Der HCOB glänzt im Duell gegen SG Leutershausen nur eine Halbzeit

Zur Pause führt der Handball-Drittligist aus dem Murrtal in Leutershausen noch recht deutlich mit 17:12. Dann geht beim Tabellenzweiten im Vergleich zweier Kandidaten für die Aufstiegsrunde vorne nur noch wenig viel und hinten hagelt es viele einfache Gegentore.

Kam mit dem HCOB in der zweiten Halbzeit kaum noch durch: Niklas Diebel, mit acht Toren bester Werfer der Gäste. Foto: Alexander Hornauer

© Alexander Hornauer

Kam mit dem HCOB in der zweiten Halbzeit kaum noch durch: Niklas Diebel, mit acht Toren bester Werfer der Gäste. Foto: Alexander Hornauer

Von Alexander Hornauer

Der HC Oppenweiler/Backnang hat im Rennen um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur zweiten Liga eine große Chance ausgelassen. Beim Verfolger SG Leutershausen unterlag der Handball-Drittligist mit 27:31, dabei hatte er fast durchgängig geführt. In den Schlussminuten entglitt der Sieg, der Tabellenzweite machte keine Tore mehr. Die Niederlage lässt die Spitzengruppe der Dritten Liga eng zusammenrücken.

An der Spitze richtet sich der Blick vor allem auf die Minuspunkte. Mit einem Erfolg hätte sich der HCOB um vier Zähler von Leutershausen absetzen können, eine verlockende Perspektive. Weil der erhoffte Auswärtssieg nicht gelang, haben beide Teams nun acht Miese. Wer Spannung mag, findet das super. Aus HCOB-Sicht hätte man die Variante mit weniger Spannung besser gefunden, daraus wurde nichts. Tabellenführer HSG Konstanz (7) liegt nun auch nach Minuspunkten vorne, Pforzheim/Eutingen (9) nur minimal dahinter.

Nur ganz am Anfang und ganz am Ende liegen die Schwaben hinten

Dass die Mannschaft von Trainer Daniel Brack die Punkte nicht aus Nordbaden entführte, war gewaltig ärgerlich. Von der 3. bis zur 56. Minute führten die Schwaben in der Heinrich-Beck-Halle. In der ersten Halbzeit waren die Gäste deutlich überlegen. Mit einer aufmerksamen Abwehrarbeit zwangen sie die Heimmannschaft zu Fehlwürfen und Fehlabspielen. SGL-Coach Thorsten Schmid musste eingestehen: „Wir wollten geduldig spielen und gute Abschlüsse herausholen. Das ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen.“ Mit starkem Umschaltspiel kam Oppenweiler/Backnang zu Gegenstoßtreffern. Vor allem Elias Newel und Martin Schmiedt hatten oft wieder freie Bahn, das 7:4 nach 13 Minuten war ein Ausrufezeichen. Im Positionsangriff sorgte Niklas Diebel mit Würfen aus der zweiten Reihe regelmäßig für Tore. Er war am Ende mit acht Treffern der erfolgreichste Werfer des Teams aus dem Murrtal. Drei Minuten vor der Pause lagen die Gäste nach einem Kontertor von Lukas Rauh mit sechs Toren vorn, beim Seitenwechsel mit 17:12. Bis dahin war es eine starke Vorstellung.

Die Gastgeber werden besser, die Gäste lassen nach

Nach dem Seitenwechsel kam Leutershausen besser in die Partie. Der HCOB trug dazu mit vergebenen Torgelegenheiten bei. Auch die SGL erzielte nun Tore durch Gegenstöße. Die Gäste hingegen gingen nach Ballgewinnen nicht mehr so entschlossen nach vorne. Vielleicht wäre mehr Mut zum Risiko besser. Denn so mussten sie oft in den Positionsangriff. Und in diesem lief in der zweiten Halbzeit nicht viel zusammen. Mal fehlten die zündenden Ideen, dann scheiterten die Gäste mit ihren Würfen an SGL-Torwart Alexander Hübe. Daniel Brack kritisierte hinterher: „Wir haben nicht mehr umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. So ist es im Angriff dann von Minute zu Minute schwieriger geworden, Tore zu erzielen.“ Das führte dazu, dass Leutershausen herankam. Nach 50 Minuten hatte der einstige deutsche Meister von der Bergstraße den Gleichstand erreicht, 24:24.

Die Waage neigt sich langsam aber sicher auf die andere Seite

Aber noch verteidigten die Gäste ihre Führung. Niklas Diebel setzte sich zweimal entscheidend durch, traf sehenswert über den Block zum 27:26. Dann lief alles gegen die Gäste. Als beide Teams mit einem Mann weniger agieren mussten, griff der HCOB mit Sechs gegen Fünf an, leistete sich einen Ballverlust und fing sich einen Gegentreffer von der Mittellinie ein. Die Chance auf eine Zweitoreführung war vertan. Im nächsten Angriff scheiterte Kreisläufer Alexander Schmid an Torhüter Hübe. Im Gegenzug besorgte Kevin Bitz die erste Führung für Leutershausen seit Spielbeginn.

Der HCOB fand im Angriff nun keine Lösungen mehr. Daniel Schliedermann und Martin Schmiedt scheiterten ebenfalls an Hübe. Alexander Schmid warf, wenn auch stark bedrängt, am Tor vorbei. Auf der Gegenseite machte Linkshänder Yessine Meddeb mit dem 29:27 eineinhalb Minuten vor dem Ende fast schon den Deckel drauf und Coach Thorsten Schmidt erklärte zufrieden: „In der Pause hatten wir den Reset-Knopf gedrückt. Wir hatten danach mehr Dynamik im Angriff und einen besseren Rückzug.“

Auch die Manndeckung bringt dem HCOB am Ende nichts mehr ein

Der HC Oppenweiler/Backnang versuchte es in den letzten Minuten zwar noch mit einer Manndeckung, die aber keine Ballgewinne brachte, sondern weitere Gegentore. Am Ende stand nach sieben Spielen ohne Niederlage eine Pleite zu Buche, die angesichts des Spielverlaufs gewaltig wurmte. Das Rennen um die beiden Startplätze in der Aufstiegsrunde wird damit noch spannender, als es ohnehin schon war.

SG Leutershausen: Hübe, Ullrich (n.e.) – Schreiber (1), Mastrocola (1), Meddeb (8), Krämer (2), Seitz, Götz (1), Schmitt (1), Scholz (2), Bitz (8), Ulrich (1), Preller (3), Pauli (1).

HC Oppenweiler/Backnang: Stasch, Müller – Schliedermann (2), Newel (5), Buck (1), Schmid (1), Dangers, Diebel (8), Schmiedt (5), Orlich (1), Goller (3/2), Frank, Maurer, Rauh (1).

Siebenmeter: 1/1 : 2/2. – Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Meddeb, Krämer, Schmitt – Dangers/dreimal, Newel). – Disqualifikation: Dangers (55., dritte Hinausstellung). – Schiedsrichter: Ernst/Friedhoff (Fellbach/ Freiburg). – Zuschauer: 700.

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Erstellt:
5. Februar 2024, 06:00 Uhr

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