die Details im Gemeinderat hat die Stadtverwaltung nun das Vorgehen präzisiert.

Bei Regen sammelt sich das Wasser an manchen Stellen auf dem Dach. Deshalb soll bei der Sanierung auch ein Gefälle eingebaut werden.

Bei Regen sammelt sich das Wasser an manchen Stellen auf dem Dach. Deshalb soll bei der Sanierung auch ein Gefälle eingebaut werden.

Von Christine Schick

MURRHARDT. Über das Foyer und die Umkleidekabinen der Gemeindehalle Fornsbach zieht sich ein Flachdach. Der erste Belag stammt noch aus der Mitte der 1980er-Jahre, wie Bürgermeister Armin Mößner in der Gemeinderatssitzung erläuterte. Er sei auch schon geflickt worden. Doch mittlerweile gibt es undichte Stellen, an denen es bei Regen in die Halle tropft, so Mößner. Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, dass das Dach nicht mehr punktuell, sondern nun im Ganzen saniert werden sollte. Geplant ist, dies in den Sommerferien in Angriff zu nehmen. Sie schlägt vor, den Belag komplett zu erneuern und im Zuge dessen auch ein Gefälle einzuziehen, damit das Wasser künftig gut ablaufen kann und sich nicht an bestimmten Stellen auf dem Dach sammelt. Bei einer beschränkten Ausschreibung hat sie nun auch ein Angebot erhalten, das bei rund 40600 Euro und somit unter den im Haushalt zur Verfügung stehenden, eingeplanten 70000 Euro liegt.

Im Gemeinderat gab es in der Sitzung noch einen gewissen Beratungsbedarf. Edgar Schäf (SPD) war sich zwar sicher, nicht um die Instandsetzung herumzukommen, aber weniger, was die vorgeschlagene Lösung anbelangt. Er schlug vor, sich doch über eine andere Konstruktion Gedanken zu machen wie beispielsweise ein kleines Satteldach. So könnte man die Ebenen angleichen und habe auch das Problem mit dem Wasser gelöst, das momentan teils auf dem Flachdach stehen bleibt.

Eine neue Dachform hätte
auch Konsequenzen für die Lichtverhältnisse und Kosten.

Auch wollte er wissen, wie es bei der Dichtigkeit der Lichtschächte aussieht. Bürgermeister Mößner hielt es schon für möglich, sich Alternativen zu überlegen. Abzuwägen sei letztlich, in welchem Umfang man sanieren wolle. Vorgeschlagen habe die Verwaltung diese Variante, um das Dach abzudichten und mit dem Gefälle eine Verbesserung zu erreichen, damit man rund 20 bis 30 Jahre auf der sicheren Seite sei, sprich eine wirtschaftliche Lösung habe. Ein Aspekt, den man bei einem neuen Dachaufbau berücksichtigen müsse, sei ein Wegfall der Lichtbänder und somit des Tageslichts in diesem Bereich.

Gerd Linke (MDAL/Die Grünen) erkundigte sich zu einem anderen Aspekt. Da man mit der Flachdachsanierung nach jetzigem Stand noch Geld übrig habe, stelle sich für ihn die Frage, ob man stärker in Richtung energetische Sanierung arbeite. Zum einen sei die Frage, ob bei der Wärmedämmung noch zugelegt werden könne, was Stadtbauamtsleiter Harun Icli vom generellen Sanierungsfahrplan und den Haushaltsplanungen abhängig machen wollte. Linke schlug aber auch vor, sich über eine PV-Anlage Gedanken zu machen. Auf dem Dach der Halle ist bereits eine Fotovoltaikanlage installiert, die Überlegung ist, eine weitere städtische dort zu platzieren. Im Rahmen des Umweltschutzkonzepts der Stadt ist dies ein Unterpunkt: zu prüfen, welche öffentlichen Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet werden können beziehungsweise – mit Blick auf die Ausbeute – sollten. Dem steht aus Sicht Mößners auch nichts entgegen, nur müsse man prüfen, ob dies im vorliegenden Fall auf der Nordseite des Gebäudes sinnvoll sei. Für Gerd Linke war ein weiteres Argument, mit einer Solaranlage das Hackschnitzelheizwerk zu entlasten. Mößner gab zu bedenken, dass man die Auswahl der Gebäude auch vom vorhergesagten Ertrag abhängig machen sollte, eine Prioritätenliste in dieser Hinsicht erstellen wolle und sich insofern nicht verzetteln solle.

