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Das erste Duell der alten Weggefährten

Für die TSG Backnang Fußball kommt es beim Gastspiel in Bissingen zum Aufeinandertreffen mit Markus Lang, der den Etzwiesenklub einst von der Landes- bis in die Oberliga führte. Noch heute hat der FSV-Coach Kontakt zu Verantwortlichen beim Etzwiesen-Klub und zu seinen Ex-Spielern wie Mario Marinic.

Stehen sich das erste Mal seit der gemeinsamen TSG-Zeit als Gegner gegenüber: Mario Marinic (oben) und Markus Lang. Fotos: B. Strohmaier

© Bernd Strohmaier

Stehen sich das erste Mal seit der gemeinsamen TSG-Zeit als Gegner gegenüber: Mario Marinic (oben) und Markus Lang. Fotos: B. Strohmaier

Von Uwe Flegel

Wenn der Tabellendritte beim Fünften gastiert, dann ist das nicht unbedingt ein ganz normales Duell. Wenn gleichzeitig der einstige Erfolgscoach das erste Mal nach seinem Abgang auf sein Ex-Team trifft, dann ist das gar eine ganz besondere Partie. So wie morgen in der Fußball-Oberliga. Da tritt die TSG Backnang ab 14.30 Uhr beim FSV 08 Bissingen an, bei dem mit Markus Lang nun der Mann auf der Trainbank das Sagen hat, der den Etzwiesenklub vor viereinhalb Jahren das erste Mal in die Oberliga führte.

„Das ist schon ein paar Tage her“, sagt der 45-Jährige lachend und fügt hinzu: „Geblieben sind schöne Erinnerungen und einige Freundschaften.“ Zum Sportlichen Leiter des Backnanger Oberliga-Teams Marc Erdmann hat Lang zum Beispiel viel Kontakt und auch mit seinem samstäglichen Widerpart und einstigen Torjäger Mario Marinic steht der Coach, der mit der TSG binnen vier Jahren zweimal aufstieg, im regen Austausch. „Markus war bei meiner Hochzeit zu Gast“, erzählt Marinic und bekennt, dass beide auch in der Woche vor dem direkten Aufeinandertreffen miteinander gesprochen haben. „Zweimal haben wir bereits telefoniert“, erzählt Marinic und sagt über die gemeinsame Zeit mit Lang: „Ich habe viel von ihm lernen dürfen.“

Eine Wertschätzung, die auch von der anderen Seite kommt. „Mario war für mich nicht nur Führungsspieler, sondern auch mein verlängerter Arm auf dem Platz.“ Es war mehr als das übliche Trainer-Spieler-Verhältnis. Deshalb tut sich Lang leicht, die Arbeit seines einstigen Schützlings als Trainer zu loben: „Er macht einen guten Job.“ Bissingens Coach weiß, dass Rang drei für die TSG eine sehr gute Platzierung ist, und Backnangs 37-jähriger Spielertrainer großen Anteil daran hat. Überhaupt hält er große Stücke auf die Arbeit und die Elf seines Ex-Klubs: „Da ist über die Jahre hinweg eine richtig gute Mannschaft entstanden, mit einer hohen Qualität bei den ersten 14, 15 Akteuren. Hinzu kommt, dass das Team gut eingespielt ist und einen sehr attraktiven Fußball spielt. Etwas unerwartet ist für mich die Konstanz, die Backnang an den Tag legt.“ Erst recht, nachdem der Etzwiesenverein diese Saison die eine oder andere personelle Klippe zu überwinden hatte.

Ex-Coach zeigt sich von Marinic’ Fleiß, Ehrgeiz und Entwicklung beeindruckt

Das gelang auch, weil auf bewährte Kräfte wie Kapitän Oguzhan Biyik, Verteidiger Patrick Tichy oder die noch jungen Zwillingsbrüder Leon und Loris Maier Verlass ist. Das gilt ebenso für Mario Marinic, obwohl der schon stolze 37 Lenze auf dem Buckel hat. Für Lang kommt es nicht überraschend, dass der Routinier weiterhin voran geht und es diese Saison bei 14 Einsätzen bereits wieder auf neun Tore gebracht hat. „Mario war zu meiner Zeit meist als Erster auf dem Platz und hat nach dem Training noch zusätzlich Einheiten geschoben, als andere schon mit Duschen fertig oder auf dem Heimweg waren“, erinnert sich Lang und sagt: „Ich schätze es, wie er sich entwickelt hat.“ Eines sei aber gleich geblieben: „Mario kann und will nicht verlieren.“

Backnangs derzeit wegen eines lädierten Sprunggelenks vom Spielertrainer auf die Rolle des Nur-Trainers reduzierter Angreifer muss schmunzeln, als er mit dem letzten Satz seines Ex-Coaches konfrontiert wird, bestätigt aber: „Ich bin schon einer, der immer gewinnen will. Egal, ob auf dem Fußballplatz oder beim Minigolf mit Familie und Freunden.“ Allerdings sei auch Markus Lang keiner für halbe Sachen. „Markus hat eine klare Linie. Disziplin und Fitness sind Attribute, auf die er großen Wert legt. Zudem hat er klare Vorstellungen von dem Fußball, den er spielen lassen sowie sehen will und der sehr intensiv ist.“ Hinzu kommt, dass „er dennoch den Spagat zwischen kurzer und langer Leine sehr gut hinkriegt.“ Deshalb, so Mario Marinic, „werden wir es sicher hinkriegen, dass wir nach dem Spiel zusammen ein Bierchen trinken.“ Die Betonung liegt dabei auf „nach dem Spiel“. Während der 90 Minuten geht es um Punkte und ist keine Zeit für die Freundschaft zwischen Lehrmeister und Ex-Schützling.

Das erste Duell der alten Weggefährten

© Bernd Strohmaier

Gegner, Personal und der Vorrundenabschluss

Gegner Beide Trainer haben nicht nur von ihrem Gegenpart, sondern auch von dessen Team eine hohe Meinung. Markus Lang prophezeit: „Es wird ein ausgeglichenes Spiel geben.“ Daran ändert für ihn auch die Tatsache nichts, dass Mario Marinic verletzt ist „und ich seine Qualitäten bestens kenne und deshalb auch weiß, dass man es merkt, wenn er fehlt“. Mario Marinic wiederum sagt über den FSV 08 Bissingen: „Das ist ein Gegner, der sehr gut besetzt ist. Dort zu bestehen, wird für uns jedenfalls eine riesige Aufgabe.“

Personal Bei der TSG fallen neben Mario Marinic und den langzeitverletzten Leistungsträgern Michl Bauer sowie Marcel Knauß auch Abwehrspieler Benjamin Sejdinovic (private Gründe) und Offensivmann Niklas Kalafatis aus, der erst wieder in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt ist. Angreifer Mert Tasdelen kehrt nach seiner Verletzung dagegen wieder in den Kader zurück.

Aussichten Für den Tabellendritten Backnang wie für den Fünften Bissingen ist es die vorletzte Vorrundenpartie. Für die TSG steht danach noch am Samstag, 27. November, das Heimspiel gegen den Siebten Göppingen an. Markus Lang gastiert mit dem FSV zur gleichen Zeit beim Elften Ravensburg.

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Erstellt:
19. November 2021, 06:00 Uhr

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