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Das Finale einer furiosen Vorrunde

Mit dem Heimspiel gegen den 1. Göppinger SV schließt die TSG Backnang am Samstag um 14 Uhr die erste Saisonhälfte ab. Sie hätte für den Fußball-Oberligisten kaum besser laufen können, denn die Roten belegen den dritten Platz. Den gilt es im Duell mit dem Fünften zu behaupten.

Die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang im Freudentaumel: In den bisherigen 18 Vorrundenspielen war das ein häufiges Bild. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang im Freudentaumel: In den bisherigen 18 Vorrundenspielen war das ein häufiges Bild. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Zehn Siege, zwei Remis, sechs Niederlagen: Diese Bilanz macht die TSG Backnang mit 32 Punkten zum derzeit besten Team hinter Freiberg (43) und den Stuttgarter Kickers (41), die finanziell in einer eigenen Klasse spielen und unbedingt aufsteigen wollen. 40 erzielte Tore werden nur vom Tabellenführer mit 58 Treffern überboten und vom Zweiten egalisiert. Die Abwehr genügt mit 27 kassierten Toren zwar nicht allerhöchsten Ansprüchen, in Anbetracht der langfristigen Ausfälle von Torwart Marcel Knauß und Innenverteidiger Michl Bauer ist es jedoch eine solide Zahl. Sie wird nur von den zwei Topteams deutlich und von sechs weiteren Klubs knapp unterboten. Der Fußball-Oberligist spielt also in jeder Hinsicht eine starke Hinserie. Ehe sie morgen endet, geht der Blick nochmals in den Rückspiegel, zu einzelnen Partien und Phasen äußern sich Protagonisten. Wie die TSG das Duell mit Göppingen anpackt, erklärt Spielertrainer Mario Marinic. Danach folgt vor Weihnachten noch ein Rückrundenduell.

Starker Auftakt: „Ich wusste, dass ein guter Start unglaublich wichtig ist, um gar nicht erst in negatives Fahrwasser zu geraten“, sagt Marinic. Es zu wissen, ist das eine. Es umzusetzen, ist das entscheidende – und das taten die Fußballer aus den Etzwiesen. 2:0 in Lörrach durch Tore des Spielertrainers und von Loris Maier, die auch danach auf Augenhöhe blieben und bislang jeweils neun Treffer auf ihrem Konto haben, 3:1 gegen Nöttingen und 3:1 in Oberachern – machte neun Punkte aus den ersten drei Partien. Backnang war auf einer Erfolgswelle, „auf der wir eigentlich bis heute reiten“, unterstreicht Marinic noch einmal die hohe Bedeutung des guten Starts in die Runde.

Erste Niederlage: Als Tabellenführer ging es ins Heimspiel gegen die Kickers und damit einen der zwei Topfavoriten auf den Titelgewinn. „Anfangs hatte ich ein gutes Gefühl, wir konnten Paroli bieten“, erinnert sich Oguzhan Biyik. Mehr noch: Die TSG legte durch Mert Tasdelen schon nach vier Minuten das 1:0 vor. Als der Kapitän aber nach einer Viertelstunde mit einer leichten Gehirnerschütterung raus musste, „gingen etwas die Ordnung und der Mut verloren“, sagt Biyik, will das aber ausdrücklich nicht alleine auf seine Auswechslung zurückführen. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause drehte Stuttgart den Spieß um, in der zweiten Halbzeit packten die Blauen das 3:1 drauf. Ihr Sieg ging völlig in Ordnung.

Prompte Reaktion: Von ihrer ersten Niederlage ließen sich die Murrtaler nicht aus der Bahn werfen. Sie antworteten mit einem 4:1 in Walldorf und steckten danach auch die ersten Coronafälle weg, die zur Verschiebung des Duells mit Freiberg führten. Ohne das Duo gab’s einen 2:0-Erfolg in Reutlingen. Mitsamt dem 2:2 gegen Dorfmerkingen, das angesichts des Gegentors in der sechsten Minute der Nachspielzeit ärgerlich war, und dem 4:2 gegen Ravensburg sprangen aus vier Spielen zehn Punkte heraus. In dieser Phase den großen Personalsorgen getrotzt zu haben, „zeigt, wie intakt das Team ist“, freut sich Biyik: „Wir haben unsere Qualität auf den Platz gebracht.“