Markus Blank (UL) sah noch bei einem handwerklichen Aspekt Klärungsbedarf. Das Flachdach zu erneuern, hielt er für die richtige Lösung. Ein Satteldach schätzte er auch aus statischen Gründen für schwierig ein. Allerdings wollte er wissen, wie man es technisch umsetze, ein Gefälle herzustellen. Zudem problematisierte er, dass sich möglicherweise in der Isolierung Wasser angesammelt hat und die ganze Konstruktion feucht werden lassen könnte. Darauf sollte man bei der Sanierung unbedingt ein Auge haben, um auch langfristige Schäden möglichst auszuschließen.

Harun Icli erläuterte, dass grundsätzlich zwischen den Ebenen Abdichtung des Dachs von oben und Dämmung von unten innerhalb des Gebäudes getrennt werde und man beim Thema Feuchtigkeit aufpassen wolle. Armin Mößner sagte zu, dass man dies auch noch mal explizit nachliefern wolle (siehe Infokasten). Mario Brenner (CDU/FWV) ergänzte, dass die Halle damals technisch gut umgesetzt worden sei und bisher wenig größere Sanierungen notwendig waren. Seiner Einschätzung nach ist das Dach für eine Solaranlage geeignet, auch wenn es sich in nördlicher Richtung befindet. So könne man für den Eigenverbrauch Energie erwirtschaften. Der Beschluss, die Sanierung für rund 40600 Euro zu erledigen, fiel einstimmig.

Der Belag ist nicht mehr überall fest. Fotos: Stadtverwaltung Murrhardt

Der Belag ist nicht mehr überall fest. Fotos: Stadtverwaltung Murrhardt

Prüfung auf Feuchtigkeitsschäden, Dämmung von innen

Die Stadtverwaltung hat in einem Schreiben Details zur Sanierung nachgeliefert. Sie erläutert, dass das Flachdach eine Balkenkonstruktion mit Dämmschicht enthält. Sie ist mit einer Mineralwollschicht ausgekleidet und in ihr verlaufen auch die Leitungen der Lüftungsanlage.

Die Verwaltung will möglichst wenig in die bisherige Konstruktion eingreifen. Es gelte, die Blasen der Abdichtung und Feuchtigkeit, die sich angesammelt hat, zu entfernen. Dazu wird die Konstruktion auch geöffnet und das Dämmmaterial, das durch Feuchte Schaden genommen hat, herausgenommen. Das Setzen von Löchern soll einen Feuchtigkeitsausgleich in der Konstruktion gewährleisten. Anschließend wird eine Gefälledämmung aufgebracht, um das Ablaufen von Niederschlagswasser zu erleichtern. Die neue Abdichtung wird wieder in Bitumen hergestellt. Die Gefälledämmung ist an die Festlegungen des Gebäudes (Lüfter- und Fensterhöhen) gebunden und wird deshalb laut Verwaltung nicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz umgesetzt. Zum Ausgleich will man bei einer späteren Maßnahme wie der Sanierung der sanitären Anlage das Gebälk von innen dämmen.

Sollte sich im Lauf der Sanierung herausstellen, dass das Dämmmaterial flächig Schaden genommen hat, so wird mit der Firma, die den Zuschlag erhalten hat, über das weitere Vorgehen und ein Nachtragsangebot gesprochen, so der Plan.

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Erstellt:
8. April 2021, 06:00 Uhr

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