Auf und Ab: Im Nachholspiel gegen Freiberg wogen die Ausfälle zu schwer, die TSG war beim 0:3 chancenlos. Mit dem 0:2 in Villingen waren es erstmals zwei Pleiten in Folge, die Leistung stimmte aber. „Wir haben uns nur nicht belohnt“, blickt Marc Erdmann zurück. Danach landeten die Roten einen 3:0-Erfolg gegen Linx und das Vorstandsmitglied zollt Trainerteam und Mannschaft „ein Kompliment, weil es trotz aller Rückschläge immer wieder gelungen ist, in die Erfolgsspur zurückzukehren“. Corona, Verletzungen, Sperren – immer wieder fehlten wichtige Spieler. Auf Michl Bauer muss Backnang bereits die ganze Runde, auf Torwart Marcel Knauß seit sieben Wochen verzichten. Siege und Niederlagen wechselten sich im Oktober ab, vor allem die anfängliche Auswärtsstärke ging zeitweise verloren. Umgekehrt gab es zuletzt aber drei Heimsiege in Folge und in Ilshofen auch wieder einen Dreier in der Fremde.

Kleine Enttäuschung: Zu Hause gegen Bruchsal war die TSG vor zwei Wochen so klar favorisiert wie selten in dieser Runde. Dritter gegen Drittletzter – was sollte da passieren? Es ging dennoch schief, trotz der zweimaligen Führung durch Tore von Flavio Santoro unterlagen die Hausherren 2:3. „Das Ergebnis war eine Enttäuschung“, redet Erdmann nicht drumherum. Umso höher ist es einzuschätzen, wie Backnang zuletzt in Bissingen auf den 1:3-Pausenrückstand reagierte. Dank toller Moral reichte es noch zu einem 3:3 und auch deshalb sagt der Funktionär: „Wir stehen völlig verdient mit so vielen Punkten da.“ Er zieht es trotz des dritten Platzes aber weiterhin vor, in den Rückspiegel zu schauen. Tritt das Worst-Case-Szenario mit sieben Absteigern ein, wären es nämlich doch nur sieben Zähler, die das Überraschungsteam von der Gefahrenzone trennen. Müssen nur sechs Vereine runter, wären es schon 13 Punkte.

Göppingen wartet: Morgen um 14 Uhr kreuzt der Fünfte in den Etzwiesen auf, der nur einen Punkt weniger hat. „Wir wollen immer gewinnen, aber es wird eine schwierige Aufgabe“, ahnt Marinic: „Wenn am Ende ein Punkt herausspringt, könnten wir sicherlich auch zufrieden sein.“ Zumal es bedeuten würde, die Hinserie vor den Gästen abzuschließen, die der Coach als „gestandenes, robustes Oberligateam mit viel Qualität und breitem Kader“ bezeichnet. Zudem ist Göppingen für Backnang ein Angstgegner. Die Bilanz nach 14 Spielen in der Verbands- und Oberliga, die von 1987 bis 1990 und seit 2014 stattfanden: Zwei Siege, drei Remis, neun Niederlagen. Jetzt versucht die TSG, auf dem Kunstrasen die Oberhand zu behalten, denn auf diesem Untergrund wird seit vier Wochen trainiert. Marinic kehrt nach seiner kurzen Verletzungspause wohl als Joker zurück. Dafür fehlt Biyik, da er am Mittwoch Vater eines Sohnes wurde. Passen müssen neben den Langzeitverletzten zudem Shqiprim Binakaj und Benjamin Sejdinovic, hinter Niklas Pollex steht ein Fragezeichen. Das Heimspiel gegen Lörrach, mit dem am 4. Dezember die Rückrunde startet, ist die letzte Partie vor Weihnachten. Die Begegnung in Nöttingen am 11. Dezember wird auf 2022 verschoben, weil das dortige Stadion für eine Impfaktion benötigt wird.

Für Fans gilt 2-G-plus-Regel

In der Alarmstufe II gilt im Ländle bei vielen Events die 2-G-plus-Regel. Auch für Fußballfans, weshalb es bei der TSG morgen heißt: Rein dürfen nur Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem, negativem Schnelltest.

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Erstellt:
26. November 2021, 06:00 Uhr

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